: Sophia Cronberg, Julia Kröhn
: Die Lilieninsel
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783751775007
: Familiengeheimnisse und große Gefühle von Sophia Cronberg
: 1
: CHF 6.20
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 515
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

Zwei Frauen, ein Neuanfang und ein ungelöstes Verbrechen ...

Nach dem Verlust ihres Mannes zieht Marie mit ihren beiden kleinen Kindern in ein abgelegenes Haus an der rauen Küste von Guernsey. Doch das Haus ist in einem desolaten Zustand. Hinzu kommt der unfreundliche Nachbar Bartholomé de Clairmont, der in einer prächtigen Villa lebt. Trotz der Schwierigkeiten beschließt Marie zusammen mit dem charmanten Architekten Vincent ihr neues Zuhause wiederaufzubauen. Aber als sie mit den Renovierungsarbeiten beginnen, wird im Fundament das Skelett einer Frau entdeckt, die vor Jahrzehnten spurlos verschwand. Auf der Suche nach der Wahrheit über den mysteriösen Tod der Unbekannten stößt Marie auf die tragische Geschichte von Liliane de Clairmont ...

Spannung pur! Julia Kröhn schreibt als Sophia Cronberg und entführt ihre Leserinnen und Leser in eine Welt voller großer Gefühle und dunkler Geheimnisse.

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<p>Sophia Cronberg wurde 1975 in Linz geboren. Seit einigen Jahren ist sie hauptberuflich Schriftstellerin. Sie spielt gern Klavier und liebt das Reisen. Sophia Cronberg ist Mutter einer kleinen Tochter und lebt abwechselnd in Frankfurt am Main und in Österreich.</p>

2


1918

Lilian fiel dem fremden Mann um den Hals und küsste ihn auf die Wangen. Zunächst sah er sie entgeistert an, doch er erwiderte ihr breites Lächeln, als sie rief: »Ist es nicht herrlich?«

»Ja«, entgegnete er, »heute ist in der Tat ein Freudentag.«

Lilian nickte strahlend, löste sich von ihm und ging weiter – oder vielmehr versuchte sie es: Genau betrachtet war an ein rasches Fortkommen nicht zu denken. Obwohl es November und das Wetter regnerisch war, begann sie, inmitten der vielen Menschen auf Londons Straßen und Plätzen zu schwitzen.

Seit Stunden war sie auf den Beinen. Eigentlich hatte sie mit dem Bus hierherfahren wollen, doch der war bis zum letzten Platz besetzt gewesen. Männer und junge Burschen hatten sich an Türen und Fenster geklammert, um mitzufahren. Schließlich hatte sie sich zu Fuß bis zum Trafalgar Square durchgekämpft und überlegte nun, ob sie Richtung St. James’s Park gehen oder lieber den Buckingham Palace ansteuern sollte. Natürlich könnte sie über die Whitehall auch bis zur Downing Street gelangen, wo der Menschenauflauf kaum geringer war: Schließlich wollte jeder einen Blick auf David Lloyd George, den Premierminister, erhaschen.

Ehe sie sich entschieden hatte, wurden die Jubelschreie, die nun schon seit Stunden nicht abrissen, plötzlich lauter: Berittene Polizisten folgten einem offenen Pferdewagen, in dem König