Es war wie immer, wie jeder Dienstag. Wenn ich ehrlich war, unterschied sich kein Dienstag wirklich von einem Mittwoch, einem Sonntag oder irgendeinem anderen Tag der Woche. Meine Zeitstruktur hatte sich im Laufe der Jahre so sehr an die Bedürfnisse meiner sechs Fellbewohner angepasst, dass sie eher einem sich selbst fortschreibenden Tagebuch glich als einem menschlichen Lebensplan.
Ich wachte auf, weil Max sich, wie jeden Morgen, mit der Präzision eines schweigsamen, aber sehr übergewichtigen Weckers auf meinen Brustkorb setzte. Neun haarige Kilo norwegischer Autorität drückten mir die Luft aus den Lungen.
Max war mit seinen vierzehn Jahren der selbsternannte Häuptling unseres Katzenrudels, ein norwegischer Waldkater mit imposantem Format und einem nicht zu leugnenden Hang zum Übergewicht. Er war nicht bösartig, aber zielstrebig, und wenn er Hunger hatte, war ich für ihn der einzige Schalter zwischen „Ich sterbe gleich“ und „Ich bin satt genug, um wieder Häuptling zu sein“.
Ich lebte mit Katzen, weil ich mich irgendwann bewusst dafür entschieden hatte, nicht länger gegen das Chaos anzukämpfen, sondern es mir ins Haus zu holen. Sechs Katzen waren kein Zufall, sondern das Ergebnis vieler Jahre, in denen ich immer wieder nur „vorübergehend“ helfen wollte. Hier ein verletztes Tier, das ich aus dem Straßengraben aufgesammelt hatte, dann eine Katze die zu mir als Pflegestelle kam, da ein Blick, der ein wenig zu lange hängen blieb. Irgendwann war aus dem Plan, nur kurz zu helfen, ein Rudel geworden. Mein Rudel.
Ich hatte keine Kinder, keinen Partner, keine klassische Familie mehr, dafür aber sechs Persönlichkeiten auf vier Pfoten, jede mit eigenen Macken, Eigenheiten und Ansprüchen. Seltsamerweise fühlte sich das für mich richtiger an als alles, was ich zuvor gehabt hatte. Katzen stellten keine Fragen nach Lebensentwürfen, verlangten keine Erklärungen und keine Rechtfertigungen; sie wollten Präsenz, Verlässlichkeit, Futter, und manchmal einfach nur, dass jemand da war, wenn die Welt draußen zu laut wurde.
Vielleicht hatte ich mich deshalb so gut in dieses Leben eingefügt, oder es hatte sich in mich eingefügt; die Grenzen waren fließend geworden. Meine Tage richteten sich nicht nach Terminen, sondern nach Futterzeiten, Schlafplätzen und den unausgesprochenen Gesetzen eines kleinen, eigenwilligen Staates namens „Revier“. Ich war darin weniger Chefin als Versorgerin, Verwalterin, geduldete Mitbewohnerin mit Dosenöffnern, Händen, warmem Schoß und der Fähigkeit, im Notfall Entscheidungen zu treffen – oder zumindest so zu tun.
So begann auch dieser Dienstag. Er glich all