: Lucy Jane Wood
: Rewitched Ihr bleiben dreißig Tage, um ihre Magie wiederzuerwecken. Sunday Times Bestseller. Cosy Fantasy Romance
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783751784030
: 1
: CHF 11.70
:
: Fantasy
: German
: 431
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Ihren 30. Geburtstag hatte sich Belladonna Blackthorne anders vorgestellt: Statt eine Party zu feiern, wird sie vor den Hexenzirkel zitiert. In sechs Prüfungen soll sie zeigen, ob sie ihrer Magie überhaupt noch würdig ist - andernfalls könnte sie ihre Kräfte für immer verlieren.

Denn Belle hat ihre Zauberkräfte ganz schön vernachlässigt. Sie hat mit ihrer Arbeit in dem kleinen, aber feinen BuchladenLunar Books und dem täglichen Kampf gegen ihren toxischen Chef schon genug zu tun - zumal sie zugleich ihre Kräfte vor den Nicht-Hexen um sie herum verbergen muss.

Als sich merkwürdige Ereignisse häufen und jemand offenbar um jeden Preis verhindern will, dass sie Erfolg hat, braucht Belle jede Unterstützung, die sie kriegen kann: von den Frauen an ihrer Seite - und von einem (sehr attraktiven) Wächter, der geschworen hat, sie zu beschützen ...

»Ein Becher heiße Schokolade in Buchform« Libby Page

Übersetzt von Susanne Gerold und Tamara Reisinger



<p><strong>Lucy Jane Wood</strong> ist Online Content Creator mit über 200.000 Abonnent:innen auf YouTube und zahlreichen Follower:innen auf Instagram und TikTok. Sie hat früher regelmäßig Artikel für die Magazine<i><b>COS OPOLITAN UK</b></i> und<i><b>MARIE CLAIRE US</b></i>verfass . Lucy liest leidenschaftlich gern und liebt Cosiness in allen Facetten. Sie stammt von der Wirral-Halbinsel im Nordwesten Englands. Heute lebt sie mit einer sehr anhänglichen Katze in London.</p>

Kapitel EinsEtwas Böses liegt in der Luft


Eine Hexe wird es immer spüren, wenn sie sich in der Gegenwart einer anderen Person mit magischen Fähigkeiten befindet. Noch bevor sie einander vorgestellt werden und sich irgendeine Magie offenbart, nimmt sie deren Präsenz unbewusst wahr. Zuerst spürt sie es auf der Haut. Es beginnt mit einem Prickeln wie von Limonade oder elektrostatischer Aufladung, und auf ihren Armen bildet sich eine Gänsehaut, bis sie schließlich erschaudert. Sie wird auch eine Veränderung der Luft wahrnehmen, die plötzlich anders schmeckt – schärfer, süßer, beinahe kupfern. Dann kommt der ausgeprägte Geruch nach Erde und Asche und karamellisierten Äpfeln hinzu, und all das vermischt sich schließlich zu dem berauschenden Duft von etwas, das sich nur als Gefühl von wohlige Wärmer, von Zuhause beschreiben lässt. Insbesondere das Knistern und Kribbeln in ihren Ohren und an den Daumen wird ihre Intuition auslösen. Schon das leise Geräusch der Schritte einer Hexe würden sie aufhorchen lassen.

Leider hatte sich ein derart wertvolles Wissen darüber, wie diese Dinge funktionieren, für Belle bislang als überflüssig erwiesen, denn mit ihren neunundzwanzig Jahren, 363 Tagen und einer Handvoll Stunden war sie noch nie einer anderen Hexe begegnet. Abgesehen von ihrer Mutter, natürlich, und von ihrer Großmutter, die vor einigen Jahren durch den Schleier auf die andere Seite getreten war. Als Belle fünfzehn geworden war, hatten ihr die zwei Vorsitzenden des Hexenzirkels zwar einen kurzen, überraschenden und irgendwie unangenehmen Besuch abgestattet, um den langen Prozess der Entfaltung ihrer Magie in Gang zu setzen. Doch Belle erinnerte sich nicht mehr so richtig daran, da sie die ganze Sache ziemlich peinlich gefunden und sich den Großteil der Zeremonie hinter ihren Haaren versteckt hatte. Dabei hatte sie sich inständig gewünscht, dass endlich alles vorbei war. Seit ihre Magie erweckt worden war, hatte sie keinen Kontakt mehr zum Zirkel gehabt, sondern man hatte sie – wie es üblich war – sich selbst überlassen.

Da aber die friedlichen, weichherzigen Zaubersprüche ihrer Mutter Teil ihrer Kindheit gewesen waren, hatte sie immer dieses tief verwurzelte Gefühl gehabt, von Magie umgeben zu sein. Und weil die Magie immer da war, hatte es auch nie den einen großen Augenblick der Erkenntnis gegeben. Vielmehr spülte die Magie, die von ihrer Mutter Bonnie ausging, immer über sie hinweg, sobald sie in der Nähe war, weshalb Belle sie kaum noch wahrnahm.

Sie hatte schon vor langer Zeit aufgehört, sich vorzustellen, wie es wäre, einer anderen Hexe zu begegnen. Es gab nicht mehr viele ihrer Art, und offenbar wurden es mit jeder Generation weniger. Belle hatte nicht die Absicht, die anderen ausfindig zu machen und sich damit Probleme zu schaffen. Sie führte ein ruhiges Leben in einer Nichthexenwelt, und das war für sie mehr als in Ordnung.

»Belle, was habe ich dir zu den Treuekarten gesagt? Es kostet mich ein Vermögen, wenn du einfach so Punkte verteilst.«

Violet war eine mustergültige Geschäftsfrau. Ihre teuren Kostüme waren immer in einem zarten Blau- oder Violettton gehalten (eine jahrzehntelange Gewohnheit, die mit ihrem farbenprächtigen Namen einherging), und ihre silbergrauen Haare wurden zweimal in der Woche neu gelegt. Inzwischen ging sie langsam, aber zielstrebig an einem eleganten silbernen Stock, und sie hatte schon immer eine beeindruckende Sammlung von erlesenen Schals und Tüchern besessen. Belle war sich sogar fast sicher, dass Violet in all den Jahren, die sie nun schon bei Lunar Books arbeitete, noch nie zweimal dasselbe Tuch oder denselben Schal getragen hatte.

Obwohl Vi nach wie vor die Geschicke der Buchhandlung leitete, hatte sie die Zahl ihrer Besuche seit einiger Zeit reduziert und kam nur noch ein- oder zweimal in der Woche rein. Dann pfl