: Amber V. Nicole
: The Throne of Broken Gods - Götter und Monster 2 Roman - Die auf TikTok gehypte Dark-Romantasy endlich auf Deutsch!
: Blanvalet Taschenbuch Verlag
: 9783641331498
: Götter und Monster
: 1
: CHF 11.70
:
: Fantasy
: German
: 928
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Ihr Rachedurst droht die Welt zu zerstören – kann er sie zurückholen, bevor alles zu spät ist?

Diannas Herz ist gebrochen. Blindlings auf Rache sinnend beschließt sie, sich von ihrem letzten Fetzen Menschlichkeit loszusagen und die Welt voller Wut in Brand zu setzen. Nur der Gott Samkiel weigert sich zu glauben, dass Dianna vollends zu dem Monster geworden ist, für das sie alle halten. Er versucht alles in seiner Macht stehende, um sie vor sich selbst zu retten – auch wenn das bedeuten könnte, sich selbst zu verlieren. Doch der gefährliche Kaden mit seiner Armee aus Monstern bedroht weiterhin das Reich und Samkiel läuft die Zeit davon. Kann er retten, was er liebt, oder steht er vor einer unmöglichen Entscheidung?

Noch düsterer, noch mehr Spice: der zweite Band der fesselnden Dark Fantasy mit morally grey characters sowie den Tropes Found Family und Forced Proximity endlich auf Deutsch!

Amber V. Nicole arbeitet hauptberuflich als Tierarzthelferin. Wenn sie nicht gerade Tieren hilft, träumt sie sich an ferne Orte mit jede Menge Drachen, Magie und Schwertern. Sie liebt richtig gute Bösewichte und plant, ganz viele Geschichten zu schreiben, bei denen genau diese im Rampenlicht stehen werden.

Kapitel 1


Samkiel

Es waren zwanzigtausendeinhundertsechzig Minuten vergangen, seit sie verschwunden war, und ich hatte sie alle gezählt. Mein Blick huschte zu der großen Uhr auf der gegenüberliegenden Seite des Raums. Eine weitere Minute war vergangen.

»Eine riesige Bestie mit geschuppten Flügeln zerstört also halb Silberstadt und verschwindet dann einfach?« Die Moderatorin rutschte auf ihrem Sitz nach vorn und starrte mich an. Jill war ihr Name, richtig? Oder war es Jasmin?

Das glühend heiße Metall einer großen Stahlplatte, die ich von mir herunterstieß, verbrannte mir die Haut. Die Erde bebte, als ich mich aus dem Loch grub, das ich bei meinem Aufprall auf die Straße geschlagen hatte. Meine Ohren dröhnten, und als ich sie berührte, waren meine Finger feucht. Der silberne Schimmer darauf verriet mir alles, was ich wissen musste. Blut. Sie hatte so laut geschrien, dass davon meine Trommelfelle geplatzt waren.

Ein weiteres markerschütterndes Brüllen zerriss den Himmel, und ich warf den Kopf zurück. Es lagen Schmerz, Wut und unendliche Trauer in dem Schrei, von dem die Fenster in der Nähe erzitterten, und ich fragte mich, ob man ihn wohl durch alle Reiche hören konnte.

Ein mächtiges Flügelschlagen, dann noch eines, dann befand sie sich in der Luft. Donner krachte hinter ihr über den Himmel, denn sie stieg so schnell auf, dass die Luft verdrängt wurde. Lichter flackerten, und auf der Straße heulten Sirenen, während an den Gebäuden um mich herum Flammen züngelten.

Ich konnte nicht aufhören, an unsere gemeinsame Zeit zu denken, an jede einzelne Sekunde von der ersten bis zur letzten. Diannas Worte hallten in mir nach, als wären wir wieder in dieser verfluchten Burg.

Ihr Lächeln hatte etwas in mir geweckt, und zum ersten Mal seit einem Jahrtausend hatte ich gespürt, wie das Eis, mit dem ich mein Herz umhüllt hatte, Risse bekam. Sie blickte mich durch ihre dichten Wimpern an, und ihre haselnussbraunen Augen strahlten Wärme aus, als wäre ich etwas wert. Sie streckte einen kleinen Finger aus, und ich hielt den Atem an. Was stimmte nicht mit mir?

»Kleiner-Finger-Schwur, dass ich dich niemals zurücklassen werde, Euer Hoheit.«

Wieder einer dieser seltsamen Sätze von ihr, aber sie bedeuteten mir etwas. Jeder, der mir etwas bedeutete, hatte mich verlassen. Ich hatte alle verloren und mich isoliert, doch diese Kreatur … Nein, diese Frau versprach mir etwas, um das ich gebettelt hatte. Diese einfachen Worte, eine so einfache Geste hatten etwas in mir aufgebrochen und meine Welt aus den Angeln gehoben.

Ich starrte in den leeren Nachthimmel und beobachtete, wie ihre dunklen Flügel über mir schlugen, bis ihre geschmeidige Gestalt in den brodelnden Wolken verschwand, weg von mir.

»Du hast es versprochen«, flüsterte ich inmitten der heulenden Sirenen.

Der Lärm im Nachrichtenstudio riss mich aus meinen Gedanken und katapultierte mich zurück in die Gegenwart. Heiße Scheinwerfer strahlten auf uns herab. Ich konnte mich nicht an den Namen der Frau erinnern, die mir gegenübersaß, obwohl mir mehrere Leute gesagt hatten, wie sie hieß.

Verschwand einfa