Teil II: Der Unternehmer
1. Persönliche Ziele des Unternehmers
Sehr viele, die sich selbstständig machen, geben als Motiv an, dass sie ihr eigener Chef sein möchten. Den wenigsten sind aber auch die Schattenseiten einer Selbstständigkeit bekannt. In Wirklichkeit arbeitet der Unternehmer nämlich keineswegs nur für sich, sondern auch für andere: die Bank, Mitarbeiter, Kunden, Familie, Finanzamt … Statt wirklich „frei“ zu sein, findet er sich schnell in einem Netz aus Verpflichtungen wieder.
Zugleich steht der Unternehmer unter ständiger Beobachtung. Sein geschäftliches wie privates Umfeld registriert seine Aktivitäten. Weder Umbauarbeiten in der Firma und neue Firmenfahrzeuge noch Urlaub und Hausbau bleiben verborgen, und manchmal wird der Unternehmer mit missgünstigen Reaktionen konfrontiert. Unterstellungen wie „Das neue Auto ist sicherlich durch überhöhte Preise finanziert“ sind nicht selten zu vernehmen. Oder Mitarbeiter sind der Meinung, dass ihr Fleiß und Einsatz das neue Fahrzeug mitfinanziert haben, anstatt dass sie selbst entsprechend belohnt werden. Durch solche Einflüsse gerät der Unternehmer leicht unter gesellschaftlichen Druck, und so mancher beginnt sich nach außen zu verstellen.
Dabei sieht seine Umgebung nur eine Seite der Medaille. Was von Außenstehenden häufig nicht wahrgenommen wird, sind Zeiten an Abenden und Wochenenden, an denen der Betriebsinhaber Rechnungen und Angebote schreibt – und niemand erfährt es, wenn er wieder einmal den Urlaub verschiebt, weil ein wichtiger Kunde seinen persönlichen Einsatz erwartet.
Unter diesen schwierigen Bedingungen ist es umso wichtiger, sich seine Ziele immer wieder bewusst zu machen und regelmäßig zu überprüfen, ob sie überhaupt noch verfolgt werden. Was sind also die persönlichen Motive und Zielsetzungen eines Unternehmers?
Welche Motive sprechen für die Selbstständigkeit?
1. Qualität der (Zusammen-)Arbeit
Die Selbstständigkeit bietet grundsätzlich die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, welche Arbeit/Tätigkeit mit wem und in welchem Umfeld erledigt wird.
2. Finanzielle Unabhängigkeit
Das unternehmerische Risiko geht einher mit der unternehmerischen Chance auf Gewinn. Finanzielle Unabhängigkeit, zumal ohne private Schulden, ist sicher ein realistisches Ziel für jeden Betriebsinhaber.
Gleichwohl sind Schulden zu Beginn der Selbstständigkeit oft nicht zu vermeiden. Betriebliche Kredite, Familiengründung und/oder ein privater Hausbau verstärken den finanziellen Druck. Allerdings sind