: Elizabeth Helen
: Forged by Malice – Schattengeschmiedet Roman
: Heyne Verlag
: 9783641329426
: Beasts of the Briar-Reihe
: 1
: CHF 8.90
:
: Fantasy
: German
: 736
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Vier Fae-Prinzen.
Ein tödlicher Fluch.
Eine Welt voller Gefahren, Magie und dunkler Liebe.

Endlich hat Rosalina im Verwunschenen Tal der Fae-Prinzen ein neues Zuhause gefunden. Doch ihr Glück ist nicht von Dauer, denn aus dem Reich des Frühlingsprinzen Ezryn erreichen sie beunruhigende Nachrichten: Eine alte Feindin aus der Unterwelt will ihm den Thron streitig machen und droht, Frühling mit Krieg zu überziehen. Rosalina steht ihrem Prinzen zur Seite, auch wenn sie sich dabei selbst in der Dunkelheit verliert …

»Forged by Malice« ist das dritte Buch in der »Bestien des Dornenwalds«-Reihe. Es ist eine Why-Choose-Romance, die reife Themen mit explizitem sexuellem Inhalt (M/F, M/M, MMFM) enthält und sich an Leser*innen ab 18 Jahren richtet.

Elizabeth Helen ist der Künstlername der beiden Schwestern Elizabeth und Helen. Sie lieben es, gemeinsam Fantasy-Romane zu schreiben und ihre Held*innen auf die wildesten Abenteuer zu schicken. Wenn sie nicht gerade schreiben, knuddeln sie ihre Katzen, sind draußen in der Natur oder spielen Dungeons& Dragons.

Prolog


Isidora wusste, dass die Monster kamen. Sie merkte es nicht an den Rauchwolken, die sichüber den Nebel erhoben, oder an den umgestürzten Bäumen oder an dem Geheul, das den gewundenen Pfad entlangschallte.

Sie merkte es am Geruch. Aus den Untiefen der Untenwelt waberte ein schrecklicher Gestank wie nach durchnässten Feldern, auf denen die Pflanzen vermoderten. Eine Wolke der Verwesung schwappte als Vorbote der Monsterüber den Mount Lumidor. Und dort, wo die elendigen Gestalten ihnüberquerten, würde nie wieder etwas wachsen.

Isidora zog ihren Schalüber Mund und Nase in der Hoffnung, der Stoff würde sie wenigstens ein bisschen vor dem Gestank schützen. Ihre Mutter hatte ihn ihr hastig um die Schultern geschlungen, als sie aufgebrochen war, und ihr Duft hing noch immer darin.»Schon oft haben wir und unzählige andere um Hilfe gebeten. Sie können nichts tun.«

Isidora war dennoch gegangen, denn irgendetwas musste sie tun. Sie musste es versuchen. Für ihr Dorf, ihre Mutter und für ihren kleinen Bruder. Dieses Mal würden die Hohepriester doch sicher zuhören. Ihr zuhören, wenn sie erzählte, welche Monster an ihren Türschwellen lauerten.

Sie setzte einen Fuß vor den anderen und wagte es nicht, sich umzusehen, ob von den Häusern Rauch aufstieg.

Ihre schlammverschmierten Stiefel rutschten auf den glatten Steinen, der Boden war noch nass vom Regen der vorangegangenen Nacht. Die Dunkelheit nahte, und feuchter Nebel zog zwischen den Bäumen auf. Isidora lief weiter.

Der Verwesungsgeruch wurde schwächer, und Isidora atmete tief ein. Hier oben wurde die Luft bereits dünner.

Und plötzlich brach es wie eine Schwertspitze durch den Dunstschleier: das Queens Reach Kloster. Aus der Nähe wirkte es noch viel größer. Die schwarzen Bögen schienen bis in den Himmel zu reichen. Direkt vor ihr ragte eine gewaltige Tür empor, sie warüber fünfmal so hoch wie sie selbst und mit eisernen Riegeln beschlagen.

Aber nach diesem langen Aufstieg würde sie sich nicht von einer Tür einschüchtern lassen. Isidora holte tief Luft und klopfte. Obwohl das Klopfen kaum zu hören war,öffnete sich nach einem kurzen Moment die Tür.

Vor ihr stand eine Frau in einer weiß-goldenen Robe, ihr Gesicht war von einer Kapuze verdeckt.

»Ich muss mit den Hohepriestern sprechen«, verkündete Isidora mit lauter Stimme.»Ich brauche ihre Hilfe.«

Die Frau mit der Robe winkte sie hinein.»Folge mir.«

Isidora schien es, als würde sie ins Maul einer schrecklichen Bestie steigen. Einer Bestie, die nicht aus Fleisch und Knochen, sondern aus Metall und Glas bestand.

Zwei Soldaten der Armee der Königin waren zu beiden Seiten der Tür positioniert. Sie trugen Speere, und ihre Blicke waren auf die Treppe in der Empfangshalle hinter ihnen gerichtet. In der Mitte des Raumes befand sich ein merkwürdiger Apparat. Zahlreiche Fae, ebenfalls in weiß-goldenen Roben, gingen umher.

»Hier entlang.« Die Frauöffnete eine eigenartige Metalltür.

Isidora folgte ihr in einen kleinen, kreisrunden Raum, der an einen Käfig aus gezwirbeltem Metall erinnerte. Die Frau schloss die Tür und tippte sich amüsiert lächelnd an die Nase.»Du möchtest doch nicht etwa die Treppe nehmen, oder?«

Sie fuhr mit dem Finger eine Rune an der Tür nach. Ratternd schoss der Käfig daraufhin plötzlich nach oben. Isidoras Magen machte einen Satz, und sie klammerte sich hastig an das Gitter neben ihr.

Die Frau lachte melodisch.»Bei meiner ersten Fahrt habe ich wohl genauso geschaut wie du. Ich war ungefähr in deinem Alter.«

Isidora rang nach Luft. Auf der anderen Seite des Gitters raste poliertes Metall an ihnen vorbei, dann verschwand die Wand an einer Seite plötzlich, und Isidora spürte einen Luftzug. Isidora sah den riesigen Berg vor sich und einen hellen Fleck an seinem Hang, wo die Hauptstadt in den Stein gehauen war. Florendel…

»Eine atemberaubende Aussicht«, sagte die Frau und setzte ihre Kapuze ab.

Sie war jung und wunderschön. Ihr kurzes braunes Haar lockte sich um ihre zarten, spitzen Ohren. Doch Isidora konnte den Blick nicht von ihren Augen abwenden, die so tiefblau waren wie ein Fluss in der Nacht.»Seid Ihr eine Prinzessin?«

Wieder lachte die Frau.»Nein, ich bin eine Goldene Akolythin. Wir dienen dem Hohen Licht.«

»Oh, klar.« Natürlich war sie eine Priesterin. Im Reich des Frühlings gab es keine Prinzessinnen mehr.

»Wie heißt du?«

»Isidora.«

»Ein wunderschöner Name«, antwortete die Akolythin,»und ein königlicher.«

»Ich wurde nach der früheren Hohen Prinzessin benannt.« Isidora zwang sich, ihren Rock loszulassen. Die Hohe Prinzessin Isidora hätte sich niemal