: Roberta Gregorio
: Die kleine Eismanufaktur in Amalfi& Der zauberhafte Papierladen in Amalfi& Die Zitronenblüten von Amalfi 3 romantische Urlaubsromane in einem Band | Wahre Liebe am azurblauen Meer
: Ullstein
: 9783843736213
: Kleine Läden in Amalfi
: 1
: CHF 27.10
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 1060
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die kleine Eismanufaktur in Amalfi Gelato und Gefühlschaos in Italien Seit ihr Vater an einem Herzinfarkt starb, leitet Livia die traditionelle Eismanufaktur ihrer Familie in der Altstadt Amalfis allein. Sie liebt es, neue Sorten auszuprobieren und ihre Kunden mit immer ausgefalleneren Kreationen zu überraschen. Sie arbeitet viel, trotzdem schafft sie das Pensum kaum. Zeit für ein Liebesleben bleibt da schon gar nicht. Doch eines Abends lernt sie Mario kennen, der kreuzunglücklich auf der Piazza vor der Gelateria sitzt. Und plötzlich ist Livia verliebt, ausgerechnet in einen Mann, den sie kaum kennt und der gar kein Eis mag. Doch die beiden kommen sich mit jeder Portion Gelato näher. Und sie merken bald: Nicht alle Probleme lassen sich mit einer Portion Eis mit Sahne lösen ... Der zauberhafte Papierladen in Amalfi Auf nach Amalfi, auf zu Vino, Gelato und Amore! Als Carolina von ihrer großen Liebe Bernardo verlassen wird, schwört sich die Besitzerin einer reizenden Papeterie, nie wieder ein Wort mit ihm zu wechseln. Warum auch? Sie ist jetzt mit dem Konditor Aldo zusammen und Bernardos Rückkehr ist ihr vollkommen gleichgültig. Zwar versucht er alles, um Carolina zurückgewinnen und wiedergutzumachen, dass er sie damals so verletzt hat, aber sie lässt ihn abblitzen. Zu groß ist ihre Angst, wieder von ihm enttäuscht zu werden. Dass Aldo in puncto Leidenschaft Bernardo niemals das Wasser reichen wird, ignoriert sie geflissentlich ... Zum Glück hat sie ihre geliebten Amalfi-Papiere und ihre besten Freundinnen, die ihr in dem Gefühlschaos beistehen. Die Zitronenblüten von Amalfi Wo die Zitronenbäume blühen, ist auch die Liebe nicht weit  Diletta ist stolze Zitronenladenbesitzerin in Amalfi und glücklich mit Nunzio verheiratet. Die beiden wünschen sich nichts sehnlicher, als eine Familie zu gründen, aber es will einfach nicht klappen. Ihre Beziehung leidet zunehmend darunter. Als ein charmanter Engländer nach Amalfi kommt und eine Zitronenplantage kaufen möchte, geht es auf einmal drunter und drüber in dem malerischen Küstenort. Denn mit Zitronen kennt Diletta sich aus, und was wäre da naheliegender, als ihm bei seiner Unternehmung zu helfen? Mit Mike wirkt alles leicht und unkompliziert, und Diletta erwischt sich dabei, wie sie beginnt Gefühle für ihn zu entwickeln. Doch nie würde sie über Schmetterlingen im Bauch ihre große Liebe zu Nunzio vergessen. Oder? 

Roberta Gregorio wurde 1976 im schönen Fürstenfeldbruck in Bayern geboren und ist dort direkt an der Amper aufgewachsen. Auch heute lebt sie mit ihrer Familie am Wasser, nur nicht mehr am Fluss, sondern am Meer, genauer in Süditalien. Gleich geblieben ist ihre große Leidenschaft für Worte, Texte und Manuskripte. Wenn sie nicht schreibt oder liest, übersetzt sie auch gerne. Braucht sie trotzdem mal eine kurze Pause, dann geht sie an den Strand und lässt die Seele baumeln, denn die Sache mit dem Dolcefarniente, die kann sie besonders gut.

