: Julia Reymers
: Das kleine Haus in der Heide, Die kleine Gärtnerei in der Heide& Die kleine Mühle in der Heide Drei Romane in einem eBook
: dotbooks
: 9783989527119
: 1
: CHF 4.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 1044
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein kleines Dorf, seine urigen Bewohner und jede Menge Liebeschaos DAS KLEINE HAUS IN DER HEIDE: Um sich endlich ihren Traum vom Häuschen in der Lüneburger Heide zu erfüllen, legt sich Lene im kleinen Dorf Bienenbeek kräftig ins Zeug: Während sie den geselligen Landfrauen beitritt, versucht ihr Mann Matthias bei der Freiwilligen Feuerwehr sein Glück. Doch als plötzlich Lenes Exfreund Chris auftaucht und für Trubel sorgt, weiß sie bald nicht mehr, wo ihr der Kopf steht ... DIE KLEINE GÄRTNEREI IN DER HEIDE: Nach einer Pechsträhne erscheint Sophie die unerwartete Erbschaft einer Heidegärtnerei wie ein Wink des Schicksals. Bald verliebt sie sich in das alte Bauernhaus und fühlt sich unter den Bienenbeekern ganz zu Hause. Sophie kommt die verwegene Idee, die alte Gärtnerei wiederzueröffnen - wäre da nicht ihr einstiger Kindheitsfreund Sebastian, der versessen darauf scheint, ihre Pläne zu durchkreuzen ... DIE KLEINE MÜHLE IN DER HEIDE: Lotte ist außer sich vor Freude, als sie die Chance bekommt, sich als Hochzeitsplanerin in der Lüneburger Heide selbstständig zu machen. Als Location stellen ihr die Bienenbeeker eine romantische Windmühle zur Verfügung. Leider hält die Braut so gar nichts von einer rustikalen Feier auf dem Land. Und warum muss Heidschnuckenschäfer Max immer amüsiert zusehen, wenn Lotte von einem Chaos ins nächste stolpert? Eine herzerwärmender Cosy-Romance-Sammelband für alle Fans von Manuela Inusa und Laurie Gilmore

Julia Reymers, geboren 1989 in Hamburg, studierte Germanistik und Geschichte in ihrer Heimatstadt. Sie ist als Lehrerin tätig und vor Kurzem mit ihrer Familie in die Lüneburger Heide gezogen. Wenn sie dort nicht gerade auf der Suche nach Ideen für romantische Liebesgeschichten ist, dann verbringt sie jede freie Minute in ihrem bienenfreundlichen Garten. Die Autorin im Internet: www.julia-reymers.de www.instagram.com/juliareymer / www.facebook.com/juliareymers Bei dotbooks erscheint Julia Reymers' »Willkommen in Bienenbeek«-Reihe mit den Bänden »Das kleine Haus in der Heide« - auch als Hörbuch bei Saga Egmont erhältlich -, »Die kleine Gärtnerei in der Heide«, »Die kleine Mühle in der Heide«, »Der kleine Weihnachtsmarkt in der Heide« und »Die kleine Goldschmiede in der Heide«.

Kapitel 3


»Hast du heute Abend schon etwas vor?«, begrüßte mich Matthias einige Tage später, als er nach der Arbeit nach Hause kam.

»Ja, das hier.« Genervt blickte ich von dem Stapel Klassenarbeiten auf, den ich bis morgen endlich fertig korrigieren wollte. Sosehr ich meinen Job als Grundschullehrerin auch liebte – die Korrekturen und ich würden wohl niemals Freunde werden.

»Ich denke, das muss kurz warten«, meinte Matthias und gab mir einen Kuss.

»Wieso?« Überrascht blickte ich auf und zuppelte meine Jogginghose zurecht. Sobald ich zu Hause ankam, wurden Jeans für mich zum unerträglichen Korsett, und ich schlüpfte sofort in mein hässliches, aber ultrabequemes »Home«-Outfit.

»Ich werde dich heute Abend entführen.«

»Habe ich etwas verpasst?« Stirnrunzelnd blickte ich meinen Mann an. Hatten wir heute Hochzeitstag? Nein, definitiv nicht.

»Lass dich überraschen. Und zieh dir was Seriöses an.« Er blickte auf die Uhr. »In einer Stunde müssen wir los.«

»Na dann«, sagte ich und seufzte. Ich konnte Überraschungen eigentlich nicht ausstehen, und das wusste Matthias auch.

