: Miriam Rademacher
: Harrowmore Diary (Band 3) Tibby und der Kuss der Mumie
: Sternensand Verlag
: 9783038963530
: Harrowmore Diary
: 1
: CHF 6.20
:
: Fantasy
: German
: 252
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Als Teil eines Teams von Archäologen erliegt Tibby dem Zauber des Orients. Doch die Dinge werden ihm unheimlich, als eine jahrhundertealte Mumie anfängt, in der unterirdischen Grabanlage herumzuwandern. Und das ist bei Weitem nicht das einzige Rätsel, das Tibby dazu bringt, so schnell wie möglich seine Dämonen zu Hilfe zu rufen ...

Miriam Rademacher wuchs auf einem kleinen Barockschloss im Emsland auf und begann früh mit dem Schreiben. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Osnabrück, wo sie an ihren Büchern arbeitet und Tanz unterrichtet. Sie mag Regen, wenn es nach Herbst riecht, wenn es früh dunkel wird und die Printen beim Lesen wieder schmecken. In den letzten Jahren hat sie zahlreiche Kurzgeschichten, Fantasyromane, Krimis, Jugendbücher und ein Bilderbuch für Kinder veröffentlicht.

Prolog


Ägypten, nahe Sakkara, April 1966

 

»Willkommen auf dem Parkplatz der Geschichte«, rief Tibby und schüttelte dem erstbesten Besucher der Ausgrabungsstätte überschwänglich die Hand, während er die Finger der linken hinter dem Rücken gekreuzt hielt. Die nächste Lüge war so fett, dass er Schwierigkeiten hatte, sie über die Lippen zu bringen. »Es freut uns immer, Touristen, die an der Geschichte Ägyptens interessiert sind, unsere Arbeit näherzubringen.«

»Und Sie sind also ein echter Archäologe?« Der wohlgenährte Mann in der ersten Reihe, um dessen Hals eine moderne Spiegelreflexkamera baumelte, musterte ihn kritisch. »Sie sehen mir nicht wie ein Bücherwurm aus.«

»Bin ich auch nicht«, räumte Tibby ohne eine Spur von Verlegenheit ein. »Sie werden verstehen, dass das teure, gut geschulte Personal anderweitig eingebunden ist. Ich bin hier nur der Schaufelhalter, aber ich spreche Ihre Sprache. Das sollte uns vorerst genügen.«

Ein unwilliges Raunen ging durch die zehnköpfige Gruppe, die schlecht gelaunt im prallen Sonnenschein schwitzte, doch Tibby ließ sich nicht beirren.

»Wenn Sie mir nun alle in das Zelt mit den Fundstücken folgen würden. Dort erwarten Sie zudem ein paar Erfrischungen, die unser Koch bereitgestellt hat. Ich hoffe, Sie mögen seine Variationen von Kräutertee. Gut möglich, dass mir über seiner Kanne die Rumflasche ausgerutscht ist, es diente nur der Verfeinerung.«

Augenblicklich änderte sich die Stimmung um ihn herum und Tibby lotste seine Schützlinge in den Schatten einer waghalsigen Konstruktion aus Leinenstoff und Stangen, wo auf einem Klapptisch lauwarmes Trinkwasser in Krügen und der ebenso lauwarme Tee auf die Gäste warteten. Eine schlanke Gestalt mit sehr kurzen Haaren versuchte noch, aus dem Zelt zu entkommen, als Tibby mit seinen Schützlingen eintraf, allerdings ließ dieser das nicht zu. »Und hier sehen Sie einen echten Archäologen, ganz wie Sie es sich gewünscht haben. Sein Name ist Bertie. Bertie, sag Hallo zu unseren Gästen.«

Bertie zog ein Gesicht, als ob er in eine Zitrone gebissen hätte, und murmelte eine leise Begrüßung, bevor er die Flucht ergriff.

Tibby konnte ein Grinsen nicht unterdrücken. Er mochte Bertie, aber der junge Mann war so entsetzlich schüchtern, dass Tibby gelegentlich den Wunsch verspürte, ihn etwas zu necken.

»Wie Ihnen allen bekannt sein dürfte, befinden wir uns hier am Rande von Sakkara, der berühmten Nekropole der alten ägyptischen Hauptstadt Memphis«, nahm Tibby seine Rolle als Fremdenführer wieder auf. »Während nur einen Steinwurf von hier entfernt, Pharaonen ihre imposanten Grabmäler errichten ließen, ist dies eher die B-Lage des antiken Friedhofs. Trotzdem sind wir dankbar, hier Ausgrabungen durchführen zu dürfen, denn auch in einem Gebiet von geringer historischer Bedeutung lassen sich nette Funde machen. Schauen Sie mal her.« Er hob die steinerne Figur einer Katze von der Größe eines Handballs in die Höhe. »Ist die nicht niedlich?«

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