Kapitel 1
Sanft berührte das Licht die Rückkehr des Tages.
Ein Hauch flüsterte ihr ihren Namen ins Ohr.
Pionéa.
Sie atmete tief ein und kehrte zurück.
Spürte dem Gespräch mit ihrem Vater nach.
Alles in seiner eigenen Gegenwart.
Langsam öffnete sie die Augen.
Über ihr erwachte die Dämmerung.
Behutsam drehte sie den Kopf. Zwischen den vom Wind bewegten Gräsern saß ein Hase, betrachtete sie und verschwand dann mit weißem Hinterteil in den Dünen.
Das Meer rauschte dumpf und gleichmäßig.
Die Gräser flüsterten vom Erwachen des Tages.
Pionéa richtete sich auf. In der Dämmerung erreichten helle Wellenkämme auf schwarzem Wasser den sanft schimmernden Strand.
Sie taten es ruhig und gelassen.
Unweit des Strandes zeichneten sich dunkel kleine Inseln ab, die jetzt keine Inseln waren. Das Wasser hatte sich zurückgezogen. In diesem Zwischenreich, mal Land, mal Meer, standen die Vögel noch reglos und warteten auf das erste Licht.
Die Dämmerung hatte es nicht eilig. Die Vögel wussten das und ruhten geduldig im Verborgensein. Pionéa konnte sich noch daran gewöhnen, dass sie dieses Zwischenlicht länger auskosten konnte, als sie es gewohnt war.
Sie lauschte dem Licht entgegen. Stand auf.
Das Rauschen der Wellen wurde heller. Der Wind spielte mit ihrem Haar wie mit den Gräsern. Sie spürte den Boden unter ihren Füßen und stand still. Schaute. Horchte. Die Wellen und die Steine erzeugten zusammen einen Klang, als würden Mönche in tiefen Tönen heilige Texte singen.
Alles bewegt sich, klangen die Wellen durch Pionéa. Nichts verändert sich so, dass es nicht wiederkehrt, sang die Dämmerung. Alles, was sich verändert, verändert sich, weil es wiederkehrt, sagte ihr