: Michael Marcus Thurner
: Perry Rhodan 2682: Schlacht an der Anomalie Perry Rhodan-Zyklus 'Neuroversum'
: Perry Rhodan digital
: 9783845326818
: Perry Rhodan-Erstauflage
: 1
: CHF 1.60
:
: Science Fiction
: German
: 64
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
QIN SHI sucht die Entscheidung - die Superintelligenz dringt nach Escalian vor Wir schreiben das Jahr 1469 Neuer Galaktischer Zeitrechnung (NGZ) - das entspricht dem Jahr 5056 christlicher Zeitrechnung. Auf eine bislang ungeklärte Art und Weise verschwand das Solsystem mit seinen Planeten sowie allen Bewohnern aus dem bekannten Universum. Die Heimat der Menschheit wurde in ein eigenes kleines Universum transferiert, wo die Terraner auf seltsame Nachbarn treffen. Die Lage spitzt sich zu, als die Planeten von fremden Raumfahrern besetzt und die Sonne Sol 'verhüllt' wird. Seither kämpft die solare Menschheit um ihr Überleben. Von all diesen Entwicklungen weiß Perry Rhodan nichts. Auch ihn hat es in einen fremden Kosmos verschlagen: Mit dem gewaltigen Raumschiff BASIS gelangt er in die Doppelgalaxis Chanda, wo die negative Superintelligenz QIN SHI regiert. Nicht zuletzt durch die Aktivitäten des unsterblichen Terraners kann die Galaxis allerdings befreit werden. Doch QIN SHI ist längst ins Reich der Harmonie eingedrungen. Dort kommt es zur SCHLACHT AN DER ANOMALIE ...

Michael Marcus Thurner ist und bleibt Wiener. Er wurde 1963 in der österreichischen Hauptstadt geboren und wohnt mit seiner Frau und zwei Töchtern in der Nähe des Stadtzentrums. 'Und dort fühle ich mich pudelwohl', so Thurner über seinen Lebensmittelpunkt. Nach einem Abschluss der Handelsakademie studierte Thurner einige Semester Anglistik, Geographie und Geschichte. Sein Berufsziel war eigentlich Lehrer - er stellte allerdings fest, dass dies nichts für ihn war. 'In beruflicher Hinsicht prägten häufige Wechsel mein Leben', konstatiert er heute. 'Unter anderem war ich als Kellner, Verkäufer in einem Motorradzubehör-Geschäft, Security und als Angestellter in einem Reitstall tätig.' Thurner ist begeisterter Fußballfan und spielt nach eigenen Angaben den 'gnadenlosen Abräumer, vor dem kein Schienbein sicher ist'. Als Fan hält er seit über 40 Jahren dem SK Rapid Wien die Treue. Er liest und liebt Comics, hält Carl Barks für den großartigsten Geschichtenerzähler aller Zeiten und ist leidenschaftlicher Motorradfahrer. Im Alter von 34 Jahren entwickelte er erste schriftstellerische Aktivitäten. 1998 wurde seine Kurzgeschichte 'Tod eines Unsterblichen' beim 'William Voltz Kurzgeschichten-Wettbewerb' auf den dritten Platz gewählt. Sein erster Roman erschien unter dem Titel 'Mit den Augen des Mörders' in der PERRY RHODAN-FanEdition. Recht schnell folgte seine Mitarbeit an der ATLAN-Serie - dann wurden auch andere Verlage auf ihn aufmerksam, und Thurner begann sein Engagement bei den Serien 'Bad Earth' und 'Maddrax'. Hinzu kamen Beiträge zu 'Coco Zamis' und die Mitarbeit bei 'Elfenzeit', der Fantasy-Erfolgsserie von Susan Schwartz. Bei Heyne erschien der eigenständige SF-Roman 'Turils Reise' (2009); demnächst folgt 'Plasmawelt' (2011). 2005 stieg er mit Band 2265, 'Die Krone von Roewis', in die PERRY RHODAN-Serie ein und gehört seitdem zum festen Autorenteam. 'Das freut mich als jahrzehntelanger Fan ganz besonders', so Thurner, der in Wien lange Jahre den PERRY RHODAN-Stammtisch organisiert hatte. Er verfasste mittlerweile zahlreiche Heftromane und Taschenbücher und übernahm zeitweise die Exposé-Redaktion für die ATLAN-Heftserie sowie für PERRY RHODAN- und ATLAN-Taschenbücher.

1.


 

Wie so oft in seinem Leben war Perry Rhodan mit einem Phänomen konfrontiert, für das es keine Erklärung gab. Das sich jeglicher – ihm bekannten – wissenschaftlichen Betrachtung entzog und einfach nurda war.

Die Anomalie. Für die Rechner und für das menschliche Auffassungsvermögen stellte sich dieses ... dieses Bauwerk als Schlauch dar, rot und glühend, der sich in die Unendlichkeit erstreckte. Der kein Ende hatte und erst recht keinen Anfang.

Und doch steckten zig Millionen Wesenin der Anomalie. Waren Gefangene – oder Touristen –, die durch ein räumliches Medium kreuzten und dabei Phänomene zu sehen bekamen, die unerklärlich blieben und ihre Sinne bis zum Äußersten belasteten.