Als wir eine Stunde später im Auto saßen, wollte Matthias mir immer noch nicht verraten, wohin die Fahrt ging. Ich löcherte ihn mit Fragen, doch er zwinkerte mir nur zu. Schleichend bewegten wir uns im Feierabendverkehr aus der Stadt heraus und fuhren in Richtung Autobahn.

»Willst du mir ein neues Restaurant zeigen?«, fragte ich weiter.

Matthias hob nur die Schultern und grinste. Routiniert fädelte er sich in den Verkehr auf der Autobahn ein und beschleunigte.

»Jetzt sag doch endlich, wo wir hinfahren!«, nörgelte ich, als wir nach einiger Zeit auf die A7 in Richtung Hannover wechselten.

»Fahren wir zu meiner Mutter?« Ich kannte die Strecke hier gut, denn sie führte direkt zu meiner alten Heimat.

Matthias schüttelte den Kopf.

»Hast du noch eine Hausbesichtigung vereinbart?«, hakte ich nach.

»Nicht direkt«, gab Matthias geheimnisvoll zurück.

»Oh Mann, nun sag schon! Ich möchte zumindest wissen, wann wir da sind. Ich muss aufs Klo. Gibt es dort ein Klo? Weil wenn nicht, dann müssen wir vorher irgendwo anhalten.«

»Du bist ja schlimmer als ein kleines Kind! Da gibt es bestimmt eine Toilette.«

Ich kniff die Beine zusammen und ermahnte meine Blase, Ruhe zu geben. Sobald ich aufgeregt war, musste ich pausenlos zum Klo rennen. Das hatte auf unserer Hochzeit dazu geführt, dass ich mit meinem riesigen Tüllkleid kurz vor der Trauung noch in die Kirchentoilette gewuchtet werden musste. Beinahe wäre ich dadurch zu spät zu meiner eigenen Hochzeit gekommen.

»Das Ziel scheint in der Lüneburger Heide zu liegen«, kommentierte ich unsere Fahrt. Da Matthias sich weiter in Schweigen hüllte, klappte ich aus Langweile die Sonnenblende herunter und betrachtete mich im Spiegel. Ich sah tatsächlich so erschöpft aus, wie ich mich fühlte: Unter meinen Augen zeichneten sich dunkle Ringe ab, und mit meinem fahlen Teint hätte ich überzeugend in einer Geisterbahn auftreten können. Aus Sorge wegen der Immobiliensache und der Korrekturen, die ich immer wieder vor mir herschob, hatte ich eine schlaflose Nacht gehabt und war heute Morgen kaum aus dem Bett gekommen. Beim Blick in den Spiegel bereute ich es, dass ich aus Zeitknappheit auf das Schminken verzichtet hatte. Hoffentlich sieht mich so niemand, dachte ich.

Als das nächste blaue Autobahnschild vor uns auftauchte, musste ich zwei Mal hinschauen, ehe ich es realisierte.

»Nein«, murmelte ich und verschluckte mich fast.

»Wie bitte?«, fragte Matthias.

»Nichts.« Ich räusperte mich und versuchte, den Kloß in meinem Hals zu verdrängen, der sich da plötzlich breitgemacht hatte. Anscheinend hatte die Zeit nichts verändert. Es fühlte sich immer noch genauso schlimm an wie vor fünf Jahren.

»So«, meinte Matthias und setzte plötzlich den Blinker, »gleich sind wir da.«

Mir blieb beinahe das Herz stehen, als er tatsächlich die Ausfahrt »Bienenbeek« nahm.

»Bienen… Bienenbeek?«, stotterte ich und schaute Matthias verwundert an. »Was zum Teufel … machen wir da?«

»Kennst du den Ort?«

Einen winzigen Moment zögerte ich. Sollte ich es endlich sagen?

»Ich … nein«, schoss es aus mir heraus, ehe ich weiter nachdenken konnte. Es war besser so. Das Ganze war Vergangenheit, und ich hatte aus gutem Grund nicht mit Matthias darüber geredet. Warum sollte ich jetzt schlafende Hunde wecken?

»Geht’s dir gut? Du siehst so blass aus«, sagte Matthias, als wir uns über die Landstraße dem Ortseingang näherten.<