: Chloe Walsh
: Saving 6 Ausgabe ebook
: Adrian& Wimmelbuchverlag
: 9783985852635
: Boys of Tommen
: 1
: CHF 8.90
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 640
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Er ist ein Junge, der verloren ist. Sie ist ein Mädchen, das vielleicht das Zuhause ist, das er nie hatte. Joey Lynch war schon immer ein Beschützer. Er baut wieder auf, was kaputt ist. Als sein älterer Bruder Darren die Stadt verlässt, stellt der zwölfjährige Joey fest, dass er auf seine jüngeren Geschwister und seine Mutter aufpassen muss. Als er in seine Teenagerjahre eintritt, verschärfen sich seine Kämpfe, wobei Joey der Sucht folgt, während er gleichzeitig seiner Familie gegenüber pflichtbewusst ist. Die Tochter seines Chefs ist das Einzige, was ihn über Wasser hält. Sie ist kompromisslos sie selbst, und obwohl er sich nicht auf sie einlassen will, kann er sich nicht von ihr fernhalten. Aoife Molloy ist lebhaft und selbstbewusst. An ihrem ersten Tag in der weiterführenden Schule trifft sie auf einen hitzköpfigen Jungen, der in ihr eine neue brennende Neugier weckt, einen Jungen, der zufällig für ihren Vater arbeitet. Es ist keine gute Idee, sich mit ihm einzulassen, aber ihr Interesse wächst von Tag zu Tag. Als eine komplizierte Freundschaft entsteht, beginnt Aoife, die Geheimnisse zu entdecken, die mit Joey Lynchs Leben verbunden sind, während er verzweifelt darum kämpft, sie davon fern zu halten.

PROLOG


DAS CHARMANTE KENNENLERNEN


30. August 1999


JOEY

»DU MUSST NUR den Kopf unten halten und dein Temperament zügeln. Du bist ein schlauer Junge. Du schaffst das. Halt einfach deine Zunge im Zaum und lass dich nicht von irgendwelchem Unsinn provozieren. Willst du, dass ich mit dir reingehe?«

»Auf keinen Fall.«

»Es ist okay, nervös zu sein, Joey.«

»Ich bin nicht nervös.«

»Und es ist auch okay, Angst zu haben.«

»Sehe ich aus, als hätte ich Angst?«, knurrte ich, genervt von seiner ständigen Bemutterung. »Ich bin kein Baby, Dar.«

»Ich weiß, dass du kein Baby bist«, gab mein großer Bruder nach, als wir den Weg zur Ballylaggin Community School gingen – einen Weg, der jeden Wochentag in den letzten sechs Jahren auch seiner gewesen war. Seine Zeit an der weiterführenden Schule war jetzt vorbei, während meine gerade erst begann. »Ichwill einfach, dass das hier gut für dich läuft.«

»Ja«, schnaubte ich. »Nun, wir wissen beide, das wird nicht passieren.«

»Das ist dein Neuanfang, Joey«, sagte er. »Was in der Grundschule passiert ist, liegt jetzt hinter dir. Schleppe nicht diesen ganzen Ärger mit dir herum.«

»Es gibt keine Neuanfänge«, zog ich das Wort in die Länge. »Nur verschiedene Orte voll desselben Mists.«

»Du bist zu jung, um so zynisch zu sein.«

»Und du bist zu klug, um deine Zeit und deinen Atem für diese Motivationsrede zu verschwenden«, entgegnete ich. »Ich bin nicht Shannon, Kumpel. Ich brauche weder die Worte noch das Händchenhalten.«

»Ist es so falsch von mir, dich an deinem ersten Tag an der weiterführenden Schule sehen zu wollen?«

»Das hättest du auch zu Hause machen können«, erinnerte ich ihn.

»Du musstest mich nicht zur Schule bringen. Ich bin kein Baby.«

»Du bist mein kleiner Baby-Bruder.«

»Ich war nie irgendjemandes Baby, Dar.«

»Immer so selbstständig.« Mit einem Kopfschütteln schenkte er mir ein wehmütiges Lächeln. »Vielleicht wollte ich einfach noch etwas mehr Zeit mit dir verbringen.«

»Wir teilen uns ein Zimmer«, entgegnete ich trocken und verlagerte das Gewicht meines einem Schulranzen ähnelnden Rucksacks auf die andere Schulter.

»Wir verbringen doch schon genug Zeit miteinander.«

»Ich hab dich lieb, Joey«, platzte er heraus. »Das weißt du doch, oder?«

»Du hast michlieb?« Mit taumelnden Schritten drehte ich mich zu ihm um und sah zu ihm hoch. »Was zum Teufel ist los mit dir?«

»Nichts«, antwortete er mit emotionsgeladener Stimme