: Thomas Schröter
: Die linkesten Orte der Welt
: Books on Demand
: 9783695163915
: 1
: CHF 8.80
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: Geografie
: German
: 332
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die linkesten Orte der Welt liegen nicht nur in Parlamente und Parteizentralen, sondern in Gemeinderäten, Ward-Offices, Kooperativenlagern, Flussgremien, Lohnrunden und Mikronetz-Containern. Dieses erzählende Sachbuch zeigt, wie linke Politik funktioniert, wenn sie liefert: Wasser, Licht, Wege, Schule, Gesundheit, Wohnen, Löhne, Natur. Anhand von Fallorten von Rojava bis Kerala, von Cherán bis Aotearoa, von Kapstadt bis Uruguay destilliert das Buch die Bausteine wirksamer Gerechtigkeit; Reihenfolgen, Rollen, Rechenschaft. Ein Werkzeugkasten für Kommunen, Aktivist:innen, Studierende und alle, die wissen wollen, wie man den ersten Kilometer baut und hält.

Thomas Schröter ist Schriftsteller und Philosoph, der sich intensiv mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Technik, Gesellschaft und menschlichem Denken beschäftigt. In seinen Werken erforscht er die Grenzen der Freiheit, die Macht der Überwachung und die Verbindung zwischen Individuum und Gesellschaft. Mit scharfsinnigen Analysen und fesselnden Geschichten entwirft Schröter dystopische Welten, die beunruhigend real wirken, und stellt grundlegende Fragen über die Zukunft der Menschheit.

Kapitel 1 Was heißt links heute Eine Arbeitsdefinition für Leserinnen und Leser


Links ist ein Wort, das in Debatten oft wie ein Etikett benutzt wird und doch im Alltag von Institutionen, Gesetzen und Gewohnheiten lebt. Wer links sagt, meint selten nur eine Partei oder eine historische Tradition, sondern verweist auf ein Bündel an Zielen, Maßstäben und Methoden. In diesem Buch verwenden wir links nicht als Glaubensbekenntnis und nicht als Abgrenzungsmarke, sondern als Beschreibung einer politischen Praxis. Diese Praxis lässt sich beobachten, messen, kritisieren und verbessern. Sie beginnt im Konkreten und bleibt dort verwurzelt, wo Menschen wohnen, lernen, arbeiten, pflegen, streiten und entscheiden. Damit Lesende die folgenden Kapitel einordnen können, klärt dieses erste Kapitel den Begriff im erzählerischen, aber präzisen Sinn. Es bietet eine Arbeitsdefinition, die auf Werten, Institutionen und überprüfbaren Ergebnissen basiert, und unterscheidet links von benachbarten, teils verwandten, teils gegensätzlichen Konzepten.

Werte statt Etiketten die vier Säulen

Links ist zunächst eine Antwort auf die Frage, wie Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Demokratie zusammengedacht werden können, ohne dass eine dieser Säulen die anderen verschlingt. Freiheit meint dabei nicht nur die Abwesenheit von Zwang, sondern die reale Möglichkeit, Entscheidungen zu treffen, die das eigene Leben tragen. Diese Möglichkeit entsteht selten im luftleeren Raum. Sie braucht Einkommen, Zeit, Bildung, Gesundheitsversorgung, Schutz vor Willkür, Schutz vor Diskriminierung. Gleichheit ist in diesem Verständnis keine Gleichmacherei, sondern die bewusste Korrektur jener Zufälle der Geburt und jener Ungleichheiten der Märkte, die Menschen systema