: Layne Fargo
: The Favourites Roman - Die einzigartige Liebesgeschichte in der glitzernden Welt des Eiskunstsports, die Leser*innen weltweit den Atem raubt
: Blanvalet Verlag
: 9783641319212
: 1
: CHF 12.60
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: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 576
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Für die Welt sind sie ein Skandal. Füreinander sind sie die ganze Welt. »The Favourites« ist das Buch, über das 2025 alle reden werden!

Katarina Shaw weiß eins ganz sicher: Sie ist dazu bestimmt, olympische Eistänzerin zu werden. Als sie Heath Rocha – selbst aus armen Verhältnissen stammend – kennenlernt, findet sie in ihm den Partner, um diesen Traum zu verwirklichen. Aus den Kindheitsfreunden wird ein rebellisches Duo, das sich bis in die obersten Ränge der glitzernden Eissportwelt hochkämpft. Mit den Funken, die zwischen ihnen sprühen, und mit ihrer Achterbahnbeziehung jenseits der Eisfläche faszinieren sie die Fans. Die Welt könnte ihnen zu Füßen liegen – wäre da nicht der schreckliche Skandal, der sie alles kosten wird …

Dramatisch, glamourös und mit einem unglaublichen Sog erzählt – vor der schillernden Kulisse des Profi-Eistanzes erzählt Layne Fargo von Leidenschaft, Ehrgeiz und von einer Protagonistin, die bereit ist alles zu geben, um zu gewinnen.

Layne Fargo liebt dramatische Geschichten, in denen faszinierende Frauenfiguren mit all ihren Stärken und Fehlern im Mittelpunkt stehen. Sie ist Mitbegründerin des Podcasts »Unlikeable Female Characters«, in dem sie über genau diese Art von Protagonistinnen diskutiert. Auch ihr Roman »The Favourites« handelt von einer Frau, die alles bereit ist zu geben, um ihren Traum zu verwirklichen. Bevor Layne Fargo hauptberuflich Schriftstellerin wurde, arbeitete sie unter anderem als Dramaturgin und Bibliothekarin. Die Autorin lebt mit ihrem Partner und viel zu vielen Büchern in Chicago, USA.

Kapitel 7

Am nächsten Morgen war der Schmerz in meiner Hüfte schlimmer geworden. Ich schob es auf die Sprungfedern der Motelmatratze, die sich die ganze Nacht über in mich hineingebohrt hatten, während ich versuchte, trotz des Verkehrslärms vom Highway und den mit Sicherheit nicht vorgetäuschten Lustschreien aus dem Nebenzimmer Schlaf zu finden.

In der Dusche ließ ich das Wasser so heiß laufen, wie es ging, und versuchte, unter den prasselnden Strahlen mit Dehnübungen meine Muskeln zu lockern. Der erste Wettkampf begann am späten Vormittag und würde bis in den Nachmittag hinein dauern. Danach blieb noch genug vom Tag übrig, um es langsam angehen zu lassen und mich zu erholen.

Damals begannen Eistanzwettbewerbe immer mit dem Pflichttanz, bei dem für alle Teams die gleichen Schritte vorgegeben waren, und damit dem Teil des Ganzen, den ich mit Abstand am wenigsten ausstehen konnte. Dummerweise wurde er von den Entscheidern erst abgeschafft, als meine Laufbahn schon fast zu Ende war. Der Originaltanz, bei dem die Teams dem aktuell festgelegten Tanzstil immerhin ihren eigenen Stempel aufdrücken durften, war schon eher meine Sache, aber am liebsten mochte ich den Kürtanz am Schluss. Hier durften wir selbst über Musik und Choreografie entscheiden.

Dank der kochend heißen Dusche und jeder Menge Stretching zum Aufwärmen schaffte ich es ohne größere Probleme durch den Quickstep-Part des Pflichtprogramms. Ich konnte das Bein zwar nicht so weit hoch schwingen wie sonst, aber Heath passte seine Drehungen entsprechend an, sodass unsere Spuren trotzdem parallel verliefen. Wir hatten schon bessere Leistungen gezeigt, aber es reichte für den siebten Platz.

Erst als ich mich am folgenden Tag für den Originaltanz anzog, fiel mir die riesige Prellung auf. Wir konnten uns keine schicken Kostüme leisten, weshalb Heath seine unscheinbare Kombination aus schwarzem Hemd und schwarzer Hose bei allen drei Tänzen trug. Ich hatte immerhin ein zweites, etwas hübscheres Kleid, das ich mir für die Kür aufheben wollte. Mein Kostüm für Pflicht- und Originaltanz war aus tiefschwarzem Samt, mit dünnen Spaghettiträgern und Seitenschlitz. Und eben dieser Schlitz bot ungehinderte Sicht auf das riesige Hämatom, das sich in leuchtendem Dunkellila zwischen Hüfte und Knie ausbreitete.

»Das sieht übel aus«, meinte Heath.

»Jedenfalls sind wir jetzt im Partnerlook«, stellte ich fest.

Es war mir gelungen, das Gröbste von Heaths blauem Auge zu kaschieren, aber alle Abdeckstifte der Welt konnten den Bluterguss an meinem Bein nicht zum Verschwinden bringen – er war auch noch durch meine dichteste Strumpfhose einwandfrei zu sehen. Das Kleid für den Kürtanz war länger – ein Eigenentwurf, für den ich ein Abschlussballkleid aus einem Secondhandladen zu einem gefütterten Body mit einem hauchdünnen Fransenrock umfunktioniert hatte – also entschied ich mich dafür und ignorierte die brennenden Schmerzen, die mir jede Berührung des wirbelnden Rocks versetzte.

Für den Original-Durchlauf waren lateinamerikanische Tänze festgelegt worden, und unser Programm war eine Rumba zu dem KlassikerPerhaps Perhaps Perhaps – allerdings in einer Mischung aus der Originalaufnahme von Desi Arnaz und einer Coverversion der Band Cake, was für genau die Wechsel in Charakter und Tempo der Musik sorgte, die die Preisrichter von einer ausgewogenen Darbietung erwarteten.

Im Laufe unserer Karriere sollte Latein so etwas wie unser Markenzeichen werden, weil der Tanzstil so gut zu unserem Naturell und der Chemie zwischen uns passte (und Preisrichter oft annahmen, Heath wäre lateinamerikanischer Abstammung – solange es unserer Punktzahl half, verzichtete er gern auf eine Richtigstellung). In jenen Tagen ließ unsere Technik noch zu wünschen übrig, aber in den lateinamerikanischen Tänzen glänzten wir schon damals. Während Quickstep schnelle, präzise