Main Data
Author: Jack London
Title: Michael der Bruder Jerrys
Publisher: e-artnow
ISBN/ISSN: 9788026884569
Edition: 1
Price: CHF 0.50
Publication date: 01/01/2018
Content
Category: Historical novels and short stories
Language: German
Technical Data
Pages: 218
Copy protection: Wasserzeichen
Devices: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Dieses eBook: 'Michael der Bruder Jerrys' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aus dem Buch: 'Kein Wartezimmer voller Patienten ist wohl je schneller geleert worden als Dr. Emorys an diesem Tage. Und ehe er sich zu seinem Frühstück begab, fuhr Dr. Emory in seinem Auto nach der 'Barbarenküste' und hielt vor der Tür von Bowheads Privathotel. Unterwegs war es ihm durch seine politischen Verbindungen geglückt, einen Inspektor der Geheimpolizei zu erwischen. Diese Maßregel erwies sich als notwendig, denn die Wirtin protestierte energisch dagegen, daß der Hund ihres Mieters entführt werde. Aber Milliken, der Inspektor der Geheimpolizei, war ihr nur allzu gut bekannt, und sie beugte sich vor dem Gesetz, dessen Symbol er war.'

Jack London (1876-1916) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Journalist. Er erlangte vor allem Bekanntheit durch seine Abenteuerromane Ruf der Wildnis und Wolfsblut sowie durch den mehrfach verfilmten Abenteuerroman Der Seewolf und den autobiographisch beeinflussten Roman Martin Eden. Diese Werke geben gleichzeitig eine Übersicht über die geographischen Räume, die er kannte: den arktischen Norden Nordamerikas (Klondike) zur Zeit des Goldrausches, Kalifornien und den Pazifik bzw. die Seefahrt auf diesem Ozean.
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Zweites Kapitel



Dag Daughtry schlenderte den Strand entlang, und Michael trottete ihm auf den Fersen nach oder tanzte vor Freude im Kreis herum, sobald der merkwürdige, leise Lippenlaut wiederholt wurde. Der Mann blieb vor dem kreisförmigen Lichtschein der Laternen stehen, in dem dunkle Gestalten die Ladung des Walbootes löschten und der Bevollmächtigte des Kommissars sich immer noch mit dem Superkargo der Makambo über das Konnossement stritt. Als Michael weitergehen wollte, hielt Daughtry ihn mit demselben fast unhörbaren Lippenlaut zurück.

Daughtry machte sich nämlich nichts daraus, bei einer solchen Hundediebstahlexpedition gesehen zu werden, er dachte vielmehr daran, wie er ungesehen an Bord kommen könnte. Er bog seitwärts ab und ging um den Lichtschein herum den Strand entlang nach dem Negerdorf. Wie vorausgesehen, waren alle arbeitsfähigen Männer am Landungsplatz, um zu löschen. Die Grashütten schienen ausgestorben, schließlich aber ertönte aus einer von ihnen in jammerndem, greisenhaftem Falsetton ein Ruf.

»Was Name?«

»Mich gehen herum viel zuviel«, antwortete Daughtry in dem Trepang-Englisch, das auf den westlichen Südseeinseln gesprochen wird. »Mich gehören zu Dampfer. Wenn du mich nehmen in Kanu und washee-washee (tüchtig rudern), mich geben dich fella Nigger zwei Stück Tabak.«

»Glaube, du mich geben zehn Stück stimmt bei mich,« lautete die Antwort.

»Mich geben fünf Stück«, feilschte der Sechs-Liter-Steward. »Wenn du nicht wollen fünf Stück, dann du fella Nigger gehen zur Hölle sehr gleich.« Eine Pause trat ein.

»Du wollen fünf Stück?« fragte Daughtry eindringlich ins Dunkel hinein.

»Mich wollen«, antwortete es aus dem Dunkel, und aus dem Dunkel näherte sich das Wesen, dem die Stimme gehörte, mit so merkwürdigen Geräuschen, daß der Steward ein Streichholz anstrich, um sehen zu können.

Ein triefäugiger alter Mann stand, auf einer Krücke balancierend, vor ihm. Seine Augen waren halb von einer krankhaften Hautwucherung überzogen, und was noch nicht verdeckt war, leuchtete rot und entzündet. Sein Haar war räudig und starrte fleckenweise in grauen Büscheln, seine Haut war zernarbt, runzlig und marmoriert, die Farbe blaurot mit einem grauen Überzug versehen, der fast aussah, als wäre er angestrichen, wenn es nicht unzweifelhaft gewesen wäre, daß er auf ihm wuchs und organisch zu ihm gehörte. »Ein armer Aussätziger«, dachte Daughtry, während er einen schnellen Blick von den Händen zu den Füßen gleiten ließ, um möglicherweise das Fehlen von Zehen und Fingergliedern zu entdecken. Aber in dieser Beziehung war der Alte intakt, wenn das eine Bein auch nur bis zur Mitte zwischen Knie und Schenkel reichte.

»Mein Wort! Was Platz bleiben das fella Bein«, sagte Daughtry und zeigte auf den Raum, den das Bein ausgefüllt hätte, wäre es nicht verschwunden gewesen.

»Groß fella Haifisch, das fella Bein bleiben bei ihm«, antwortete der Alte grinsend und zeigte dabei ein scheußliches, zahnloses Loch von Mund.

»Mich alt fella jetzt zu viel«, sagte der einbeinige Methusalem zitternd. »Lang Zeit so viel nicht rauchen Tabak. Wen

 
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