Susan saß auf den weichen Polstern im schönsten Flugzeug, in dem sie sich jemals befunden hatte. Nicht, dass sie schon oft geflogen wäre, nur ein paar Mal, als ihre Eltern sie als Kind zu einer entfernten Tante mitgenommen hatten. Und diese Reise war viel schneller gewesen als damals. Sie war nur etwas mehr als eine Stunde im Flugzeug gewesen, vom Einsteigen bis zur Landung. Jetzt wartete sie darauf, dass das Flugzeug zum Stillstand kam und sich die Tür öffnete.
Ihr Magen kribbelte. Susan atmete tief ein und langsam aus, um ihre Nerven zu beruhigen. Wie würde ihr neuer Ehemann wohl sein? Sie bezweifelte, dass er Wesley ähnlich sein würde, aber das wäre ja auch gut so.
„Mrs. Sanderson?“ Die Stimme des Piloten holte sie in die Gegenwart zurück.
„Ja?“ Sie schaute auf und sah, dass er sie mit besorgtem Blick ansah.
„Wir sind bei Sweetwater angekommen. Ich hole Ihr Gepäck und lasse es für Sie bereitstellen.“
Susan nickte, griff nach ihrer Handtasche und stand auf. Sie hatte nach einem Neuanfang gesucht, und jetzt war es an der Zeit, sich ihm zu stellen. Sie hielt an der Tür inne, bevor sie hinausging, und versuchte sich an den Namen ihres neuen Mannes zu erinnern.
Sanderson, das wusste sie, aber wie war noch mal sein Vorname? Colt? Nein, das war nur ein Teil davon. Colton. Das war es. Wenn sie sich daran erinnern konnte, würde alles gut werden.
Mrs. Creed hatte ihr mitgeteilt, dass es auch ein Kind gab, ein Mädchen, aber sie hatte Susan weder den Namen noch das Alter genannt. Sie hatte ihr nur gesagt, dass von ihr erwartet würde, sich um das Mädchen zu kümmern und es wie ihr eigenes Kind großzuziehen. Susan freute sich darauf, das Mädchen kennenzulernen.
Sie mochte Kinder, und nach den letzten anderthalb Jahren konnte sie etwas Schönes gebrauchen, auf das sie sich freuen konnte, wie zum Beispiel ein kleines Mädchen. Sie konnte genauso gut anfangen.
Susan holte tief Luft, raffte sich auf, trat aus der Tür und hielt kurz inne, um die Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht zu genießen, bevor sie die Treppe hinunterging. Sie hatte kaum den Boden erreicht, als der Pilot mit dem Koffer zurückkam, den Susan nur wenige Stunden zuvor gepackt hatte.
„Danke.“ Sie nahm den Koffer und ging auf das einzige Gebäude zu, das nicht wie ein Hangar aussah. Sie war noch nicht weit gekommen, als ein großer Mann in Jeans, einem Hemd und abgetragenen Stiefeln aus dem kleinen Parkplatz auf sie zukam.
„Susan?“
„Ja, kann ich Ihnen helfen?“
„Ich hoffe doch. Ich bin Colton Sanderson.“
Er machte eine kurze Pause, bevor er die Worte sagte, die sie wie ein Schlag in den Magen trafen. „Ich bin Ihr Ehemann.“
Susan konnte nur hoffen, dass ihr Lächeln trotz seiner Worte und ihrer unerwarteten Wirkung nicht ins Stocken geraten war.
„Freut mich, Sie kennenzulernen.“ Aus Gewohnheit und Instinkt streckte sie ihm die Hand entgeg