SOKO Brücke Der Frauenmörder von Leipzig
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Jörg Pfeifer
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SOKO Brücke Der Frauenmörder von Leipzig
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hansanord Verlag
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9783947145966
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1
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CHF 10.80
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Gesellschaft
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German
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272
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kein Kopierschutz
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PC/MAC/eReader/Tablet
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ePUB
Im Elsterflutbecken, mitten in Leipzig, werden 2016 Leichenteile eine Frau gefunden - versteckt im Schilf unter der Landauer Brücke. Für die Ermittler der Kriminalpolizeiinspektion Leipzig beginnt damit die Jagd nach einem Phantom. Alles deutet darauf hin, dass der Täter nicht weit entfernt, im Umfeld des Lindenauer Marktes lebt, dort vielleicht schon auf der Suche nach einem neuen Opfer ist. Über viele Monate verlaufen alle Spuren im Sande - dann verschwindet wieder eine junge Frau. Zeugen haben sie zuletzt beim Verlassen einer Bar gesehen....
Ein True-Crime-Story über die aufsehenerregende Fahndung der 'SOKO Brücke' nach dem Leipziger Frauenmörder.
Jörg Pfeifer arbeitet seit über drei Jahrzehnten als Journalist, Filmemacher und Doku-Regisseur. Er hat für viele Fernsehsender Reportagen über Kriminalfälle gedreht. Manche Fälle begleitet er jahrelang - bis endlich eine TV-Dokumentation oder ein Buch entsteht.<br> 'Mich interessieren nicht nur die Tatumstände und die Fahndung nach dem Täter. Mich interessiert vor allem die menschliche Komponente. Warum tut ein Mensch das, was er tut? Und was macht das mit ihm?'<br> Geboren in Bayern, lebt und arbeitet Jörg Pfeifer seit vielen Jahren in Leipzig.
<b>Vorwort</b><br> Als ich 2016 zum ersten Mal einen Presseartikel zu diesem Fall las, ging es mir wie vielen anderen Leipzigern: Ich empfand pures Entsetzen. Wie konnte jemand eine solche Tat begehen? Wie konnte ein Mensch einem anderen Menschen so etwas antun? Nicht irgendwo auf der Welt, sondern direkt in meiner, in unserer Nachbarschaft? Durch Kriminalromane und Filme sind wir geschult, hinter einer solchen Tat eine Welt des Bösen zu vermuten. Einen Wahnsinnigen, einen Ritualmörder, einen gefährlichen Trieb- und dazu womöglich noch einen Serientäter. Abgründe ziehen die Menschen an, auch mich. Als Filmemacher habe ich im Laufe der letzten zwanzig Jahre eine lange Reihe an TV-Reportagen und Crime-Dokumentationen gedreht. 2021 bekam ich den Auftrag, einen zweiteiligen Film über den »Leipziger Frauenmörder« zu drehen, von dem dieses Buch handelt. Mir war das Grauen noch in Erinnerung, das ich fünf Jahre zuvor empfand, als die Polizei lange Zeit erfolglos nach dem Unbekannten fahndete. Während der Dreharbeiten interviewte ich die Ermittler und Kriminaltechniker, den leitenden Staatsanwalt und Menschen, die in irgendeiner Form von der Geschichte betroffen waren. Ich sprach mit Menschen, die Täter und Opfer kannten. Am Ende lag das wahre Grauen in der Banalität der Umstände. In ihrer furchtbar normalen Alltäglichkeit. Es entstand ein Bild des Täters, der Lebensumstände und Hintergründe, die plötzlich gar nicht mehr so fremd waren. Meine Motivation für dieses Buch war, einen Blick auf die (mögliche) Entwicklungsgeschichte der Taten zu werfen. Wenn so etwas überhaupt möglich ist. Doch bei allen Erklärungsversuchen: Tötungsverbrechen sind in letzter Konsequenz nicht zu begreifen. Es mag Gründe für eine Tat geben, doch sie letztendlich auszuführen, führt in ein psychisches Geflecht, das kaum zu durchdringen ist. Ziel des Buches ist es auch, die einzelnen Schritte der polizeilichen Ermittlungen zu schildern. Herausgekommen ist ein Tatsachenroman, ein Gedankenspiel zu einem Aufsehen erregenden Fall. Jedoch kein journalistisch korrekter Bericht. Die Ermittlungsdetails stimmen, soweit ich sie recherchieren konnte, mit der tatsächlichen Fahndung der Jahre 2016 und 2017 überein. Einige wenige Punkte habe ich aus dramaturgischen Gründen verändert. Den tatsächlichen Verlauf der Ermittlung beeinflussen die Hinzufügungen nicht. Die vielen Gespräche, die ich während der Recherche zur FilmDokumentation und später zu diesem Buch geführt habe, zeichneten mehr oder weniger detaillierte Bilder der handelnden Personen. Diese Eigenschaften und Wesensmerkmale habe ich versucht, in den fiktiven Teilen widerzugeben - so, wie sie sich mir dargestellt haben. Diese Eindrücke sind natürlich subjektiv und kommen der Realität nur bedingt nahe. Die Ermittlungsarbeit der Polizei ist bei komplexen Kapitalverbrechen ein Zusammenspiel unterschiedlichster Fachrichtungen. »Nur mit einem guten Team können Sie einen solchen Fall aufklären und eine angemessene Strafe erwirken«, sagte mir Kriminaldirektor Lutz Mädler in einem Gespräch. Er war einer der beiden Leiter der SOKO Brücke, die 2016 und 2017 nach dem Täter fahndete. Denn auch das Urteil ist maßgeblich von der Qualität der Ermittlung und Spurensicherung abhängig. Ohne belastbare Spuren, belegbare Theorien zu Tatabläufen, glaubhafte Aussagen und Gutachten kann ein cleverer Verteidiger für seinen Mandanten ein Strafmaß erwirken, das der tatsächlichen Tat womöglich nicht angemessen ist. Um die Erzählung greifbarer, die Fahndung nachvollziehbarer zu machen, habe ich einige der im Buch handelnden Ermittler erfunden. Sie bestehen aber im Kern aus den vielen engagierten Kriminalbeamten, die ich im Laufe der Jahre im Rahmen von Recherchen und Dreharbeiten kennen gelernt habe. Diejenigen Ermittlungsbeamten und Mediziner, von denen ich die echten Namen verwende, haben dies genehmigt. Die Zitate aus den Interviews, die ich mit ihnen geführt habe, sind mit einem individuellen TC (Timecode) versehen. Das vereinfacht das Auffinden der jeweiligen Stelle in den umfassenden Abschriften. Die Namen der Opfer, ihrer Angehörigen und Freunde wurden aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes verändert.