: Carla Federico, Julia Kröhn
: Der Traum von Rapa Nui
: Verlagsgruppe Lübbe GmbH& Co. KG
: 9783751774987
: Bewegende historische Romane von Bestseller-Autorin Carla Federico
: 1
: CHF 4.50
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 643
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

E ne starke Frau und ihre Suche nach dem Glück auf der entlegensten Insel der Welt!

Chile, 19. Jahrhundert: Mit ihren 26 Jahren erscheint Katharina die Chance, dass sie noch einen Ehemann findet, verschwindend klein. Da kommt ihr eine Anzeige in der Zeitung gerade recht, in der ein verwitweter Schafzüchter von den Osterinseln eine Frau und Mutter für seine Kinder sucht. Voller Hoffnung bricht Katharina auf.

Schon die Reise in ihre neue Heimat stellt Katharina jedoch auf eine Bewährungsprobe. Und das Leben auf den unwirtlichen Osterinseln mit einem wortkargen, fremden Mann ist hart. Nur die Bekanntschaft mit dem Missionar Aaron scheint ein Lichtblick in Katharinas Leben zu sein. Auch Aaron ist von der hübschen jungen Frau fasziniert. Wenn er nur nicht geschworen hätte, nie zu heiraten ...

Große Gefühle und spannende Abenteuer - ein bewegender historischer Roman vor exotischer Kulisse! Julia Kröhn schreibt als Carla Federico und entführt ihre Leserinnen und Leser in eine andere Zeit in ferne Länder.

»Ein wildromantisches Abenteuer auf einer der entlegensten, geheimnisvollsten Inseln der Welt!«Freizeitwoche /b>

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Julia Kröhn schreibt als Carla Federico. Sie wurde 1975 in Linz an der Donau geboren. Heute lebt die Fernsehjournalistin und Autorin in Frankfurt am Main. Sie veröffentlicht unter verschiedenen Pseudonymen sehr erfolgreich Kinder-, Fantasy- und Historische Romane. Im Jahr 2010 erhielt die Bestsellerautorin den internationalen Buchpreis CORINE für ihren Roman<i><strong>I Land der Feuerblume</strong>< i>. Besuchen Sie die Autorin unter www.juliakroehn.de im Internet.

1. Kapitel


Katharina liebte es, in Valdivia zu sein, und zugleich hasste sie es. Das Leben hier war viel abwechslungsreicher als in ihrer kleinen Siedlung am Llanquihue-See: Aus den Bäckereien duftete es köstlich nach frischem Brot und Kuchen, aus den großen, stabilen Häusern tönte Klaviermusik; die Frauen waren elegant gekleidet, trugen Sonnenschirme, manchmal sogar Handschuhe. Doch das, was Katharina so inständig bewunderte, war zugleich stete Quelle des Haders: Die Frauen waren so viel hübscher als sie! Und das nicht etwa, weil sie feinere Züge und wohlgeformtere Körper hatten, sondern weil sie sich weiße Blusen, spitzenbesetzte Jäckchen und seidene, raschelnde Röcke leisten konnten. Kein Wunder! Die meisten von ihnen waren mit Fabrikbesitzern verheiratet, und die verdienten viel Geld – zumindest mehr als die Bauern vom Llanquihue-See. Auf diese blickten jene eleganten Damen ebenso verächtlich herab wie auf Katharina, und diese konnte es ihnen nicht einmal verdenken: Sie schämte sich ja selbst dafür, dass ihr Kleid voller Flicken war, der Strohhut hässlich und ihre Haare von der Sonne ausgebleicht, ganz zu schweigen von den rissigen Händen, denen man die harte Arbeit auf dem Feld oder im Kuhstall nur zu deutlich ansah und die sie, so verzweifelt sie sie auch wusch, nie ganz vom Dreck befreien konnte. Unter den Fingernägeln waren immer dunkle Ränder zu sehen, auch wenn sie sie noch so oft bürstete.

»Und jetzt?«, fragte eine Stimme dicht an ihrem Ohr. »Kriegen wir Kuchen?«

Sofort fielen die anderen Kinder in das Geschrei ein. »Au ja! Kuchen! Wir wollen Kuchen haben!«

Seufzend blickte Katharina auf die Schar. Insgesamt fünf Kinder standen wie Orgelpfeifen vor ihr: Der Jüngste, Taddäus, war erst drei, die Älteste, Elisabeth, schon sieben; alle waren sie Neffen und Nichten von ihr – und alle standen sie unter ihrer Aufsicht.

»Ich habe so viel zu erledigen!«, hatte Frida, ihre ältere Schwester, vorhin erklärt. »Da brauche ich deine Hilfe. Achte auf die Kinder!«

Pah! Von wegen viel zu erledigen! In Wahrheit ließ Frida sich bloß das neue Kleid anpassen, das Katharina sich selbst doch so sehr gewünscht hatte. Eigentlich konnte sich Frida so ein Kleid gar nicht leisten, zumal ihr Mann Jacobo als der faulste Bauer der ganzen Siedlung galt, aber irgendwie hatte sie ihm so lange in den Ohren gelegen, bis er schließlich bereitwillig genickt hatte – sehr zum Missfallen seiner Mutter Christi.

Ei