: Karin König
: Küstensommer Roman
: Heyne Verlag
: 9783641332891
: 1
: CHF 3.60
:
: Erzählende Literatur
: German
: 416
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Ostseesommer voller Sonne, Strand und zweiter Chancen

Nina Meerbach liebt ihren Job als Lehrerin und ihre kleine Tochter Hannah, die sie zusammen mit ihrer Schwester im idyllischen Altensande an der Ostsee großzieht. Doch dann wird ausgerechnet Chris der neue Trainer von Hannahs Fußballmannschaft – Chris, der Ninas große Jugendliebe war und sie nach dem Abi vor fast zehn Jahren einfach sitzengelassen hat. Auch wenn Nina sich geschworen hat, nie wieder jemanden so nah an sich ranzulassen, schlägt ihr Herz höher, wann immer sie sich zwischen Dünen, Meer und Fußballplatz sehen. Auch Chris hat gute Gründe, sich von ihr fernzuhalten. Aber wie lange können sie ihre Gefühle füreinander noch unterdrücken?

Karin König hat Journalistik studiert, für mehrere Lokalzeitungen geschrieben und ein Volontariat beim WDR absolviert. Aktuell arbeitet sie als Journalistin für den WDR. Wenn sie mal nicht hinter ihrem Laptop sitzt, hat sie meistens ein Buch vor der Nase. Außerdem engagiert sie sich ehrenamtlich als Rettungsschwimmerin. Den Sommer verbringt sie am liebsten an der Ostsee. Mehr über Karin König unter www.karin-koenig.com

Kapitel 1


Noch bevor ich den kleinen Fußweg zur Pension betreten habe, wird die dunkelgrüne Tür aufgerissen. »Mama, da bist du ja endlich!«, ruft Hannah mir entgegen. »Wir warten schon alle auf dich.«

Obwohl sie mir auch nach ihrem letzten Wachstumsschub gerade mal bis zum Bauchnabel reicht. ist sie in fünf schnellen Schritten bei mir und schlingt die Arme um meine Hüften.

»Hallo, mein Schatz.« Ich lasse meine Ledertasche mit den Arbeitsheften der Klasse 3A auf den Boden sinken und umarme meine Tochter. »Wo brennt es denn?«

»Rosa hat neue Törtchen gebracht! Ich finde Erdbeere super, aber Tante Sandra mag Tiramisu mehr. Du musst sie zur Vernunft bringen.«

Lachend richte ich mich wieder auf. »Ich werde mein Bestes geben.« Hannah greift nach meiner freien Hand und geht zielstrebig voran. Die drei kleinen Steinstufen am Eingang hoch und unter dem selbst bemalten Surfbrett mit der Aufschrift »Pension Meerbach« hindurch, das über der Tür hängt. Im Flur vor dem kleinen Rezeptionstisch, den Phillip letzten Winter eingebaut hat, steht eine Frau mit grauer Kurzhaarfrisur und Sonnenhut und studiert die Flyer in der Auslage. Ihre beiden fünfjährigen Enkel sind gerade dabei, das Strandspielzeug untereinander aufzuteilen.

»Moin, Frau Krause. Na, was macht der Urlaub?«, frage ich im Vorbeigehen.

»Alles wunderbar, meine Liebe. Und vielen Dank noch mal für die Strandwanderung am Samstag. Die beiden sahen danach aus wie matschige Sandmonster. Aber sie haben es geliebt.«

Kaum hat sie das Wort »matschig« ausgesprochen, lassen die beiden Kinder Wasserball und Schwimmflügel fallen und drehen sich mit großen Augen zu ihrer Oma um. »Können wir das noch mal machen? Vielleicht finden wir ja dieses Mal den Wattwurm. Bitteeee!«

Frau Krause zuckt schmunzelnd mit den Schultern. »Das müsst ihr nicht mich fragen, sondern unsere Wattführerin hier.«

»Strandführerin«, korrigiere ich, dann deute ich mit dem Kinn auf die Kork-Pinnwand hinter der Rezeption. »Ihr habt Glück. Diesen Samstag gibt es wieder eine Tour. Wenn ihr mitmachen wollt, tragt euch einfach auf die Liste ein, und dann sehen wir uns pünktlich um zehn Uhr hier.«

Triumphgeheul bricht aus. Frau Krause und ich tauschen einen amüsierten Blick, dann zieht Hannah mich weiter, durch den Flur in die große Küche. Neben den Mahlzeiten für meine kleine Familie wird hier auch jeden Morgen das Frühstück für die Pensionsgäste vorbereitet. Noch sind es ein paar Wochen bis zum Beginn der Sommerferien, und dementsprechend ist erst die Hälfte der Zimmer in der Pension Meerbach belegt. Der perfekte Zeitpunkt, um neue Rezepte zu testen.

»Besonders schwierig war die B