: Urs Zingg
: Im freien Fall Ein neuer Colin-Mackenzie-Krimi
: Books on Demand
: 9783695753741
: Die Colin-Mackenzie-Krimis
: 1
: CHF 7.90
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 396
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein ruhiger Job. Ein Neuanfang. Und ein Moment, der alles zerstört ... Colin Mackenzie, Ex-Polizist, arbeitet im Sicherheitsdienst eines Kernkraftwerks an der Küste Cornwalls. Mit Laura an seiner Seite glaubt er, endlich zur Ruhe zu kommen - und die Schatten der Vergangenheit hinter sich lassen zu können. Doch dann kommt ihre Tochter tot zur Welt. Ein Flugzeug stürzt ab. Und Laura verschwindet spurlos in den Highlands. Was wie eine Reihe tragischer Zufälle wirkt, erweist sich als Beginn eines freien Falls. Colin bleibt nur eins: kämpfen- um Laura, um die Wahrheit und gegen eine Macht, die nicht zulässt, dass jemand ihre Verstrickungen ans Licht bringt ... Ein Kriminalroman über Schuld, Täuschung und den Mut, nicht aufzugeben - vielschichtig und berührend bis zur letzten Seite.

Urs Zingg, geboren 1963, lebt mit seiner Frau in der Nähe von Bern. Nach Jahren im Journalismus und als Coach für Jugendliche mit schwierigen Lebensgeschichten widmet er sich heute ganz dem Schreiben. Sein Debütroman"Verloren" (2022) fand ein breites Echo bei den Lesern. Der Kriminalroman"Haus der Engel" (2024) erreichte bei Books on Demand zeitweise Bestsellerstatus. Mit"Im freien Fall" setzt Urs Zingg die Reihe um Ermittler Colin Mackenzie fort - eine Krimiserie, die psychologische Tiefe mit atmosphärischen Schauplätzen verbindet und in den eindrücklichen Landschaften Großbritanniens verwurzelt ist. In seinen Kriminalromanen interessiert sich der Autor für Verbrechen ebenso wie für die gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen sie entstehen. Mehr Informationen zum Autor und seinen Büchern unter www.urszingg.ch

Prolog


Die Sonne stand tief und strahlte mit einer Intensität, als wollte sie den Flughafen ein letztes Mal in ein Gewand aus goldglänzendem Brokat kleiden.

Ian Stewart saß auf einem Wartesitz vor dem Gate und schmunzelte, während er Finley beobachtete, wie dieser seine Nase an der riesigen Scheibe plattdrückte und auf das Rollfeld des Flughafens von Edinburgh hinausblickte. Finleys Augen schienen vor Begeisterung zu leuchten. Ian wusste, dass für seinen Sohn Flugzeuge im Augenblick die Welt bedeuteten. In seinen schmalen Händen hielt der Junge sein speckiges Notizbuch, das er überallhin trug, seit er vor drei Jahren Schreiben gelernt hatte.

«Schau nur, Daddy, das ist ein Airbus A320 von British Airways. Er fliegt nach London-Heathrow. Und da drüben, das ist eine Boeing 737 von KLM, die nach Amsterdam Schiphol fliegt.» Finley blätterte flink durch die Seiten. Vor der Fahrt zum Flughafen hatte er sämtliche Daten zu den Flugzeugen, die heute in Edinburgh starten und landen sollten, im Internet recherchiert. Auf jede Seite seines Büchleins hatte er farbige Haftmarker geklebt, um sich darin rascher zurechtfinden zu können.

Vor lauter Stolz auf das breite Wissen seines Sohnes, zerzauste Ian Finleys rotblondes Haar, das wild und ungebändigt in alle Richtungen stand.

«Du scheinst ja jedes Flugzeugmodell zu kennen. Und was ist mit diesem Großen dort drüben?»

«Äh … das ist eine Boeing 757-200 von Omega Airways.» Es folgte ein kurzer Kontrollblick in seine Notizen. «Sie fliegt nach Boston-Logan. Ui, das ist aber eine alte Maschine, und sie fliegt mit nur zwei Triebwerken über den Atlantik.» Und nach kurzem Zögern: «Das ist ja unser Flugzeug!»

«Genau. In