1. Kapitel
27. Juli – Wunderschöner, stinknormaler Samstag
Inge
Wiegut,dassnichtsaufderWeltmirdieseskleineParadiesnehmenkann.
Mein schönstes Ritual des Tages ist der frühe Spaziergang hindurch, über die verschlungenen Gartenpfade bis zu dieser alten Bank. Das orgiastische Vogelkonzert der Morgendämmerung, das mich geweckt hat, gleitet in harmonisches Tirilieren über. Die aufsteigende Sonne malt rote und orange Muster auf das sich leicht kräuselnde Wasser vor mir. Im Schilf raschelt es und auf meinem Lieblingsplatz am Ufer sitzend kann ich das leise Piepen der Entenküken hören. Diese Szenerie, denke ich jedes Mal, kommt dem Paradies sehr nahe. Natürlich so, wie ich es mir vorstelle, ganz ohne Kirche und Pfarrer und Weihrauchgedöns, sondern mit Natur und Frieden und Harmonie.
MeinGarten,derandenaltenLöschteichWiesenbüttelsmitteninderLüneburgerHeideangrenzt,liegtjetztimHochsommererwartungsvollunterdemTau.DieGemüsebeetebersten,diemeistenObstbäumesindmitNetzenabgedeckt.Nureinpaarlasseichohne,damitStareundAmselnsichgütlichtunkönnen.IndenStaudenrabattenwartendienochgeschlossenenBlütenmeinerSchätzchenaufdenSonnenscheindesTages,umdanninallenFarbendesRegenbogens<