Main Data
Author: Gustav Knudsen
Title: Kristina
Publisher: Books on Demand
ISBN/ISSN: 9783769344851
Series: Die frühen 1980er Jahre - prägend und einprägend
Edition: 1
Price: CHF 8.80
Publication date: 01/10/2025
Content
Category: Contemporary literature (from 1945)
Language: German
Technical Data
Pages: 474
Copy protection: Wasserzeichen
Devices: PC/MAC/eReader/Tablet
Formate: ePUB
Table of contents
Inmitten der ländlichen Hofidylle entfaltet sich ein Netz aus Geheimnissen und leidenschaftlichen Sehnsüchten, das das Schicksal der Hofbewohner auf unvorhergesehene Weise miteinander verknüpft. Während Michelle fest davon überzeugt ist, wieder schwanger zu sein, wird Kristina immer mehr zum festen Bestandteil in Gustavs Leben. Zunächst von Trennungsängsten geplagt, die sich in heftigen Reibereien mit Ingrid entladen, ändert sich Michelles Sichtweise schlagartig durch Kristinas Geständnis vom sexuellen Missbrauch durch ihren Stiefvater. In einem Akt der Solidarität beschließt die Hofgemeinschaft, Kristina finanzielle wie auch emotionale Unterstützung anzubieten. Mit Ingrids psychologischer Hilfe versucht Kristina tapfer, die Schatten der Vergangenheit zu besiegen. Währenddessen findet Willem nach und nach seinen festen Platz innerhalb der Hofgemeinschaft und Spaß daran, sich mit vollem Einsatz einzubringen. Gustav hingegen ist hin- und hergerissen zwischen seinem Versprechen an Michelle und dem verzehrenden Verlangen nach Kristina, die ihn mehr als je zuvor in ihren Bann zieht. In einem Strudel aus Emotionen kämpft er darum, seine Wünsche, Ängste und Loyalitäten in Einklang zu bringen, sieht sich aber schnell mit einer Entscheidung konfrontiert, die nicht nur sein Herz, sondern auch die Beziehung zu Michelle auf eine harte Probe stellen wird. Wird Gustavs und Michelles Liebe groß genug sein, um dieser Zerreißprobe standzuhalten und gelingt es Kristina, mit den Dämonen der Vergangenheit abzuschließen?

Der Autor Gustav Knudsen fand schon in jungen Jahren heraus, dass er es liebte zu schreiben. Erlebtes festzuhalten und mit seiner eigenen Sicht zu interpretieren. Nach einigen beruflichen Ausflügen fand er zu seiner eigentlichen Passion, dem Schreiben zurück. In seiner Buchreihe beschreibt der Autor in kurzweiligen Romanen aus den Lebenserfahrungen des jungen Gustav, die in den 1980er Jahren in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Grossbritannien und Norwegen spielen. Die Bücher sind durchgängig packend geschrieben und fesseln einen von Anfang an. Retrospektiv die Vergangenheit und Jugend durchleben - darum geht es in Gustav Knudsens Romanen. Eine Zeitreise in die 1980er Jahre - Back to the roots. Knudsen erzählt Erlebnisse aus der Ich-Perspektive, nimmt die Lesenden dabei quasi mit in eine andere Zeit. In eine Zeit, in der man noch unsicher war, was man aus seinem Leben machen soll, erreichen will, auf wen man sich verlassen kann. Mit diesen Büchern erhält man einen tiefen und abenteuerlichen Einblick in die Welt eines jungen heranwachsenden Mannes, dessen lektionreiches Leben sich während den 1980er Jahren abspielt. Zudem wird dem Leser durch die gereifte und trotzdem emotionale Sprache das Gefühl gegeben die Konfrontationen des jungen Mannes mit Liebe, Lust und Begierde selbst miterlebt zu haben. Somit sammelt man durch die authentisch übermittelten Aspekte wichtige Erfahrung und Lebenstipps, obwohl man es in der Realität nicht erlebt hat. Der avantgardistisch flüssige Schreibstil des Autors ist versehen mit einem amüsanten, aber auch berührenden Touch, der es dem Rezipienten leicht macht, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Die eloquente Ausdrucksweise des Autors und die in der Ich - Form geschriebene Geschichte lassen mühelos im Kopf des Lesers intensive Bilder der beschriebenen Situationen entstehen, so dass dieser den Eindruck hat, selbst am Geschehen beteiligt zu sein. Hervorragend gelingt es dem Autor, sich als Lebensbeobachter zu betätigen und seinen Hauptakteur in Situationen zu begleiten, mit denen der Rezipient sich mühelos aufgrund eigener Erfahrungen identifizieren kann. Spannend und gefühlvoll geschrieben - immer wieder mit einem unerwarteten Twist, der zum Weiterlesen anreizt.
Table of contents

