: Marion Wagenfeld
: Frau, leicht über 40 ... Roman
: R.G. Fischer Verlag
: 9783830119630
: 1
: CHF 14.40
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 276
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein amüsanter Roman über die Partnersuche in der ­Lebensmitte, der authentische Einblicke in das ­Berufs- und Privatleben einer modernen Düsseldorfer ­Geschäftsfrau gibt. Marie de Winter, 49 Jahre alt und Inhaberin einer Düsseldorfer Werbeagentur begibt sich - animiert durch ihre exaltierte Freundin Anna - auf Partnersuche. Marie ist eine eigenständige, selbstbewusste und lebenstüchtige Frau, die keinen ­Ernährer, sondern einen Partner auf ­Augenhöhe sucht. Die beiden Freundinnen geben zunächst eine Kontaktanzeige in einer überregionalen Wochenzeitung, dann in einer lokalen Tageszeitung auf. Marie begegnen unglaubliche Männer, die eines verbindet: Sie halten sich für die Krone der Schöpfung. Bei Treffen mit einigen der Männer stellt sie fest, dass ein interessanter Brief und eine angenehme Telefonstimme leider keine Rückschlüsse auf den Mann zulassen. Ob Marie bei so viel Engagement ihren Traummann findet?

Marion Wagenfeld studierte Visuelle Kommunikation und war in mehreren Düsseldorfer Werbeagenturen tätig. Heute ist sie Inhaberin eines Softwareunternehmens.

Einsichten


Es war ihr letzter Abend. Morgen musste sie um 8:00 Uhr die Fähre nach Ibiza nehmen, ihr Flug nach Düsseldorf ging um 12:30 Uhr. Der Koffer war gepackt, ein Taxi bestellt.

Marie de Winter saß auf der Terrasse ihrer weißen Finca in einer kleinen Ferienhausanlage auf Formentera. Sie verabschiedete sich mit ihrer letzten Flasche spanischen Rotweins vom Sommer. Entspannt zurückgelehnt in ihrem Deck Chair blickte sie in den Sternenhimmel hinauf zum zunehmenden Mond.

Formentera war für sie die schönste Insel der Balearen, bekannt für ihre weißen Strände, türkisfarbenes Meer und weitgehend unberührte Natur. Die entspannte Atmosphäre und die malerischen Dörfer machten es ihr leicht, den Stress des Alltags hinter sich zu lassen.

Marie war eine attraktive, alleinstehende Frau von neunundvierzig Jahren, die im Laufe ihres Lebens gelernt hatte, sich so zu akzeptieren, wie sie war und sie war mit sich zufrieden. Sie wusste, dass es ihr nicht mehr gelingen würde, sich auf Size Zero zu hungern. Ihre Haare waren honigblond gefärbt, damit die grauen Ansätze nicht so auffielen. Gute Gene und eine teure Pflegeserie hielten ihre Haut straff und weitgehend faltenfrei. Auch mit der Tatsache, dass sie allein durchs Leben ging, hatte sie sich arrangiert, aber nie die Hoffnung aufgegeben, einem Mann zu begegnen, der einfach zu ihr passte.

Immer, wenn sie etwas Zeit erübrigen konnte, flüchtete sie vor dem heimischen Schmuddelwetter und gönnte sich ein paar erholsame Tage in ihrem Feriendomizil und genoss die Schönheit der Strände und das glasklare Wasser.

Zum Ende des Sommers gefiel ihr Formentera am besten. Der Himmel war immer noch strahlend blau und das angenehm temperierte Mittelmeer lud ein zum Schwimmen und Schnorcheln. Hier konnte Marie ihre Seele baumeln lassen.

Ihr Handy klingelte und sie schaltete das Gerät aus. Jetzt konnte sie keine Störung brauchen, Sie schloss kurz die Augen. Dieser Augenblick gehörte nur ihr. Sie schenkte sich noch ein Glas Wein ein, schnupperte das herbe Aroma und ließ den ersten Schluck auf der Zunge zergehen.

Gestern Abend hatten Peter und Anna Scheller, gute Freunde und Nachbarn auf Formentera –die Düsseldorfer Clique – zum Grillen eingeladen. Es war eine nette Runde, man kannte sich seit Jahren.

Solche Grillabende waren immer wieder wunderbare und entspannte Treffen. Die warme Brise vom Meer, das sanfte Rauschen der Wellen und der Duft von gegrilltem Essen schafften immer eine einzigartige Atmosphäre.

Während die Sonne langsam unterging und die Umgebung in warmes Licht tauchte, stand man gemeinsam am Grill. Ein geselliges und gemütliches Beisammensein, bei dem man die Schönheit der Insel und die Freude am Essen genießen konnte. Früher waren es fröhliche Familientreffen. Alle waren fast im gleichen Alter, verheiratet, hatten Kinder und das Leben noch vor sich.

Jetzt waren alle geschieden, bis auf die Schellers. Wie s