: Hannah Whitten
: The Foxglove King - Ein Hauch von Tod Roman - Die opulente und düstere neue Romantasy-Reihe der SPIEGEL-Bestsellerautorin!
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641326890
: Nightshade Crown
: 1
: CHF 4.50
:
: Fantasy
: German
: 592
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ein Hauch von Tod ... Kann Giftschmugglerin Lore ihn kontrollieren, bevor er ihr zum Verhängnis wird?

Seit jeher kann sich Schmugglerin Lore nur auf ihren scharfen Verstand verlassen. Als sie bei einem Botengang erwischt wird, bringt man die junge Frau an den Hof des Königs, der ihr dunkles Geheimnis kennt: ihre illegale Affinität zur Totenmagie Mortem. Um der Hinrichtung zu entgehen, übernimmt Lore einen Auftrag für ihn. Zur Seite gestellt bekommt sie den jungen Mönch Gabriel, zu dem sie – wie auch zu ihrem Zielobjekt Prinz Bastian – eine unbestreitbare Anziehung verspürt. Gefangen in einem Gewirr aus Intrigen, Machtspielchen und ihren Gefühlen darf Lore ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren ...

Gothic Vibes treffen auf die Tropes Enemies to Lovers, Forbidden Romance und Love Triangle – die opulente neue Romantasy-Reihe von SPIEGEL-Bestsellerautorin Hannah Whitten.

Hannah Whitten schreibt, seit sie einen Stift halten kann. Kein Wunder, dass sie als Autorin des romantischen Bestsellers »Für den Wolf«, mit dem sie von 0 auf Platz 10 der »New York Times«-Bestsellerliste einstieg, heute unzählige Leser*innen zum Träumen bringt. Auch ihre »Nightshade Crown«-Trilogie wurde zu einem internationalen Bestsellererfolg. Sie lebt in Tennessee mit ihrem Mann und ihren Kindern in einem Haus, das von einer temperamentvollen Katze regiert wird.

Erstes Kapitel


Niemand ist geduldiger als der Tod.

Auverrainisches Sprichwort

Jeden Monat glaubte Michal aufs Neue, sich mit dem Vermieter geeinigt zu haben, und jeden Monat schickte Nicolas aufs Neue einen seiner Söhne zu ihm, um dennoch die Miete einzutreiben. Die Söhne hatten wohl Strohhalme gezogen – das Pech traf diesen Monat Pierre, den Jüngsten und Pickeligsten der Bande, und er schleppte sich durch das Hafenviertel von Dellaire wie einer, den die Guillotine erwartet.

Das konnte Lore sich zunutze machen.

Der Morgenmantel, der schon bessere Zeiten gesehen hatte, war ihr von einer Schulter gerutscht. So lehnte sie im Türrahmen und beobachtete den Herannahenden. Pierres Blick glitt immer wieder zu der Stelle, wo der Stoff die Haut durchblitzen ließ, und sie musste sich auf die Innenseite der Wange beißen, um nicht zu lachen. Offenbar ließ er sich, wenn man ihm nackte Haut zeigte, nicht von den silbernen Messernarben beirren, die sie in Gassenkämpfen davongetragen hatte.

Sie hatte noch andere, interessantere Narben, hielt die Handfläche aber fest geschlossen.

Vom Meer kam eine kühle Brise heran, und Lore unterdrückte ein Schlottern. Pierre verschwendete keinen Gedanken an die Frage, weshalb sie so spärlich bekleidet aus dem Haus gegangen war, wo es morgens im Hafen doch selbst im Sommer immer frisch war. Ein leichtes Ziel in mehr als einer Hinsicht.

»Pierre!« Lore schenkte ihm ein strahlendes Grinsen, das Michals Augen immer zugleich aufblitzen und sich zusammenziehen ließ, und dann fragte er meistens, was sie von ihm wolle. Eine weitere Drehung im Türrahmen, eine weitere scheinbar nachlässige Pose, ein weiterer Windstoß, den sie mit einem unterdrückten Fluch quittierte. »Ist der Monat denn schon wieder vorbei?«

Michal sollte sich darum kümmern. Schließlich war das seine verdammte Bude. Aber die Lieferung, die er gestern Abend für Gilbert erledigt hatte, war in die Nordweststadt gegangen, und deshalb ließ Lore ihn schlafen.

Da sie hingegen früh aufgestanden war, hatte sie Gelegenheit gehabt, in Michals Taschen nach der Adresse zu stöbern, an der die Lieferung deponiert worden war. Diese hatte sie zur Schenke an der Ecke gebracht und sie Frederick, dem Wirt, gegeben. Seit Lore denken konnte, hatte Frederick in Vals Sold gestanden. Val würde jemanden vorbeischicken, der die Lieferung, noch ehe die Sonne am Himmel stand, abholen würde, und jemand anderen, der Gilberts Giftlieferung holen sollte, bevor es sein Kunde tat.

Lore war gut in ihrem Job.

Im Moment bestand der darin, dafür zu sorgen, dass der Mann, mit dem sie seit einem Jahr zusammenwohnte und den sie ausspionierte, nicht aus dem Haus geworfen wurde.

»Ich … ähm … ja, ja, schon wieder vorbei.« Pierre brachte es mit einiger Anstrengung fertig, ihr in die Augen zu schauen. »Mein Vater … ähm, er meint, diesmal wäre es ihm ernst, und …«

Lore ließ ihre Gesichtszüge mehrere ausgewählte Stadien durchlaufen, erst verwirrt, dann entsetzt, dann traurig. »Oh«, murmelte sie, schlang die Arme um sich und drehte sich so von ihm weg, dass er ihren weißen Hals sehen konnte. »Ausgerechnet diesen Monat.«

Sie erklärte nichts weiter. Das war nicht nötig. Wenn Lore in ihren dreiundzwanzig Jahren, von denen sie zehn auf Dellaires Straßen verbracht hatte, etwas gelernt hatte, dann, dass es den Männern lieber war, wenn man in ihrer Geschichte als Versatzstück vorkam und nicht als aktive Mitspielerin.

Aus dem Augenwinkel sah sie, wie Pierre die blassen Augenbrauen zusammenzog und sich die Haut rings um seine Sommersprossen rot färbte. Nicolas’ Söhne waren al