: Colleen McCullough
: Die Wasser des Rubikon Historischer Roman | Masters of Rome 7 - Epische Schlachten und brillante Intrigen
: dotbooks
: 9783989527485
: Masters of Rome
: 1
: CHF 3.60
:
: Historische Romane und Erzählungen
: German
: 1032
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die Würfel sind gefallen - der mächtigste Feldherr der Antike überschreitet den Rubikon ... und wird zur Legende. 54 v. Chr.: Kein Mann in der Geschichte Roms war je so verehrt und so gefürchtet wie Julius Caesar. Nach der Invasion Britanniens und inmitten zahlreicher Schlachten in Gallien scheint er wahrlich unbesiegbar und unzählige Männer lassen ihre Leben für seine glorreichen Siege. Doch in den Straßen Roms wächst das Misstrauen gegenüber seinem Machthunger und im Senat brodelt es. Um seine Stärke zu demonstrieren, überquert Caesar den Rubikon mit all seinen bewaffneten Truppen - und zieht gen Rom. Doch einer steht ihm noch entgegen: sein engster Freund und verbittertster Feind Pompeius ... Dieser letzte Kampf wird sein Schicksal entscheiden: gewinnt Caesar die Alleinherrschaft - oder steht ihm der Tod bevor? Das fesselnde Finale der »Masters of Rome«-Reihe von Bestsellerautorin Colleen McCullough - ein Muss für Fans von Robert Fabbri und Simon Scarrow!

Colleen McCullough (1937-2015) wurde in Wellington geboren und wuchs in Sydney auf. Nach einem Studium der Neurologie arbeitete sie in verschiedenen Krankenhäusern in Australien und England, bevor sie einige Jahre nach Amerika ging, um an der Yale University zu forschen und zu lehren. Hier entdeckte sie auch ihre Liebe zum Schreiben, wobei ihre ersten beiden Romane, »Eine Liebe an der roten Küste« und »Die Dornenvögel«, direkt zu internationalen Bestsellern aufstiegen. Colleen McCullough veröffentlichte bei dotbooks Ihre Romane »Die Frauen von Missalonghi«, »Die Stadt der Hoffnung« und »Eine Liebe an der roten Küste«. Außerdem erschien von der Autorin das mitreißende Historienepos »Masters of Rome« mit den Einzeltiteln »Adler des Imperiums«, »Die Krone der Republik«, »Günstlinge der Götter«, »Das Blut des Spartacus«, »Caesars Frauen«, »Tochter des Adlers« und »Die Wasser des Rubikon«.

Kapitel 2


Für einen Briten war die Hauptfestung des Cassivellaunus und seines Stammes der Cassier uneinnehmbar. Sie stand auf einer steilen, runden Anhöhe, umgeben von gewaltigen, mit Palisaden verstärkten Erdwällen. Die Römer hatten sie bisher nicht finden können, da sie inmitten eines riesigen, undurchdringlichen Waldes lag, doch Mandubracius und Trinobellunus führten Caesar auf dem schnellsten Wege hin.

Cassivellaunus war verschlagen. Nach der ersten offenen Feldschlacht, die er verloren hatte, als die Haeduer ihren Schrecken vor seinen Kriegswagen überwunden und entdeckt hatten, daß man mit ihnen leichter fertig wurde als mit germanischen Reitern, hatte er eine des großen Zauderers Fabius würdige Hinhaltetaktik eingeschlagen. Er entließ seine Fußsoldaten und folgte der römischen Heereskolonne stattdessen mit viertausend Streitwagen. Führte der Marsch die Römer durch Wald, brachen die Wagen unerwartet zwischen den Bäumen hervor, zwischen denen kaum Platz für sie war, und griffen Caesars Legionäre an, die angesichts dieser archaischen Kriegsgeräte von Panik ergriffen wurden.

