Prolog
Die Sonne stand tief und strahlte mit einer Intensität, als wollte sie den Flughafen ein letztes Mal in ein Gewand aus goldglänzendem Brokat kleiden.
Ian Stewart saß auf einem Wartesitz vor dem Gate und schmunzelte, während er Finley beobachtete, wie dieser seine Nase an der riesigen Scheibe plattdrückte und auf das Rollfeld des Flughafens von Edinburgh hinausblickte. Finleys Augen schienen vor Begeisterung zu leuchten. Ian wusste, dass für seinen Sohn Flugzeuge im Augenblick die Welt bedeuteten. In seinen schmalen Händen hielt der Junge sein speckiges Notizbuch, das er überallhin trug, seit er vor drei Jahren Schreiben gelernt hatte.
«Schau nur, Daddy, das ist ein Airbus A320 von British Airways. Er fliegt nach London-Heathrow. Und da drüben, das ist eine Boeing 737 von KLM, die nach Amsterdam Schiphol fliegt.» Finley blätterte flink durch die Seiten. Vor der Fahrt zum Flughafen hatte er sämtliche Daten zu den Flugzeugen, die heute in Edinburgh starten und landen sollten, im Internet recherchiert. Auf jede Seite seines Büchleins hatte er farbige Haftmarker geklebt, um sich darin rascher zurechtfinden zu können.
Vor lauter Stolz auf das breite Wissen seines Sohnes, zerzauste Ian Finleys rotblondes Haar, das wild und ungebändigt in alle Richtungen stand.
«Du scheinst ja jedes Flugzeugmodell zu kennen. Und was ist mit diesem Großen dort drüben?»
«Äh … das ist eine Boeing 757-200 von Omega Airways.» Es folgte ein kurzer Kontrollblick in seine Notizen. «Sie fliegt nach Boston-Logan. Ui, das ist aber eine alte Maschine, und sie fliegt mit nur zwei Triebwerken über den Atlantik.» Und nach kurzem Zögern: «Das ist ja unser Flugzeug!»
«Genau. In