Main Data
Author: Beth Ann Fennelly, Tom Franklin
Title: Das Meer von Mississippi Roman
Publisher: Heyne
ISBN/ISSN: 9783641256524
Edition: 1
Price: CHF 17.80
Publication date: 01/01/2021
Content
Category: Narrative literature
Language: German
Technical Data
Pages: 384
Copy protection: DRM
Devices: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
1927, im Süden der USA. Es regnet seit Tagen, und der mächtige Mississippi droht über die Ufer zu treten, als die Prohibitionsagenten Ingersoll und Johnson die kleine Ortschaft Hobnob erreichen. Sie sind auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, die einem örtlichen Schwarzbrenner auf der Spur waren. Am Schauplatz eines Verbrechens finden sie ein schreiendes Baby, das Ingersoll nicht zurücklassen will. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes ist und etwas mit den vermissten Ermittlern zu tun haben könnte.


Beth Ann Fennelly, 1971 in New Jersey geboren, hat drei Gedichtbände und ein Sachbuch veröffentlicht. Sie leitet den Studiengang Kreatives Schreiben an der Universität von Mississippi. Tom Franklin wurde 1963 in Dickinson, Alabama geboren. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 mit dem Deutschen Krimipreis. Franklin unterrichtet an der Universität von Mississippi. Beth Ann Fennelly und Tom Franklin sind seit 1998 verheiratet und leben mit den gemeinsamen Kindern in Oxford, Mississippi.
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PROLOG

4. April 1927

Dixie Clay stapfte am Ufer des angeschwollenen Bachs durch den schmatzenden Schlamm und verscheuchte mit ihrem Hut die Mücken, als sie einen Kindersarg im Wasser dümpeln sah. Er hatte sich an einem Platanenstumpf verfangen. Bei dem Gedanken, ihr Sohn Jacob, den sie vor zwei Jahren begraben hatten, könnte zurückgekehrt sein, gaben ganz kurz ihre Knie nach. Aber dann ließ sie Hut und Gewehr fallen und warf sich in den Bach.

Sie kam erst wieder zu Sinnen, als sie schon hüfttief im schäumenden kaffeebraunen Wasser stand. Das war nicht Jacob in dem Sarg. Genau genommen war es nicht einmal ein Sarg. Dixie Clay stutzte, watete näher heran und sah, dass die hölzerne Kiste von Nieten und Metallbändern zusammengehalten wurde. Sie hatte einen Schiffskoffer für Hüte vor sich.

In den dicht bewaldeten Schluchten trug der Schall manchmal kilometerweit und erzeugte das seltsamste Echo, doch niemals hätte sie hier mit Männerstimmen gerechnet. Sie waren über das Rauschen und Brodeln hinweg zu hören, was bedeutete, dass irgendwo in der Nähe herumgebrüllt wurde. Eigentlich war Dixie Clays Mann Jesse heute Nachmittag gar nicht zu Hause. Sie machte kehrt, kämpfte sich ans Ufer zurück und kletterte aus dem wirbelnden Bach, die Watstiefel voll Wasser.

Das Haus war etwa einen halben Kilometer entfernt. Dixie Clay legte die Strecke im Laufschritt zurück und war froh, ausgerechnet heute eine von Jesses alten Hosen zu tragen und die Winchester dabeizuhaben. Sie war eine leichtfüßige Frau, aber der Regen hatte ihre vierzig Hektar Land überflutet, und der knöcheltiefe, schlürfende Schlamm zerrte schmatzend an ihren Stiefeln. Sie duckte sich unter Kiefernästen durch und schlug einen Bogen um ein Brombeergestrüpp, als sie plötzlich Jesse hörte. Was er sagte, konnte sie nicht verstehen, aber da waren auch noch fremde Stimmen, mindestens zwei. Bis vor ein paar Jahren waren die Kunden zu ihnen nach Hause gekommen, aber Jesse wollte das nicht mehr. Er hatte etwas dagegen, dass sie mit anderen Männern sprach. Doch diese Fremden klangen ohnehin nicht wie Kunden.

Sie erreichte die Hügelkuppe und ließ sich auf den Bauch fallen. An der Hintertür war niemand zu sehen – die Männer mussten irgendwo vor dem Haus sein. Dixie Clay machte sich an den Abstieg und schreckte zusammen, als sie im nassen Laub ausrutschte und eine kleine Lawine aus Geröll und Kiefernzapfen lostrat. Mit mehr Vorsicht schlich sie im dunklen Baumschatten zur Hausecke. Die Stimmen waren jetzt deutlicher zu hören, die Männer aber immer noch außer Sicht. Sie war jetzt noch etwa zweihundert Meter entfernt. Um näher heranzukommen, würde sie ihre Deckung verlassen und hinter die Tulpenbäume am Ende der Wäscheleine laufen müssen. Sie duckte sich, rannte los und hatte schon den halben Weg geschafft, als ein Schuss fiel.

Sie warf sich hinter die Bäume und kauerte atemlos im Gras.

Eine fremde Stimme ertönte. »Du willst wohl, dass ich dich einfach erschieße?«

Die Antwort war nur ein Murmeln.

»Dann halt das Maul.«

Dixie Clay musste unbedingt näher heran. Sie hörte ein ratterndes Stakkato – eine Klapperschlange? Doch es war Anfang April und die Klapperschlangen noch unter der Erde. Es sei denn, der Regen hätte sie herausgespült? Sie atmete ti

 
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