: Sara Wolf
: Heavenbreaker Roman
: Heyne Verlag
: 9783641330897
: Heavenbreaker
: 1
: CHF 8.90
:
: Science Fiction
: German
: 608
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Die junge Synali ist die uneheliche Tochter von Baron Hauteclare, einem der mächtigsten Fürsten ihrer Raumstation. Um seinen Fehltritt geheim zu halten, setzt der Baron Auftragskiller auf sie und ihre Mutter an. Doch Synali kann entkommen – und hat fortan nur noch ein Ziel: Rache um jeden Preis. Der geheimnisvolle Adelige Darvik bietet ihr einen Deal an, den sie nicht ablehnen kann: Wenn Synali am tödlichsten Wettkampf der Station teilnimmt und gewinnt, wird Darvik ihr helfen, die Mörder ihrer Mutter zu töten. Synali ist fest entschlossen, nichts zwischen sich und ihre Rache kommen zu lassen – nicht einmal den gut aussehenden Rax, ihren gefährlichsten Gegner …

Sara Wolf lebt in Portland, Oregon, und verbringt jede wache Minute mit Schreiben, Lesen und Backen (wobei letzteres vielleicht schon mal für einen kleinen Küchenbrand gesorgt haben könnte). In ihrer Freizeit schneidet sie am liebsten ihren Katzen Grimassen. Mit ihrem Roman »Heavenbreaker« eroberte sie die »New York Times«-Bestellerliste im Sturm.

2.Aureus


aureus ~a ~um,a.

  1. mit Gold überzogen, vergoldet

Ich beschleunige meine Schritte, als ich den Turniersaal Richtung Hangar sechs durchquere. Ich muss mich beeilen – ich habe wertvolle Minuten damit verloren, Vaters Leiche durch die Luftschleuse zu schieben.

Der Gang wölbt sich hoch über mir wie eine Höhle aus kaltem Marmor und Stahl. Die Station ist groß genug, um drei Ebenen zu beherbergen – den unteren Bezirk, den mittleren Bezirk und den Adelsbezirk –, aber am allermeisten Raum nimmt, mit Ausnahme des Königspalasts, der Turniersaal ein. Reiten ist die einzige Sportart, die die Anerkennung sowohl des Königs als auch der Kirche genießt, und so ist der Turniersaal das reinste Unterhaltungsmekka. Und einer der wenigen Orte, an denen auch das gemeine Volk willkommen ist … wenngleich auch nur, um seine Credits auszugeben und die Tribünen zu füllen.

Ich werde noch schneller und biege nach links zum Hangar sechs ab, folge den orangefarbenen Lichtern. Die Lampen haben die Form von Engeln. Was für ein behagliches Leben müssen die Adligen führen, wenn sie Zeit dafür haben, so schöne Lampen zu machen? Sie haben reichlich zu essen und genug Medizin selbst gegen den kleinsten Schnupfen, während wir anderen immer wieder von Ausbrüchen der roten Pocken heimgesucht werden. Auch meine Wangen sind von Pockennarben gezeichnet – es ist schon lange her, und ich habe damals nur knapp überlebt. Das Gesicht meines Vaters hingegen war verstörend glatt. Adlige müssen nicht ums Überleben kämpfen. Sie entscheiden, wer überlebt.

Ein Herzog hat die höchste Position innerhalb eines Hauses inne. Ihm untersteht eine Handvoll Lords, und diesen Lords wiederum unterstehen zahlreiche Barone, die dafür sorgen, dass das gemeine Volk arm bleibt, der Gnade der Aristokraten ausgeliefert. Sie entscheiden, wer lebt, wer Proteinrationen bekommt und wer stirbt.

Aber jetzt entscheide ich, wann und wo ich sterbe.

Und es wird in einem Streitross sein.

Ich blicke hinauf. Die prächtigen Banner der Adelshäuser säumen den Turniersaal; am auffälligsten ist der purpurgoldene Drache des Königshauses – des Hauses Ressinimus. Fans dürfen sich eigentlich nicht in der Nähe der Hallen aufhalten, aber ein kleines Grüppchen hat sich trotzdem hineingeschlichen und wartet mit Gewächshausblumen und Autogrammbüchern in den Händen darauf, dass ihre Lieblingsreiter vorbeikommen. Die Bücher sind aus echtem, kostbarem Papier – tja, hier ist echter, sehr viel weniger kostbarer Fanatismus am Werk.

»Wer ist das?«, flüstert ein Mädchen und starrt mich an.

»Die Reiterin des Hauses Hauteclare«, behauptet der Mann neben ihr. »Das einzige Haus, dessen Reiter ein so strahlendes Weiß trägt, ist Hauteclare.«

»Aber … sie ist ein