Kaum hatte Robins Vater die schlechten Neuigkeiten überbracht, ahnte Robin auch schon, was das bedeutete. Mit verzweifelter Hoffnung fragte er lieber noch mal nach: »Aber ich kann doch trotzdem zu dir ziehen, Papa, oder? Ich könnte helfen, deinen Kollegen zu finden.«
Doch wie Robin befürchtet hatte, schüttelte sein Vater den Kopf. »Das geht leider nicht, Robin«, begann er zu erklären. »Erstens ist es zu gefährlich. Solange das ganze Material nicht veröffentlicht ist, könnten immer noch Leute hinter mir her sein, um die Veröffentlichung zu verhindern.«
»Aber Sie können doch trotzdem Strafanzeige stellen und die Unterlagen der Staatsanwaltschaft übergeben«, wandte Bruder Tuck ein.
Robin und Ronja nickten eifrig.
»Ja!«, rief Robin. »Das ist doch eine super Lösung!«
Doch sein Vater widersprach erneut.
»Schon damals, als es um erste Anzeichen der Umweltverseuchung in Entenwerder und den Zirkusskandal ging, hat die Staatsanwaltschaft sehr schnell die Ermittlungen eingestellt. Seitdem habe ich kein Vertrauen, ihr das Material zu übergeben, ohne mich mit einer gleichzeitigen Zeitungsveröffentlichung abzusichern.«
»Sie meinen, jemand in der Staatsanwaltschaft steckt mit den Tätern unter einer Decke?«
Robins Vater zuckte mit den Schultern. »Oder es wurde Druck auf sie ausgeübt. Möglicherweise geht es bis in höchste politische Kreise. Immerhin wurde ein Kollege von mir getötet, zwei gelten als vermisst, und auf mich und meine Familie wurde ein Anschlag verübt, bei dem meine Frau ums Leben kam. Es handelt sich also um eine ganz, ganz große Sache. Irgendwelche Mächtigen wollen um jeden Preis eine Veröffentlichung und eine Strafanzeige verhindern. Undum jeden Preis ist hierbei wörtlich zu nehmen. Wer schon einige Morde zu verantworten hat, hat nichts mehr zu verlieren.«
Dann wandte er sich an Robin, der schon jetzt enttäuscht den Kopf hängen ließ. »Und es gibt noch einen zweiten Grund, aus dem du nicht sofort zu mir ziehen kannst.«
Robin hob zaghaft den Kopf. Was kam nun noch?
»Man hat mir damals das Sorgerecht entzogen«, erinnerte sein Vater ihn. »Man wusste nicht genau, ob ich noch im Lande oder überhaupt noch am Leben bin. Mindestens aber hielt man mich für einen, der in Alkoholismus und Obdachlosigkeit abgedriftet ist. Ich muss das Sorg