Kapitel 1


»Wieso denn Bitterschokolade, sag mir, perché?«
»Weil der Kaffee die Papillen auf der Zunge fast ein bisschen betäubt, Livi, capisci?«
»Und Schokolade weckt sie wieder auf?«
Er lacht und nickt dann. »Ja. So kann man es sagen.«

(EissorteDolcezza di caffè con cioccolato fondente, zum ersten Mal hergestellt in derArtigiani del Gelato im Mai 1992)

Livia schlug die Augen auf und fragte sich, was sie geweckt haben mochte: das Kreischen der Möwen, das vom nahe gelegenen Meer zu ihr gelangte, oder doch der Kaffeeduft, der aus der Küche ihrer Nachbarin kommen musste. Die gute Patrizia schlief schlecht, wie Livia wusste – nein, wie eigentlich jeder wusste, der sich lange genug mit der alten Dame unterhielt. Livia schnupperte und rechnete sich aus, dass der einladende und unvergleichliche Geruch es ungehindert aus Patrizias Küche und dann wieder hinein in ihr Schlafzimmer geschafft hatte. Streng genommen kein großes Kunststück, denn sie lebten in einer typisch italienischen Gasse, wo die Häuser so eng aneinandergebaut waren, dass kaum ein Blatt zwischen sie und die Nachbarn passte. Für viele mochte diese Bauweise vielleicht beklemmend sein, nicht aber für Livia, die ausgesprochen gerne hier mitten in Amalfi mit ihrer nonna Filippa lebte.

Livia gähnte und streckte sich. Die Sonne war noch nicht aufgegangen, es konnte also kaum später als halb sechs sein, doch war es für sie Zeit, aufzustehen. Leise kroch sie also aus dem Bett, um Filippa nicht zu wecken, die, im Gegensatz zu Patrizia, sehr gut und lange im Schlafzimmer nebenan schlief, ging ins Bad, zog sich an und verließ das Haus. Die Via Lorenzo d’Amalfi war noch menschenleer, und man hörte die Möwen weithin kreischen. Im Laufe des Tages würden sie sich etwas zurückziehen, um erst bei Sonnenuntergang wieder ihre eleganten Runden zu drehen.

Wenig später betrat Livia eilig den antiken Palazzo und genoss weiterhin die Ruhe, die so früh am Morgen auch hier noch herrschte. Die Stille im Eingangsbereich aus hellem Marmor, der durch die hohen Decken etwas geradezu Majestätisches ausstrahlte, war angenehm, ebenso die dezente Kühle, die gegenüber der sommerlichen Temperatur draußen wohltuend war. Livia liebte jeden Winkel desPalazzo La Fontana, der sich in privilegierter Lage gleich zu Füßen des Amalfi-Doms befand. Hier war sie aufgewachsen, hier hatte sie fast jeden Tag verbracht, seit sie denken konnte.

»Buongiorno, Signorina Livia!«, hörte sie leise, aber deutlich.

Die Stimme erkannte sie sofort, noch bevor sie sah, zu wem sie gehörte: Es war Andrea, der Pförtner, der seinen Dienst antrat. Er gehörte zum Palazzo wie das Meer zur Küste. Er kam aus der Hotelhalle in den Eingangsbereich, während sie diesen nutzte, um zur Hintertür ihrer Gelateria zu gelangen. Der Palazzo beherbergte, neben dem TraditionshotelLa Fontana, verschiedene kleine Geschäfte, die allesamt auf die Piazza gerichtet waren, auf der sich ein Brunnen – also eine Fontana – befand. Der Palazzo war eine kleine Welt für sich. Eine große Familie fast. Das spürten wohl auch die unzähligen Touristen, die Jahr für Jahr im Hotel logierten, genauso wie die vielen Kunden der Geschäfte, die sich bunt und pittoresk aneinanderreihten. Denn wer einmal im Urlaub in die Welt desLa Fontana eingetaucht war, der kam auch wieder. Irgendwann. Und selbst wenn es erst nach zwanzig oder dreißig Jahren passierte.

»Andrea, buongiorno!«, rief sie und winkte ihm im Vorbeigehen zu.

Er lächelte – das vermutete Livia eher, denn Andreas breiter Schnurrbart bedeckte seine Lippen –, dann hob er die Kappe seiner Uniform und machte einen Diener. Galant wie immer. Auf Andrea war Verlass. Ebenso auf seine Augen, die gleichzeitig Wärme, Freundlichkeit, Verständnis und Stärke ausstrahlten. Sie kannte diese Augen, wusste, wie beruhi