Wie du die Techniken und Werkzeuge der Stegreifrede für deine professionelle Moderation nutzt
Wenn du die Stegreifrede trainierst, verbesserst du dein Sprechdenken. Du bist kreativer, schlagfertiger, flexibler, spontaner und bringst deine Gedanken in Form. Eine Stegreifrede zu halten bedeutet auch, Mut und Entscheidungsfreudigkeit an den Tag zu legen. Wenn in deiner Moderation etwas Überraschendes passiert, die Technik ausfällt oder ein Gast nicht kommt, dann triffst du für deine Reaktion eine Entscheidung. Du benötigst Mut für deine Entscheidung. Dein Publikum erwartet von dir, dass du dich entscheidest, wie es mit der Veranstaltung weitergeht.
Ergänzt mit Grundregeln aus dem Improvisationstheater hast du mit der Stegreifrede ein unschlagbares Instrument in deinen Händen, um spontanen Herausforderungen gewachsen und nie mehr sprachlos zu sein. Du wirst sicher und souverän auf der Bühne. Häufiges und regelmäßigesTraining ist jedoch Voraussetzung dafür.
Was? Ich soll reden, jetzt und gleich?
Zehn Malerinnen sitzen bei ihrer eigenen Vernissage auf der Bühne eines Kunst-Cafés in Hamburg-Niendorf. Doch statt fröhlicher herrscht gedrückte Stimmung, man sieht nur ernste Gesichter. Was ist da los? Ich spüre, dass auf der Bühne etwas nicht in Ordnung ist. Die Moderatorin moderiert die Malerinnen in einer seltsam anmutenden Atmosphäre an. Freude kommt nicht auf, die Stimmung ist auf dem Nullpunkt. So eine Stimmung überträgt sich nicht selten auf das Publikum.
Was ist da passiert?
Die Malerinnen sollen sich selbst vorstellen. Das ist normalerweise kein Problem. Wenn jemand jedoch nur selten bis nie vor Menschen bzw. auf einer Bühne gesprochen hat, kann das eine große Hürde sein. Offenbar ist das bei den Malerinnen der Fall. Zudem wurden sie erst am Abend der Vernissage darüber informiert, dass es diese Vorstellungsrunde gibt. Hier hat die Moderatorin in der Vorbereitung ihren Job nicht gemacht; sie hätte sich im Vorfeld von den Malerinnen ein Feedback dazu einholen müssen, ob sie sich selbst vorstellen möchten. Dann hätten sich alle darauf einstellen können. In der aktuellen Situation fühlen sich die Künstlerinnen offensichtlich unwohl. Die Moderatorin hat deshalb einenschweren Stand. Das Publikum hat die Unstimmigkeit auf der Bühne wahrgenommen.
Damit du in deiner Moderation nicht sprachlos bist, sind die Methoden und Werkzeuge der Stegreifrede ein hervorragendes Mittel, um dich auf so eine Situation vorzubereiten.
Von jetzt auf gleich eine Rede halten, eine Präsentation übernehmen oder einfach das Wort ergreifen zu müssen, kann uns allen zu jeder Zeit an jedem Ort passieren. Selbst Moderator*innen sind davor nicht gefeit, dass etwas Unvorhergesehenes passiert oder gründlich schiefläuft und sie spontan reagieren müssen.
Wenn dir so etwas passiert, stehst du als Moderator oder Moderatorin im Mittelpunkt. Führung ist Aufgabe des Moderierenden. Spontanität ist gefragt. „Sei nicht planlos, lass den Plan los“ ist in diesen Situationen dein Weg. Wenn in deiner Moderation plötzlich die Technik ausfällt oder der Gast noch nicht da ist, ist Spontanität deine Option, dem Publikum Orientierung zu geben. Du gestaltest die Atmosphäre positiv und lässt dich nicht aus dem Konzept bringen.
Spontanität ist eine Fähigkeit, die es dir erlaubt, auf Überraschungen positiv zu reagieren. Damit erreichst du beim Publikum Klarheit. Das Tol