: Jo Segura
: Temple of Swoon Roman – »Ich liebe dieses Buch von der Queen der Abenteuer-RomComs so sehr.« Ali Hazelwood -
: Heyne Verlag
: 9783641328658
: 1
: CHF 11.70
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: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ihre Mission: Finde die Verlorene Stadt des Mondes im Amazonas-Regenwald.
Sein Auftrag: Beschütze den heiligen Tempel ... und dein Herz.


Dr. Miriam »Miri« Jacobs soll die Expeditionsleitung zur sagenumwobenen Verlorenen Stadt des Mondes übernehmen, weil ihre Mentorin Dr. Corrie Mejía ausfällt – ihre große Chance, sich zu beweisen! Journalist Rafael »Rafa« Monfils begleitet das Team, um die Expedition zu dokumentieren. In Wahrheit will er die Gruppe von der Stadt fernhalten und das Erbe seiner Mutter schützen. Sein Plan: Sie auf den falschen Weg führen. Doch jede falsche Fährte befeuert nur Miris Entschlossenheit. Und ehe er sichs versieht, verdreht die eigenwillige Archäologin ihm den Kopf. Noch während sie sich durch den gefährlichen Amazonas schlagen, merken die beiden, dass es noch jemanden gibt, der nach der Stadt des Mondes sucht. Plötzlich sind ihre aufkeimenden Gefühle füreinander nicht mehr ihre einzigen Sorgen...

Jo Segura lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden im pazifischen Nordwesten der USA. Ihre Geschichten handeln von starken, leidenschaftlichen Heldinnen und greifen Aspekte ihres Lebens auf, wie ihre Liebe zu gutem Essen, ihre mexikanischen Wurzeln und ihre Faszination für Archäologie. Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet Jo Segura als Juristin, mixt einen verdammt guten Cocktail oder vertreibt sich die Zeit in ihrem Garten.

2

Global Geography würde es sicherlich nicht freuen zu hören, dass sich Rafael für 300 Dollar eine völlig überteuerte Taxifahrt gegönnt hatte. Aber als er seinem Chef geschrieben hatte, dass der Bus ihm vor der Nase weggefahren war, hatte der nur geantwortet: »Sieh zu, dass du nach Manacapuru kommst, egal wie.« Das interpretierte er als Erlaubnis, das Geld vonGloGeo so auszugeben, wie er es für richtig hielt. Aber einen Hunderter mehr auszugeben, damit eine völlig Fremde mitfahren durfte? Tja.

Aber was hätte er sonst tun sollen? Sie einfach zurücklassen? Offenbar hatte sie einen noch viel schlimmeren Tag gehabt als er. Jeder barmherzige Samariter hätte dasselbe getan. Es lag kein bisschen daran, dass er völlig von ihr bezaubert war.

Okay, na gut. Es lag allein daran und an sonst gar nichts.

Er hatte nicht vorgehabt, sie anzustarren, als er sich nach den ausgebüxten Pringles bückte, aber dann hatten ihre saphirblauen Augen hinter der Brille hervorgeblitzt und ihn in den Bann geschlagen. Und als dann all diese gewitzten Kommentare aus ihrem Mund gesprudelt waren wie Wasser aus einem Hahn, den man nicht mehr abstellen konnte, was eindeutig kein Versuch gewesen war, ihn zu beeindrucken, tja … da war er regelrecht fasziniert gewesen. Außerdem hatte irgendwas an dieser Kombination aus Streberbrille und Dutt es ihm angetan.

Nicht, dass er in Brasilien war, um sich nach einer Romanze umzuschauen. Aber angesichts der höllischen Wochen, die ihm unfreiwilligermaßen bevorstanden, hatte er sich eine kleine Ablenkung ja wohl redlich verdient.

»Hier.« Die Frau reichte ihm ein Bündel Bargeld aus der Tasche, die sie unter dem T-Shirt trug. »Ich habe gerade nur 52 Dollar, aber ich kann Ihnen den Rest geben, sobald wir in Manacapuru sind.«

Er winkte ab. »Ach was, machen Sie sich deswegen keine Gedanken. Betrachten Sie es einfach als kleine Wiedergutmachung.«

Fragend neigte sie den Kopf.

»Wegen dem Waschraum vorhin«, erklärte er und dachte an ihr völlig entgeistertes Gesicht. »Keine Sorge, ich habe nichts gesehen.«

Sie errötete heftig. »Versprochen?«

»Versprochen. Sie haben blitzschnelle Reflexe.«

»Sie hätten mal sehen sollen, wie ich vorhin dem Bus hinterhergerannt bin, den wir beide verpasst haben«, sagte sie, halb kichernd, halb mit einer peinlich berührten Grimasse.

»War es sehr elegant?«

»Oh, eleganter geht es wohl kaum.« Sie lächelte und schob eine ihrer hellbraunen Locken hinters Ohr. »Vielen Dank übrigens. Ich bin Miriam, aber Sie können mich Miri nennen«, sagte sie und streckte ihm die Hand hin.

»Rafael. Aber Sie können mich Rafa nennen. Und wir können uns gern duzen.« Er ergriff ihre Hand und kämpfte gegen den Drang an, sie anzugaffen. »Amerikanerin?«

»Ist es so offensichtlich?« Sie verzog das Gesicht, und er lachte.

»Ich kann Nein sagen, wenn dir das lieber ist.«

Sie stieß die Luft aus, dass ihr langer Pony flatterte. »Was hat mich verraten? Mein vornehmer Akzent? Die stylischen Klamotten? Meine auffallende Unbekümmertheit beim Umziehen in einer öffentlichen Toilette?«

»Die Gürteltasche.« Er versuchte, ganz neutral dreinzublicken, aber unwillkürlich zuckten seine Mun