Rückkehr
Ich kehre zum Platz meiner Kindheit zurück. Ich weiß eigentlich nicht, wie ich hierhergekommen bin. Es ist früher Morgen, und ich trage einen Sack voll mit Küchenabfällen über die Dorfstraße auf ein kleines Feld, wo früher eine Scheune gestanden ist. Jetzt ist es nur mehr Ablagerungsplatz für Müll und Gestein. Im hinteren Teil des verwahrlosten Felds befindet sich ein Komposthaufen.Unkraut wuchert überall. Plötzlich sehe ich einen Knochen, der unter dem Schutt von alten Ziegeln und dem wild wachsenden Unkraut begraben ist. Ich bücke mich und hebe ihn auf. Es ist ein Beckenknochen. Wie kommt er hierher? Er schaut sehr zierlich aus und scheint von einem Kind zu stammen.
Ich hebe den Beckenknochen auf, lege ihn in den kleinen Müllsack, den ich mitgebracht habe, und beginne mit der Suche nach anderen Knochen. Ich finde noch ein Bruchstück von einem Finger und lege es vorsichtig zu dem Beckenknochen.
Als mir bewusst wird, dass ich die Knochen eigentlich gar nicht genau betrachtet habe, will ich sie wieder aus dem Müllsack holen, doch sie haben sich schon mit den Küchenabfällen vermischt. Eigenartigerweise ist auch eine Menge Kuhmist dazugekommen. Ich kann die Knochen nicht mehr finden,leere den Sack auf dem Komposthaufen aus und bin erstaunt, dass die Knochen auch durch diesen Akt nicht mehr zum Vorschein kommen. Ich beschließe, das Geheimnis dieses Fundes später zu erforschen.
Auf dem Weg zurück in den Hof spüre ich plötzlich einen großen Sog – eine unglaubliche Kraft bemächtigt sich meiner im unteren Teil meines Körpers. Sie zieht mich vorwärts. Ich kann ihr nichts entgegensetzen. Je näher ich an die Häuser meiner Vergangenheit komme, desto stärker wird der Sog. Es kribbelt in meinem Genitalbereich, und der Boden tut sich wie eine Rinne oder vielmehr wie eine tiefe Ackerfurche vor mir auf. Er zieht mich durch die Furche, mein Oberkörper ist jedoch in der Luft. Dann reißt er mich mit sich fort, und ich werde in das Zimmer meiner Großmutter getragen.
Meine Großmutter ist schon lange tot. Ihre Wohnung ist bereits vor Jahrzehnten umgebaut worden und wird jetzt anders genutzt. Zu meiner Überraschung finde ich sie unverändert vor, ganz wie vor den Neuerungen. Gleich links von mir steht der beigefarbene, rechteckige Kachelofen, den sie immer überheizt hat. Er scheint auch heute warm zu sein. Die Nähmaschine, auf der ich alle meine Puppenkleider nähen durfte, befindet sich neben der Tür ins Schlafzimmer. Auf dem verschnörkelten Thonet-Blumentisch stehen Blumentöpfe auf edlen Meissner Porzellantellern. Wasser hat sich dort angesammelt – meine Großmutter hat ihre Pflanzen immer zu stark und vor allem zu oft gegossen. Sogar ihr kleines Radio auf dem Kasten neben der Stehlampe is