Sie waren auch unbestreitbar furchteinflößend. Rechts vom Fahrer stand der Krieger, den Speer wurfbereit in der rechten, weitere Speere in der linken Hand. Sein Schwert steckte in einer Scheide, die an der kurzen, geflochtenen Wagenwand rechts von ihm befestigt war. Er kämpfte fast nackt, vom unbedeckten Kopf bis zu den bloßen Füßen mit wilden Spiralmustern in blauer Farbe bedeckt. Wenn er seine Speere geworfen hatte, zog er das Schwert und lief mit akrobatischem Geschick auf der Stange zwischen den beiden kleinen Pferden, die den Wagen zogen, nach vorn, während der Fahrer den Wagen in die römischen Soldaten hineinlenkte. Von dem erhöhten Standplatz auf der Stange sprang er dann zwischen die trabenden Hufe und schlug mit seinem Schwert ungehindert zu, während die Soldaten den auf sie zurasenden Hufen auswichen.

Doch als Caesar jenen letzten Marsch auf die cassische Festung antrat, hatten seine geduldigen Legionäre von Britannien, Streitwagen und gekürzten Essensrationen endgültig genug, von der schrecklichen Hitze ganz zu schweigen. Sie waren Hitze gewohnt; sie konnten mit nur einem gelegentlichen Tag Pause fünfzehnhundert Meilen in größter Hitze marschieren, bepackt mit fünfzehn Kilogramm schwerem Gepäck an einem über die linke Schulter geschwungenen gegabelten Stock und unter dem Gewicht eines zehn Kilo schweren, knielangen Kettenpanzers, der durch den Gürtel, an dem Schwert und Dolch hingen, an den Hüften gehalten wurde, um die Schultern von einem Teil seines Gewichts zu entlasten. Doch was sie nicht gewohnt waren, war die übergroße Schwüle. Sie hatte das Marschtempo auf dieser zweiten Expedition so sehr verlangsamt, daß Caesar die geplanten Tagesetappen neu hatte berechnen müssen. Waren in Italia und den spanischen Provinzen bei normaler Hitze dreißig und mehr Meilen am Tag möglich, so waren es in britannischer Hitze nur fünfundzwanzig.

An diesem Tag war das Wetter allerdings erträglicher. Sie hatten die Trinobanten und eine kleine Abteilung Fußsoldaten im Lager als Besatzung zurückgelassen und konnten ohne Gepäck ausmarschieren, die Helme auf dem Kopf und die Wurfspieße in der Hand statt auf dem jeweils acht Mann zugeteilten Maultier. Als sie in den Wald kamen, waren sie bereit. Caesars Anordnungen waren klar gewesen: Weicht keinen Fußbreit zurück, wehrt die Pferde mit den Schilden ab, zielt mit den Lanzen auf die blaubemalte Brust der Fahrer und knöpft euch dann mit den Schwertern die Krieger vor.

Um seine Männer bei Laune zu halten, marschierte Caesar selbst in der Kolonne mit. Die meiste Zeit ging er zu Fuß, sein Pferd bestieg er nur, wenn er in die Ferne sehen wollte. Normalerweise ging er inmitten seines Stabes von Legaten und Tribunen, an diesem Tag allerdings neben Asicius, einem jungen Zenturio der Zehnten. Unterwegs scherzte er mit den Leuten vor und hinter ihm.

Dann kam der Angriff. Die Streitwagen griffen den hinteren Teil der vier Meilen langen römischen Kolonne an, doch gerade noch so weit vor der Nachhut aus Reitern der Haeduer, daß diese nicht eingreifen konnten. Der Weg war schmal, die Streitwagen überall. Doch diesmal drängten die Legionäre die Pferde mit vorgehaltenen Schilden beiseite, schleuderten ihre Speere auf die Fahrer und gingen dann auf die Krieger los. Sie hatten genug von Britannien, wollten aber nicht nach Gallien zurückkehren, ohne wenigstens einige cassische Wagenlenker niederzumetzeln. Und im Nahkampf war das gallische Lang