: Austin Taylor
: Das Gefühl von Unendlichkeit Roman. »Eine mitreißende Geschichte über Liebe, Freundschaft und dem unbändigen Wunsch nach Erfolg – koste es, was es wolle.« Lucy Clarke
: Heyne Verlag
: 9783641330910
: 1
: CHF 15.20
:
: Erzählende Literatur
: German
: 400
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein zärtlicher wie erschütternder Roman über die Nuancen der Liebe und ihre Vergänglichkeit

Es fühlt sich an wie ein Urknall, als Zoe im Vorlesungssaal von Harvard auf den charismatischen Jack trifft. Von einer Sekunde auf die andere verändert sich alles, Zoe ist wie elektrisiert, wenn sie zusammen sind. Tagsüber führen sie einen spielerischen Wettkampf um die Anerkennung ihrer Professoren, nachts diskutieren sie in tiefgehenden Gesprächen ihre Ideen und Träume. Schnell entwickeln sie Gefühle füreinander. Als sie eine Entdeckung machen, die nicht nur die Welt der Chemie, sondern auch das ganze Land in Aufruhr versetzt, werden Zoe und Jack von einer Welle aus Anerkennung und Erfolg mitgerissen. Doch der steigende Druck stellt ihre Liebe auf eine harte Probe. Und als Jack droht, daran zu zerbrechen, muss Zoe alles, woran sie je geglaubt hat, infrage stellen.

»Dieses Buch hat mir den Atem und mein Herz geraubt.« Chris Whitaker

Austin Taylor, geboren 1999 in Maine, USA, hat Chemie und Englisch an der Harvard University studiert. Ihr Debütroman »Das Gefühl von Unendlichkeit« ist zum Teil von ihrem Studium, ihren Kommiliton*innen und ihrer Arbeit im Chemielabor inspiriert. Neben ihrem Studium arbeitete sie als Autorin für dieHarvard Political Review, nach ihrem Abschluss war sie in der Wissenschaftspolitik tätig. Taylor lebt und schreibt in Maine.

3


»Ich hab einfach das Gefühl, es wäre gut, es jetzt hinter sich zu bringen. Solange meine Kurse noch leicht sind«, sagte Sophia. Zoe saß mit zwei von ihren drei Mitbewohnerinnen im Gemeinschaftsraum ihrer Erstsemester-Wohnung. Gabby war freitagnachmittags immer bei ihrer Arbeitsgruppe.

»Aber du hast noch nicht Organik zwei belegt«, sagte Hanna und blickte von den Hausaufgaben auf, die sie auf ihrem Schoß balancierte.

»Ich mach das einfach im Selbststudium.«

»Das … ist Wahnsinn«, erwiderte Hanna. »Du musst masochistisch veranlagt sein.«

Zoe trank lächelnd aus ihrer Wasserflasche.

»Wie lange dauert das noch mal?«

»Fünf Jahre.« Sophia lehnte sich zurück und brachte ihren Schreibtischstuhl in eine halb liegende Position.

»Was, wenn du dir eine Auszeit nehmen willst?«

Sophia machte ein empörtes Gesicht. »Eine Auszeit vor einem Medizinstudium von vielleicht neun Jahren? Ich meine, hoffentlich neun Jahre.«

»Oder«, bot Zoe an, »du könntest dir das ganze Medizinstudium schenken.« Sie lachte schon, bevor Sophia die Arme hochreißen konnte. »Ich mein ja nur, es ist eine Option.«

»Selbststudium Organik zwei«, murmelte Hanna wieder, »ich kann nicht mal regulär Organik eins studieren.«

»Ich bin tatsächlich gerade mit meinen Übungsaufgaben für Organik fertig.«

»Toll, machst du das dann für mich?« Sie warf Zoe ein paar zerknitterte Papiere zu, die Heftklammer oben links war herausgerissen. Zoe nahm den Kugelschreiber, mit dem sie herumgespielt hatte, und löste die Aufgabe. Dann warf sie Hanna die Papiere wieder hin.

»Du bist so nervig.«

»Gern geschehen.«

Zoe zögerte. »Apropos Organik, kennt ihr jemanden namens Jack?«, fragte sie dann.

Hanna streckte sich auf dem kleinen Sofa aus und ließ den Kopf über die Armlehne hängen, wobei ihr hellblondes Haar fast den Boden berührte. »Nope.«

Zoe wandte sich an Sophia.

»Hm.« Sophia sah sie neugierig an. »Stehst du auf ihn?«

Wie hatte sie das nur aus zehn Worten heraushören können? »Nein«, antwortete Zoe zu schnell und ärgerte sich, weil sie unaufrichtig klang, obwohl es der Wahrheit entsprach. Jack war nicht ihr Typ. »Ganz und gar nicht. Er war nur in meinem Kurs für Organik und ist nicht mehr aufgekreuzt.«

»Vielleicht hat er den Kurs aufgegeben?«

»Ja, hattest du schon Zwischenprüfung?«, fragte Hanna.

»Gerade erst, aber die hat er auf keinen Fall vergeigt. Er konnte …« Mit mir mithalten, wollte sie sagen, aber sie wollte nicht eingebildet klingen. »Wahrscheinlich war er der Klügste im Kurs.«

»Du stehst also doch auf ihn«, stellte Sophia triumphierend fest.

»Nein, echt nicht, Leute.« Zoe schloss für einen Moment die Augen, ärgerte sich, weil sie rot wurde. »Wir hatten nur einen … freundschaftlichen Wettbewerb laufen. Nach dem Motto, wer ist der größere Nerd? Für alle anderen war es ziemlich nervig, glaube ich. Aber deshalb hab ich mich gefragt, warum er nicht mehr in die Vorlesung kommt. Das ist alles.«

»Oder er hat die Zwischenprüfung mit Bravour bestanden und beschlossen, dass er für den Rest des Kurses nicht mehr erscheinen muss«, überlegte Sophia.

Zoe nickte und lehnte den Kopf an die Wand. Daran hatte sie nicht gedacht.

Sophia räusperte sich leise. »Ich weiß, wer er ist.«

»Ach?« Zoe versuchte, locker zu klingen. Denn, verdammt, das war sie schließlich auch.

»Jack Leahy. Er war letztes Jahr mit mir inLS50.« Das hieß, er war im zweiten Studienjahr.

»Wusstest du, dass er mit David Li zusammenarbe