»Zeit und Raum«, hörte er Mondra Diamond andächtig sagen, »was haben diese Worte für eine Bedeutung angesichts dieses Chaos? Müssten wir sie nicht vollkommen neu definieren? Oder übereinanderlegen, um nach dem Trennenden und nach dem Gemeinsamen zu suchen?«

»Das hier ist tatsächlich ein klein wenig ... seltsam«, meldete sich Nemo Partijan zu Wort, in seinen Worten wesentlich nüchterner als Mondra. »Aber die Existenz der Anomalie bedeutet nicht, dass wir gleich alles über Bord werfen sollten, was wir über Höherdimensionalität wissen. Auch sie folgt gewissen Regeln.«

»Leider wissen wir nicht, um welche es sich handelt.« Perry Rhodan ließ sich in seinen Pilotenstuhl fallen. »Und ich zweifle, dass wir diese Rätsel in der wenigen zur Verfügung stehenden Zeit lösen können.«

»Spielt Zeit denn eine Rolle?« Mondra deutete auf ein analoges Laufwerk, ein archaisch wirkendes Relikt, das Teil einer Wandverkleidung in der Kommandozentrale von MIKRU-JON war.

Die Zeiger bewegten sich vor und zurück, vor und zurück. Datumsanzeigen schwankten zwischen dem 2. und dem 12. Januar 1470 Neuer Galaktischer Zeitrechnung, und für einen Augenblick wusste Rhodan nicht, ob wirklich der 6. Januar war.

Er atmete dicke, nach Rauch schmeckende Luft. Sie erschwerte das Sprechen und machte ihn glauben, kurz vor dem Ertrinken zu stehen. Er meinte, von winzigen Sonnensystemen umschwirrt zu werden. Sie einzuatmen, durch die Lungen treiben zu fühlen und sie letztlich wieder auszuspucken als tote und erkaltete Massen.

Nemo Partijan wurde zum konturlosen Schatten. Alles war in Umkehrung, was Rhodan stets als allgemeingültig angesehen hatte. Mondra Diamond hingegen stellte sich spiegelbildlich dar. Rechts wurde zu links, und die Worte, die sie sagte, ergaben keinen Sinn. Guckys Nagezahn war zu einem meterlangen Ding geworden, das im Boden MIKRU-JONS steckte und Energien daraus hervorzog. Ennerhahl – nun, Ennerhahl sah aus wie immer. Er wirkte unbeteiligt, fast gelangweilt.

Rhodan schloss die Augen. Dies alles war zu viel für menschliche Sinne, war nicht mehr zu ertragen! Die Anomalie griff nach ihnen, trotz der Schutzschirme, die sie umgaben, und aller anderen Vorkehrungen, die sie getroffen hatten.

Die Verwirrung legte sich abrupt und machte wieder der ihnen bekannten Realität Platz. Es war, als wollte ein durch die Anomalie treibender Gott mit ihnen spielen. Als wüsste er ganz genau, wie viel er der Besatzung des kleinen Schiffs zutrauen konnte.

War die Wirklichkeit denn besser, so, wie sie sich darstellte? Rhodan sah Energiewolken, die die Schutzschirme MIKRU-JONS zu perforieren drohten; Aufrisszonen, weit voraus und doch ganz nahe, die an Viibad-Klüfte erinnerten, an gewaltige Trichtererscheinungen, die zum Teil auf sechsdimensionaler Basis wirkten. Überall tobten energetische Gewitter, deren Gewalten selbst der Lichtzelle Ennerhahls gefährlich werden konnten.

Rhodan galt als Sofortumschalter. Als Mensch, der trotz widrigster Umstände rascher als andere Wesen handelte und meist das Richtige tat. Und was war richtiger in diesen Sekunden, als das Leben zu umarmen? Er zog Mondra Diamond an sich und küsste sie. Oh ja, das fühlte sich gut an! Er tat es mit einer Leidenschaft, die er meist hintanhielt, die ihm aber nun passend erschien. Sie sollte ihn spüren. Wissen, dass sie im Hier und Jetzt verankert waren – und dass es sie beide noch gab.

Rhodan fühlte ein Kribbeln auf seinen Lippen wie von einer geringen elektrischen Entladung, und er meinte, für einige Sekunden in die Vergangenheit gerissen zu werden. Um den Kuss nochmals anzusetzen und ein weiteres Mal einen elektrischen Schlag versetzt zu bekommen.

»Das schmeckt gut«, murmelte Mondra und erwiderte seine Zärtlichkeiten, bevor sie sich der Situation bewusst wurde und ihn sacht, aber bestimmt von sich schob. Unmittelbar neben ihnen war Mikru aufgetaucht, der weibliche Avatar des Schiffs.

»Ich habe die Lage im Griff«, sagte die virtuelle Frau und bedachte Rhodan mit rätselhaften Blicken. »Ich denke, dass wir nun durch eine Zone der Stabilität treiben, sowohl räumlich als auch zeitlich.«

Rhodan nickte dem Avatar zu. Er unterdrückte seinen Ärger über die Unterbrechung und kümmerte sich wieder um jene Dinge, die von ihm erwartet wurden. Wie immer trug er Lasten auf seinen Schultern, die derart gewichtig waren, dass nur wenige Menschen sie zu stemmen vermochten.

»Ich möchte mehr von dem sehen, was da draußen vor sich geht!«, verlangte er und wandte sich dem zentralen Bildschirm zu.

Mikru reagierte ohne erkennbare Verzögerung. Sie ließ die unmittelbare Umgebung darstellen; jenen Bereich, der das Schiff dank Ortungsschutz vor den Einheiten des Feindes verbarg. Rhodan sah eine durchaus beachtliche Streitmacht – die dennoch nichts war im Vergleich zu den Truppen, die QIN SHI in die Anomalie eingeschleust hatte.

Da war MIKRU-JON, die in Ennerhahls Lichtzelle »parkte«. Das auf etwa tausend Meter aufgebläh