Kapitel 5 – Das Geheimnis der Moiren
Die Juwelen materialisierten sich am Rande des majestätischen Grand Canyon, ihre Ankunft begleitet von einem leichten Flimmern der Luft, als ob die Welt selbst auf ihre Präsenz reagierte. Der Canyon erstreckte sich in alle Richtungen, seine mächtigen Felswände wirkten wie uralte Wächter, die die Geschichten der Zeit bewahrten. Doch es war nicht die atemberaubende Landschaft, die ihre Aufmerksamkeit fesselte, sondern die düstere, drückende Aura, die den Ort durchzog.
„Es fühlt sich genauso an wie damals.“, flüsterte Melanie leise, ihre Stimme von einer unheimlichen Mischung aus Ehrfurcht und Unbehagen getragen. „Der Hass, der hier zurückblieb… es ist, als ob er in die Steine selbst eingraviert wurde.“
Die anderen Juwelen nickten schweigend, ihre Blicke wanderten über die zerklüfteten Klippen. Die Energie dieses Ortes war intensiv, eine Mischung aus Zorn, Verlust und unaussprechlicher Macht. Sie wussten, dass dies der Ort war, an dem ihre früheren Seelen ihre letzte Schlacht geschlagen hatten, bevor sie diese Welt verließen. Die Erinnerungen an diesen Kampf mochten verschwunden sein, doch die Wut und der Hass, die hier entfesselt wurden, hatten sich tief in das Land eingebrannt.
„Es ist, als ob die Zeit hier stillsteht.“, murmelte Ciaran, seine Augen auf den Canyon gerichtet.
Die Gruppe machte sich langsam auf den Weg zur Höhle, die tief in den Fels gehauen war. Sie klaffte wie ein uralter Riss im roten Fels, ein schwarzer Schlund, der jedes Licht zu verschlucken schien. Die Wände außen waren vom Wind glatt geschliffen, doch der Eingang wirkte, als hätte etwas Gewaltiges ihn mit bloßen Klauen aufgerissen. Ihre Schritte hallten in der Stille, während sie tiefer in die Schlucht hinabstiegen.
Im Inneren fiel das Tageslicht nur noch als fahle, zerbrochene Streifen auf den Boden. Überall ragten gezackte Felsnadeln aus dem Boden, wie versteinerte Zähne, die bereit waren zu beißen. Die Wände schim