Die ersten Stunden und Tage
Die erste Begegnung mit Ihrem Baby ist ein besonderer Moment. Ihr Kind, das Sie viele Monate erwartet haben, ist nun da – endlich können Sie es in den Arm nehmen, es genau anschauen, auf seine leisen Geräusche lauschen und es beschnuppern. Langsam lernen Sie sich gegenseitig kennen. Viele Frauen erleben die Stunden nach der Anstrengung der Geburt als große Erleichterung und empfinden eine tiefe Freude. Sie verlieben sich spontan in ihr Kind.
Andere erleben die eigenen Körperempfindungen während der Geburt als überwältigend und diese stehen momentan im Mittelpunkt, deswegen können sie sich erst nach etwas Zeit ihrem Baby zuwenden.
Starke spontane Gefühle für das Baby nach der Geburt istein möglicher Weg, derandere ist, dass im behutsamen Miteinander im Alltag die Gefühle nach und nach wachsen.
Das Baby ist geboren!
Vielleicht spüren Sie selbst den Impuls, Ihr Baby zu sich zu nehmen. Vielleicht brauchen Sie noch etwas Zeit, bis es so weit ist. Oder Ihre Hebamme legt es Ihnen auf den Bauch, trocknet es ab und deckt Sie beide zu. Gedämpftes Licht, Ruhe und etwas Privatsphäre tun gut. Der Vater oder eine andere Begleitperson sind willkommen. Nun brauchen Sie einfach in Ruhe viel Zeit mit Ihrem Baby. In der ersten Stunde ist das Neugeborene meist lange aufmerksam. Besonders faszinierend findet es Ihr Gesicht. Sie spüren sich gegenseitig, lernen sich kennen, mit großen Augen schaut Ihr Kind Sie an. Durch Ihre vertraute Stimme wird es ruhiger, genießt Ihren Geruch und fängt an, Sie zu erkunden.
HAUTKONTAKT NACH DER GEBURT
Die körperlichen Vorgänge bei Ihnen und Ihrem Baby machen Sie jetzt besonders offen füreinander. Dies wird besonders dadurch unterstützt, dass Ihr Baby, wenn es geboren ist, durchgehend mindestens ein bis zwei Stunden lang auf Ihrer Haut liegt – oder bis Sie das erste Mal gestillt haben. Alle Routinemaßnahmen wie Wiegen, Messen, etwas Waschen und Anziehen können später durchgeführt werden.
Wenn Ihr Baby direkt auf Ihrer Haut liegt, bleibt es warm. Bei beiden werden Hormone ausgeschüttet, die die Milchbildung anregen und den Bindungsaufbau stärken. Das Kind hat zuerst mit Familienbakterien Kontakt, gegen die Sie Abwehrstoffe in Ihrer Milch bilden. Das stärkt sein Immunsystem.
Während Untersuchungen oder wenn bei Ihnen eine Geburtsverletzung genäht wird, kann Ihr Baby durchgehend auf Ihrem Bauch liegen bleiben.
Falls der Kreißsaal bald frei werden muss, ist es ideal, wenn das nackte Baby auf der Haut der Mutter liegt und beide warm zugedeckt im Bett verlegt werden.
Eine begründete Ausnahme vom durchgehenden Hautkontakt nach der Geburt ist selbstverständlich, wenn das Neugeborene oder seine Mutter dringend medizinisch versorgt werden müssen.
Nachholen möglich
Manchmal sehen die Abläufe im Krankenhaus direkt nach der Geburt etwas anderes als ausgiebigen Hautkontakt vor. Falls man Ihr Baby wegnehmen will, können Sie oder Ihr Partner ruhig sagen, dass Sie es bei sich behalten möchten. Es kann aber auch sein, dass Sie sich in diesem Moment nicht dazu in der Lage sehen.
Erleben Sie die ersten Stunden anders, als Sie es gerne hätten, ist es verständlich, dass Sie traurig sind. Doch braucht diese Anfangssituation keine endgültige Auswirkung zu haben. Sie können jederzeit ausgiebig Zeit mit Ihre