Kapitel1
Letzter Aufruf für Scarlett Graham und Aron Ragnarson
London, 27. Juli, Heathrow Airport
Scarlett
Eigentlich liebe ich Flughäfen. Eigentlich! Doch heute ist einer dieser Tage, an denen ich am besten gar nicht erst aus dem Bett gekrochen wäre. Einer dieser Tage, an denen alles schief geht. Man versucht, die Sache noch irgendwie zu retten, und macht es doch nur schlimmer. Dabei gäbe es mehr als nur einen Grund, heute zu feiern. Ich habe das Projekt am Kilauea Vulkan in Hawaii erfolgreich abgeschlossen und tolle Forschungsergebnisse erzielt. Dazu ist fast wie auf Bestellung der Litli-Hrútur in Island ausgebrochen, was für mich vor allem eines bedeutet – mehr Feldarbeit. Normalerweise ist das mein liebster Part, wenn es um meinen Job geht, doch heute will einfach nichts passen.
Erst hatte mein Anschlussflug von San Francisco nach London Verspätung, dann musste ich durch die Rushhour, um bei meinen Eltern meine gottverdammten Koffer zu tauschen – das, oder mir mit meiner Sommergarderobe in Island den Hintern abfrieren –, und jetzt stehe ich völlig abgehetzt in der Schlange zum Gepäck Check-in, um meinen nächsten Flug zu erwischen. Der Stress treibt mir den Schweiß auf die Stirn und mit jedem Blick auf die Uhr steigt mein Puls weiter in die Höhe. Ich bemitleide jetzt schon denjenigen, der im Flugzeug neben mir sitzen muss, schäle mich umständlich aus der Regenjacke und rümpfe die Nase. Hoffentlich habe ich mein Mini-Deo ins Handgepäck geworfen.
Die Schlange vor mir bewegt sich nur mühselig, und mein Blick wandert immer wieder zur Anzeigetafel vo