: Jochen Oppermann
: Die außergewöhnlichsten Todesfälle Von der Antike bis heute
: marixverlag
: 9783843807449
: marixwissen
: 1
: CHF 7.10
:
: Biographien, Autobiographien
: German
: 224
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein preußischer General, der beim Balletttanzen vor seinem Kaiser im rosa Tutu stirbt; ein Tragödiendichter, der von einer Schildkröte erschlagen wird; ein Gründervater der USA, der sich einen Walknochen in die Harnröhre schiebt; und eine zutiefst grausame Methode, Ehebrecher mit einem Rettich zu bestrafen - das sind einige der Phänomene, die uns im neuen Buch von Jochen Oppermann begegnen. Darin untersucht der Historiker die skurrilsten Sterbefälle der Weltgeschichte und beurteilt ihren Wahrheitsgehalt. Dabei stellt sich heraus, dass viele dieser Ereignisse und Erzählungen kulturhistorisch, manche gar weltpolitisch bedeutende Folgen hatten. Dass manche Episoden auch zum Schmunzeln einladen, versteht sich von selbst. Das Buch zeigt, dass es mit den absurden und kuriosen Todesfällen viel mehr auf sich hat, als es der erste Eindruck vermittelt. Entstehung und Rezeption dieser Geschichten treiben ein aufschlussreiches Wechselspiel. Damit grenzt sich der Band von Büchern ab, die den auf skurrile Art Verstorbenen »Dummheit« attestieren oder gar einen »Darwin-Award« zuerkennen möchten.

Jochen Oppermann, geboren 1980 in Kaiserslautern, ist Deutsch- und Geschichtslehrer an einer rheinland-pfälzischen Realschule und schreibt unter anderem für das Magazin G/Geschichte. Im Mai 2018 erschien im S. Marix Verlag sein Sachbuch Im Rausch der Jahrhunderte - Alkohol macht Geschichte, das im In- und Ausland für Aufsehen sorgte. Neben Auftritten des Autors und Besprechungen im deutschen Radio und Fernsehen wird das Buch aktuell ins Chinesische übersetzt. Im Juni 2020 erschien bei marixwissen Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71.

Blutrache, Gesetze und ein Theaterbesuch: Drakon und die Beliebtheit zum Tode


Nur wenige Menschen in der Geschichte haben es geschafft, dass ihr Name sprichwörtlich wurde. Und von diesen Wenigen kamen noch weniger zu der Ehre, dass sich ihr Name zu einem gebräuchlichen Adjektiv entwickelte. Meist bezeichnet man mit solchen nach bestimmten Herrschern benannte Epochen, die in der historischen Diskussion von gewissem Interesse sind, wie beispielsweise »viktorianisch« oder »wilhelminisch« usw. In die Alltagssprache auch der historisch Uninteressiertesten schafften es wiederum nur die wenigsten. Dieses Kunststück gelang dem griechischen Politiker und Gesetzesreformer Drakon (ca. 650 – ca. 600 v. Chr.). Bis heute bezeichnet man Strafen, die besonders unnachsichtig oder zu hart sind, als »drakonisch«. Drakon selbst war jedoch nicht so »schlimm«, wie man anhand seines Rufes vermuten könnte. Bei vielen seiner Mitbürger war er nämlich äußerst beliebt, ja so beliebt, dass es ihn das Leben kostete.

Wann Drakon geboren wurde, ist ungewiss. Da er 624 v. Chr. das erste Mal historisch greifbar in Erscheinung trat (Figueira, S. 298 f.), kann man von einem Geburtsjahr um 650 v. Chr. ausgehen. Im Erwachsenenalter finden wir ihn in der zweiten Hälfte des 7. vorchristlichen Jahrhunderts in Athen. Dies war eine Zeit, die das antike Griechenland langsam aus dem »Dunklen Zeitalter« herausführte, der Zeit also, die zwischen dem Untergang der ersten Hochkulturen der Minoer und Mykener um 1200 v. Chr. und der beginnenden klassischen Zeit ab 500 v. Chr. liegt (Vollkommer, S. 20 f.). Drakon lebte in der von Historikern als »archaischer Zeit« bezeichneten Epoche der griechischen Geschichte, in der auch die ersten griechischen Literaturwerke wie HomersIlias und Hesiods Dichtungen entstanden. Es war die Periode, in der sich die staatlichen Strukturen erst herausbildeten, die wir heute aus der klassisc