: Frank Lüttig
: Die Entdeckung
: Books on Demand
: 9783695138838
: 1
: CHF 7.90
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 476
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Was, wenn der Tod nicht das Ende ist? Der Neurowissenschaftler Niklas Lindner hat es geschafft: Er liefert den ersten wissenschaftlichen Nachweis, dass das menschliche Bewusstsein über den Tod hinaus fortbesteht. Eine Entdeckung, die alles verändert. Statt Trost bringt sie Angst, Gewalt und den Zusammenbruch vertrauter Ordnungen. Religionen zerfallen, Staaten geraten ins Wanken, Nachbarn werden zu Feinden. Mitten in dieser Weltkrise versuchen Niklas und seine Kollegin Klara, ihren Platz und einen Rest von Menschlichkeit zu finden und vielleicht eine Liebe, die mehr sein könnte als nur ein Halt im Chaos. Ein Roman über die größte aller Fragen: Was bleibt von uns, wenn alles andere vergeht?

Frank Lüttig war über dreißig Jahre in der Justiz tätig, zuletzt als Staatsanwalt und Berater für internationale Projekte. Heute schreibt er Romane, die das Nachdenken über existenzielle Themen in den Mittelpunkt stellen. DIE ENTDECKUNG ist sein literarisches Debüt.

Teil I – Die Entdeckung

Kapitel 1

Er hatte es sich nie so vorgestellt. Nicht den Durchbruch. Nicht den Moment danach. Und ganz sicher nicht sich selbst mittendrin. Prof. Dr. Niklas Lindner war 45, aber er wirkte älter. Nicht äußerlich, eher in der Art, wie er den Raum betrat, wie er in Gesprächen innehielt, als würde er vor jedem Satz ein inneres Gegenargument abwarten. Er war groß, fast hager, mit schmalen Schultern und einem Körper, dem jede Geste der Selbstverständlichkeit fehlte. Seine Bewegungen waren effizient, aber nie beiläufig. Das Gesicht schmal, die Wangen eingefallen, der Blick hell und manchmal leer zugleich – wie bei jemandem, der sich das Sehen abgewöhnt hatte, um besser zu denken. Er trug dunkle Kleidung, meist Hemden ohne Muster, Hosen ohne Aufschlag, Jacken ohne Aussage. Kein bewusster Stil, eher ein Verzicht auf jede Ablenkung. Wer ihn nicht kannte,