: Corinna Weber
: Das Rätsel von St. Peter Ording Kommissar Hansen und der gestohlene Mord
: Books on Demand
: 9783695178438
: Das Rätsel
: 1
: CHF 8.80
:
: Krimis, Thriller, Spionage
: German
: 238
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Serienkiller oder vielleicht ein Trittbrettfahrer? Ludger Bär, Hauptkommissar und Leiter der Polizeidienststelle St. Peter Ording ist fassungslos. Kurz vor seiner Pensionierung verteilt jemand Gliedmaße in seinem schönen Örtchen. Der Fall scheint aussichtslos, bis Ludger eine zündende Idee hat: Knut Hansen muss her und ihn bei der Auflösung dieses verzwickten Falles unterstützen. Schließlich hatte der vor nicht allzu langer Zeit ein ganz ähnliches Problem auf seiner Heimatinsel Föhr. Umgeben von skurrilen und ganz besonderen Verdächtigen, renitenten Kollegen und der (eigentlich) entspannten Kulisse St. Peter Ordings tauchen Knut und sein Freund und Kollege Kilian tief ein in eine Welt voller Leidenschaft, Eifersucht und anatomischen Besonderheiten. Der vierte Krimi der Odenwälder Autorin rund um Kriminalhauptkommissar Knut Hansen ist wie gewohnt sehr humorig, absolut spannend mit vielen überraschenden Wendungen und verspricht erneut mörderisch gute Unterhaltung.

Ich bin eine 49jährige verheiratete Frau und Mutter von drei wundervollen Töchtern. Und seit 25 Jahren mit ein und demselben Mann verheiratet. Wir wohnen in einem schönen Eigenheim in Wald-Michelbach an der Bergstraße. Unsere große Tochter wird im Mai 25 Jahre alt, unsere mittlere auch im Mai 13 Jahre. Sie ist ein Extremfrühchen und von Geburt an körperlich schwerstbehindert. Ich pflege sie und bin in Folge dessen Zuhause. Unsere jüngste Tochter Ronja wurde im September 2019 elf Tage vor ihrem zweiten Geburtstag von einem Auto überfahren. Ich bin also eine liebende und trauernde Mutter gleichermaßen. An manchen Tagen reißt mir die Trauer den Boden unter den Füßen weg, an anderen Tagen kann ich einigermaßen gut damit umgehen. Ich selbst habe seit Dezember 2002 Multiple Sklerose, bin aber körperlich, trotz einiger massiver Schübe, noch ziemlich fit. Ich bin zwar weder sportlich noch wirklich ausdauernd, erledige aber noch konsequent alle Arbeiten in Haus und Garten, sowie es meine tagesaktuelle körperliche (und vor allem emotionale) Verfassung zulässt. Meine großen Hobbys sind das Backen, kochen und singen (ich habe zwei Jahre lang Gesang studiert und sogar schon ein eigenes Lied geschrieben und veröffentlicht. Löwenbaby, auf YouTube zu finden.) Außerdem werkele ich gerne im Garten und dekoriere für mein Leben gern. Wobei ich mich da eher für die maritime Richtung, im speziellen Anker, entschieden habe. Und Blumen... Blumen funktionieren immer. Ich bin ein sehr extrovertierter (und größtenteils sehr charmanter) Mensch und gehe meist offen auf die Menschen zu. Man sagt mir eine gute Portion Sarkasmus und Ironie nach, ich liebe guten Humor und feinsinnige, intelligente Menschen. Außerdem bin ich der Optimismus in Person, meine beste Freundin bezeichnet mich gerne als Proton (positiv geladenes Teilchen). Für mich zählt das Motto Das Leben geht IMMER irgendwie weiter und Aufgeben ist KEINE Option. Im wahren Leben bin ich examinierte Krankenschwester, kann aber aufgrund unserer behinderten Tochter (und mittlerweile auch wegen meiner körperlichen Verfassung) nicht mehr in diesem Beruf arbeiten.

Kapitel 6 - Dreifach gemoppelt hält besser


Als Knut um 16:35 Uhr aus dem Leichtflugzeug auf dem Flugplatz St. Peter Ording stieg hatte es leicht zu regnen begonnen. Ludger stand mit dem Polizeiauto vorm Zaun und winkte. Knut stiefelte mit seiner kleinen Reisetasche im Schlepptau auf ihn zu. Freudig begrüßten sie sich.

„Mensch Ludi, dich habe ich ja echt ewig nicht mehr gesehen. Und wie ich sehe, werden wir beide offensichtlich nicht jünger. Du hattest früher auf jeden Fall weniger Gesicht.“

Er lachte laut auf. Ludger Bär hatte zu ihren Zeiten auf der Polizeiakademie dunkelblondes, leicht gelocktes Haar, dass ihm lässig in die Stirn gefallen war. Knut konnte sich noch erinnern, dass sich sein Kollege damals vor schmachtenden Frauenblicken kaum retten konnte. Mittlerweile war von der Lockenpracht allerdings kaum noch etwas übriggeblieben. Ein Kranz dünner grauer Haare wand sich rund um seinen Kopf, während die Stirn und der Oberkopf absolut kahl waren. Ludger strich sich lächelnd über die kleine Glatze und die Falten rund um seine aufblitzenden, dunkelblauen Augen wurden noch ein wenig tiefer, als er lachend erwiderte:

„Dafür hatte ich dich erheblich unrunder in Erinnerung. Den Verbrechern hinterher zu rennen überlässt du wohl eher den anderen, was?“

Sie knufften sich gegenseitig in die Rippen. Knut wurde sekundenlang ein wenig schwermütig. Ludger hatte ja recht, hin und wieder kam er sich vor wie ein schwerfälliges Walross, dass sich mit Müh und Not von Klippe zu Klippe hangelte. Er musste dringend mit Anita reden. Schließlich war sie ja zum größten Teil mit Schuld an seinem figürlichen Fiasko. Sie musste ab jetzt gesünder und fettarmer kochen und er würde sich mehr bewegen. Alleine bei dem Gedanken fühlte er sich schon mindestens 15 Kilo leichter und mit diesem festen Vorsatz ließ er sich auf die Beifahrerseite des Streifenwagens fallen. Ludger umrundete den Wagen und nahm auf dem Fahrersitz Platz.

„Die Kripo kommt gegen 18:00 Uhr, die haben wohl keinen früheren Flug bekommen. Bis dahin würde ich dir einfach schon mal die Fundorte der Körperteile zeigen. Oder was meinst du?“

Er startete den Wagen und fuhr rückwärts auf den Weg, der sie zurück zur Landstraße und nach St. Peter Ording bringen würde.

„Wie lange kannst du eigentlich bleiben?“ Vorsichtig schielte er hinüber zu Knut. Der starrte aus dem Fenster. Die Felder rechts und links der Straße waren noch kahl, der leichte Regen ließ ab und zu den Scheibenwischer anspringen und der Himmel war wolkenverhangen. Gut, so ein Wetter kannte er natürlich von Föhr auch, aber irgendwie erschien es ihm hier trotzdem trostloser als auf seiner Heimatinsel.

„Ich denke mal, vorerst bis am Freitag. Vielleicht haben wir ja bis dahin schon weitreichende Erkenntnisse.“

Sein Bauch meldete sich lautstark zu Wort. Leider war ihm Anitas Backfisch und der Kartoffelsalat ja nun durch die Lappen gegangen. Ludger sah ihn feixend an.

„Ok, Planänderung. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp im Café „Meiforth“. Dort gibt es