: Mirjam Müntefering
: Mittendrin im Lilabunt
: Ulrike Helmer Verlag
: 9783897419025
: 1
: CHF 15.30
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 297
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Inge Klottka (71) lebt auf dem Dykenhof ihren Traum einer Frauenwohngemeinschaft. Als der benachbarte queere Facettenhof sein zehnjähriges Jubiläum mit einem großen Fest feiern will, zieht Inge nach - mit ihrer eigenen Feier zum Dreißigsten, am selben Tag! Wiesenbüttel steht Kopf. Bald findet die 17-jährige Kati im Ruhrgebiet eine rätselhafte Einladung. Kati ahnt: In Wiesenbüttel könnte sie das Geheimnis um die Trennung ihrer Mütter lüften. Ihre Reise führt sie mitten hinein in ein turbulentes Doppel-Jubiläum - zwischen lila Luftballons, bunten Festtagsfähnchen und Begegnungen, die ihr Leben für immer verändern ...

Mirjam Müntefering ist Filmwissenschaftlerin und Fernsehredakteurin, arbeitete für TV- und Print-medien. Seit 1998 ist sie mit Romanen für Erwachsene und Jugendliche erfolgreich und war in diversen Fernsehtalkshows zu Gast. Als hauptberufliche Autorin fühlt Mirjam Müntefering sich in vielen Genres wohl. Seit jeher setzt sie sich für die rechtliche Gleichstellung aller Partnerschaften ein und wirbt für mehr Diversität in der Literatur. In ihrer Freizeit widmet sie sich dem Tierschutz und führte viele Jahre lang eine eigene Hundeschule. Bisher erschienen im Helmer Verlag: »Anders geht immer« (2015), »Sonnenröschenwinter« (2018), »Unversehrt« und »Luna und Martje« (beide 2022).

 

1. Kapitel

27. Juli – Wunderschöner, stinknormaler Samstag

Inge

Wiegut,dassnichtsaufderWeltmirdieseskleineParadiesnehmenkann.

Mein schönstes Ritual des Tages ist der frühe Spaziergang hin­durch, über die verschlungenen Gartenpfade bis zu dieser alten Bank. Das orgiastische Vogelkonzert der Morgendämmerung, das mich geweckt hat, gleitet in harmonisches Tirilieren über. Die aufsteigende Sonne malt rote und orange Muster auf das sich leicht kräuselnde Wasser vor mir. Im Schilf raschelt es und auf meinem Lieblingsplatz am Ufer sitzend kann ich das leise Piepen der Entenküken hören. Diese Szenerie, denke ich jedes Mal, kommt dem Paradies sehr nahe. Natürlich so, wie ich es mir vorstelle, ganz ohne Kirche und Pfarrer und Weihrauchgedöns, sondern mit Natur und Frieden und Harmonie.

MeinGarten,derandenaltenLöschteichWiesenbüttelsmitteninderLüneburgerHeideangrenzt,liegtjetztimHochsommererwartungsvollunterdemTau.DieGemüsebeetebersten,diemeistenObstbäumesindmitNetzenabgedeckt.Nureinpaarlasseichohne,damitStareundAmselnsichgütlichtunkönnen.IndenStaudenrabattenwartendienochgeschlossenenBlütenmeinerSchätzchenaufdenSonnenscheindesTages,umdanninallenFarbendesRegenbogens<