Brinok
Schmierig gelb erhob sich die Sonne und kündete von weiterem Regen. Brinok, hellblond, mit leicht kupferfarbener Haut und wasserhellen Augen, stand am Eingang der Höhle, in der sie übernachtet hatten, und hieß das wärmende Licht willkommen. Er rieb sich müde über seine rechte Gesichtshälfte, auf der sich eine verschlungene blaue Tätowierung befand, die ihn als Angehöriger der Horde der Bastiden kennzeichnete. Um Brinoks Hals blinkte ein schwerer Goldreif – das Zeichen seines Adelsstandes. An seinen muskulösen Ober- und Unterarmen trug er breite Armspangen mit den Mustern seiner Familie und Sippe.
Tief sog der vierundzwanzigjährige Hüne die kühle Morgenluft in seine Lungen, und für einen Moment hatte er das Gefühl, als lebe er in einer friedlichen Welt. Aber dem war nicht so. Auch wenn der dichte Grünwald, der sich dort zu Füßen der Anhöhe erstreckte, wie ein harmonischer Organismus wirkte, so herrschte auch unter den Tieren und Pflanzen Krieg. Es war ein Kampf um den Lebensraum – ein berechtigter Kampf.
Wenn Brinok tötete, berührte ihn das nur wenig. Es galt stets: er oder die anderen. Kämpfen war ein bedeutender Teil seiner kriegerischen Kultur. Und viele Gegner überlebt zu haben galt be