„Kannibale“


Ingrids Van stand rückwärts eingeparkt vor dem Stall. Daneben ein paar Kunststoffkästen. Mit Pflanzen. Aus dem Teich ragten ein paar Schilfrohre empor. Zumindest sah das so aus. Leopold lief aufgeregt um den Teich umher. Das wollte ich mir aus der Nähe anschauen. Rief ihn direkt herbei. „Leopold. Med meg“. Zweimal lief er am Teichrand hin und her. Bellte. Gab Laut. Kam dann zu mir. Setzte sich neben mich. Auf weitere Anordnungen wartend. „Guter Junge“ strich ich ihm durch das Fell. Das Schilfrohr bewegte sich. Obwohl kein Wind ging. Dann wurde Ingrid sichtbar. Die sich durch eine Handvoll Schilf bewegte. „Schau‘ mal. Habe ich gekauft.“ winkte sie mir zu. „Bist du irre? Willst du dir den Tod holen?“ Lediglich mit einem T-Shirt bekleidet kam sie auf den Rand des Teichs zu, hielt mir ihre Hand entgegen. „Hilf mir mal bitte“. Triefnass zog ich sie heraus. Unter dem Shirt nur einen Slip. Die Nässe der Kleidung zeigte mehr von ihrem Körper als sie verbarg. Ihre Brüste drückten sich durch das Shirt. Eigentlich klebte das Shrit an ihren Brüsten. An ihrem Körper. „Bist du vollkommen irre? Noch ist Winter. Keine Strandsaison“. Ingrid schmunzelte. „Irgendwie müssen die Pflanzen doch in den Teich“.

Mit Schwung zog ich sie an den Rand des Teichs. „Du bist komplett Plemm-Plemm. Willst du dir unbedingt eine Lungenentzündung holen?“ Mit den Fingern glitt sie unter den Rand ihres Slips, zog ihn sich ein wenig in Position. Aus der Poritze heraus. „Ich habe ein paar Pflanzen gekauft“. Das sah ich. „Du kommst jetzt mit. Ins Haus. An den Kamin. Und dann nimmst du eine heisse Dusche. Du hast blaue Lippen. Du bist gestört“.

Michelle kiekste laut auf als wir das Haus betraten. „Was hast du gemacht?“ Noch bevor Ingrid eine Antwort geben konnte, klärte ich Michelle auf. „Die Bekloppte war im Teich“. Schob Ingrid durch, ins Badezimmer. „Unter die Dusche mit dir. Klamotten ausziehen“. Michelle staunte mit grossen Augen.

„Meine Fresse, du hast steifere Brustwarzen als wenn wir im Bett liegen. Du bibberst am ganzen Körper. Du spinnst. Aber echt. Stell‘ dich unter die Dusche. Ich lass‘ dir ein Bad ein. Dann wechselst du direkt. Von der Dusche in die Badewanne“.

Michelle schaute zu mir. „Ich bring‘ Torid zu Bett. Sie muss ein wenig schlafen. Du holst bitte Brennholz“. Zuppelte an Ingrids Kleidung. An den zwei spärlichen Kleidungsstücken. „Los, mach‘ schon. Runter mit den Klamotten. Zieh‘ die nassen Klamotten aus. Unter die Dusche. Wenn ich gleich wiederkomme sitzt du in der Wanne“. Ging mit Torid an mir vorbei. „Was für eine gestörte Else“. Schmunzelte. „Die kann man auch nicht allein lassen. Echt, was habe ich doch für eine beknackte Familie“.

Bevor ich Brennholz holte drehte ich den Wasserhahn zu. Der Teich war schon gut befüllt. Für heute sollte das genügen. Morgen war ja auch noch ein Tag. Und bestimmt würde es morgen auch Wasser geben. Um den Teich weiter zu befüllen. Leopold folgte mir auf Schritt und Tritt. „Hast du gut gemacht“ lobte ich ihn. Konnte das jetzt auch einordnen. Warum er gebellt hatte. Weil Ingrid im Teich rummachte. Er auf sie aufgepasst hatte. Sie natürlich nicht von ihrem eigenen schwachsinnigen Vorhaben abbringen konnte. Aber zumindest auf sie achten. Mir mit seinem Bellen anzeigen wollte, dass irgendwas war. So wie ich das aus dem Fernsehen kannte. Von Lassie. Die ja auch mit Bellen auf was auch immer aufmerksam machen wollte.

 
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