: Rienne
: Die Legende der Salamanderiten Fantasyroman
: R.G. Fischer Verlag
: 9783830194019
: 1
: CHF 14.40
:
: Fantasy
: German
: 278
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Wir begleiten Jackie, die Protagonistin, die in einem Waisenhaus aufwächst dabei, wie sie in eine andere, reiche Welt gerät, in die sie durch das Geheimnis, das Samantha und ihr Bruder Arthur hüten, gezogen wird. Die Macht, die die Dinosaurier hat aussterben lassen, wird wiedergeboren. Schon zu Zeiten der Dinosaurier gab es zivile Formen, die den heutigen Menschen sehr ähnlich waren, die Salamandariter. Offenbar gab es einen großen Krieg zwischen dem König und seinem Sohn, der die gesamte Welt unterwerfen wollte. Der König setzte dem ein Ende, indem er die Kräfte des Kosmos um Hilfe bat. Es geht die Sage, dass es diese wundersamen Menschen noch heute gebe und dass sie über magische Kräfte verfügen. Sie haben sich zurückgezogen und warten auf die Rückkehr ihres neuen Königs: den Träger der Mächte des Kosmos. Milliarden Jahre vergingen auf der Welt, und es entstand der Mensch, ein Parasit, der die Welt in Nullkommanichts unterwarf und sie ausbeutete, wo er nur konnte. In sehr kurzer Zeit trieb er an den Rand des Abgrunds, sodass die Salamanderiter mehr denn je für die Rückkehr ihres Herrschers beten ...

Rienne, geboren 2002, schreibt seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft und feinem Gespür für das Erschaffen authentischer Charaktere und Stories, die nicht nur junge Leser in ihren Bann ziehen. Der vorliegende Fantasyroman ist ihr Debüt.

Kapitel 1


»… darum habe ich mich entschieden, den Scheck von über fünfhunderttausend Dollar an städtische Kinderhilfsorganisationen zu spenden. Ganz besonders gilt meine Aufmerksamkeit den wenigen Waisenhäusern hier in London. Diese Kinder, deren Kindheit schon früh von schweren Schicksalsschlägen geprägt wurde, haben genau wie alle anderen Kinder Englands das Recht verdient, in einer Gesellschaft aufzuwachsen, in der man sie versteht und behütet. Sie sind schließlich die Zukunft der Menschheit, die nächste Generation; und wer weiß, was sie uns in Zukunft bringen werden? Deshalb habe ich mich auch entschieden, den Kindern die Schecks persönlich zu überreichen, um mir selbst ein Bild von deren Zukunft zu machen«, dröhnte es laut aus dem kleinen roten Radio, das, schon seit ich denken konnte, im Gemeinschaftssaal vor sich hin ratterte. Gelangweilt schrubbte ich weiter den Boden, während die Radiomoderatoren nun ausschweifend zu erklären begannen, was die Waisenhäuser doch für ein Glück hätten, dass sie ausgerechnet das unbeugsame Herz des erfolgreichsten Geschäftsmannes in ganz England hatten erweichen können. Dabei heuchelten sie in jedem zweiten Satz ein Kompliment, und augenverdrehend schrubbte ich den Boden weiter, diesmal energischer als zuvor. Es ging weiter mit Sätzen wie »Die Waisenhäuser sollten sich erkenntlich zeigen« oder »Er ist eben ein Mann des Volkes. Ein wahrer Held für die kleinen Kinder und ein perfektes Vorbild.«. Wütend pfefferte ich den dreckigen Lappen zurück in den Eimer, wobei ein paar Tropfen des dreckigen Wassers herausspritzten und meine vorherige Arbeit zunichtemachten. Frustriert starrte ich die Tropfen an in der Hoffnung, sie würden sich meinem wütenden Blick beugen und sich zurück in den Eimer bewegen, doch überraschenderweise bewegten sie sich kein Stück. Vielmehr konnte ich mir vorstellen, wie sie mich gerade für meine dumme Idee auslachten, und genervt wrang ich den Lappen aus, um diese letzten Tropfen wegzuwischen. Warum konnten die nicht einfach Musik spielen? Warum mussten die Radiosender jedes Wort, das dieser Anzugaffe von sich gab, tausendmal wiederholen und ihn ununterbrochen für seine Genialität und sein Mitgefühl preisen? War ich denn etwa die Einzige, der es egal war, ob er das Geschäft zu seinen Gunsten wenden konnte oder nicht? Begleitet von der hohen Stimme der Radiosprecherin, entfernte ich die letzten Tropfen von dem dunklen Parkettboden, richtete mich auf und lief mit dem Eimer in den Flur hinaus, um ihn im Bad auszuwaschen. Dabei begegnete ich Stephan und Lillet, die gerade dabei waren, ein Wettrennen in dem langen Flur des Denvers-Waisenhauses zu veranstalten. Die beiden Achtjährigen waren momentan die schnellsten unter den zwanzig Kindern, die hier ihr neues Zuhause gefunden haben, und es war jedes Mal ein wahres Spektakel, wenn die beiden sich mal wieder ein Rennen lieferten. Lächelnd stellte ich den Eimer ab und wartete im Türrahmen, um das Rennen nicht zu unterbrechen. Die anderen Kinder hatten sich auf der großen Treppe am Ende des Flures niedergelassen, um genau beobachten zu können, wer als Erster ankommen würde. Ein geschrienes »Los!« erklang, und wie zwei gespannte Flitzebögen schossen die beiden los und rannten, als wäre der Teufel persönlich hinter ihnen her. Der Flur war nicht lang, vielleicht zwanzig Meter, und doch war es für die Kleinen eine große Hürde. Schmunzelnd beobachtete ich, wie die anderen Kinder ihre Mitbewohner anfeuerten und lachten, als Stephan nach ein