Prolog
Newport, Rhode Island,
vor siebzehn Jahren
Wir spielen Susies Lieblingsspiel, bei dem ich einen Ladenbesitzer mime und sie mit ihren Plüschtieren nacheinander hereinkommt, um verschiedene Gegenstände aus ihrem Schlafzimmer zu kaufen, während ich so tue, als wollte ich keinen davon abgeben.
»Nein, Sir«, sage ich mit gespielter Empörung. »Ich kann Ihnen keineSocken verkaufen. Die führen wir nicht. Sie müssen sich in der Tür geirrt haben, Sie wollten bestimmt in den Laden nebenan, da gibt es jede Menge Socken.«
»Aber da sind doch welche«, sagt ihr Stoffschaf mit tiefer Stimme und deutet mit dem Kopf auf die offene Schublade direkt neben meinem Kopf.
»Diese Socken sind nicht verkäuflich«, sage ich. »Für kein Geld der Welt.«
»Aber ich brauche Socken, und das hier ist ein Laden.« Mit ihrem Lispeln klingt der Satz hinreißend.
»Das sind ganz besondere Socken. Sie sind absolut unverkäuflich, sie gehören zu unserer Sammlung wertvoller Gegenstände, die für die Nachwelt erhalten wird.«
Susie kichert. Sie zupft an einem ihrer blonden Zöpfe, die ich heute Morgen extra für sie geflochten habe, weil sie wie die Heidi aus ihrem neuen Buch aussehen wollte. Der linke Zopf sitzt noch einwandfrei, aber der rechte löst sich langsam auf, während sie daran herumspielt.
»Saffy«, schimpft sie mit mir. »Du musst Mr. Sheep verkaufen, was er verlangt.«
Wenn wir irgendein Spiel spielen, fällt sie jedes Mal aus der Rolle. Sie kommandiert mich gern herum und weist mich zurecht. Susie hat für jedes Spiel ihre eigenen Regeln, und im Gegensatz zu den meisten anderen Spielen – denen der Erwachsenen – komme ich nicht dahinter, was ihre Regeln sind oder wie sie sich ändern. Das ist einer der Gründe, warum ich so gern mit ihr spiele. Es ist nie langweilig.
»Nun, das Schaf sollte etwas verlangen, was ich ihm auch verkaufen kann, Susie-san.«
Das ist mein Kosename für meine Schwester. Harold bezahlt für uns Japanischunterricht und auch alles andere.
»Wenn ich diese speziellen Socken nicht haben kann«, sagt Susie mit der Stimme von Mr. Sheep, »dann geben Sie mir die Socken, die Sie tragen.«
»Diese hier?« Ich strecke entrüstet meine Füße aus und wackle mit den Zehen. »Das sind meine Socken. Ohne die bekomme ich kalte Füße.«
»Ich will Ih