Kapitel 1
„Die Fängerin wurde zur Gefangenen. Die In-Besitz-Nehmende zur In-Besitz-Genommenen. Die …“
„Bist du nicht ein bisschen dramatisch, Picolina?“ Phoebus lässt sich neben mir auf die Matratze in meinem Himmelreich-Kerker fallen. „Götter, diese Matratze.“
„Sie ist zu weich.“
„So etwas wie zu weich gibt es nicht. Es sei denn, wir sprechen über Penisse.“
„Was wir nicht tun. Wir sprechen über die menschengesichtige Hyäne, die mich in ihrem steinernen Nest gefangen hält.“
Phoebus verzieht seine Lippen zu einem Lächeln. „Menschengesichtige Hyäne. Süß.“
„Es soll nicht süß sein. Es soll beleidigend sein.“ Ich starre an die Decke, die ich schon die letzten drei Tage angestarrt habe. Es überrascht mich, dass mein zorniger Blick die Holzbalken nicht längst zu Sägemehl zermahlen oder das steinerne Dach darüber pulverisiert hat.
Das Lächeln meines Freundes wird nur breiter. „Obwohl ich liebend gern über deinen sexy Kerkermeister sprechen würde, bin ich mit einer besonderen Absicht hier.“
„Schreckliche Menschen sind nicht sexy. Was deine Mission betrifft: Geht es darum, mich aus diesem Zimmer zu bewegen, lautet meine Antwort mit Nachdrucknein.“
Phoebus streckt seine lächerlich langen Gliedmaßen und gähnt. „Er nimmt alle seine Mahlzeiten in seinen privaten Gemächern ein, du wirst ihm also in keiner der Tavernen über den Weg laufen.“
Natürlich speist Lorcan Reebyaw nicht mit seinem Volk. Könige tun das nie. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich ihn wieder zum Leben erweckt habe.
Obwohl ich die Schöpferin meines eigenen Unglücks bin, werde ich Bronwen nie verzeihen, mich mit ihrer dummen Prophezeiung in die Irre geführt zu haben. Ja, ich hätte sie wohl hinterfragen sollen, anstatt Hals über Kopf in die Mission zu springen, so wie ich kopfüber in den Kanal sprang in der Nacht, als Ptolemy Timeus meine Schlange Minimus bedrohte.
Von nun an wird jeder meiner Sprünge gründlich durchdacht sein.
„Sag Syb und Gia, sie sollen mit einem Fass Wein vorbeikommen. Oh, und sag ihnen, sie sollen Antoni, Mattia und Riccio mitbringen.“
„Wird nicht passieren, Süße. Ich bin der einzige Mann, der dein Schlafgemach betreten darf.“
Ich werfe Phoebus einen finsteren Blick zu. „Sagt wer?“
„Die große böse Krähe.“
„Schlangenarsch“, murmle ich.
„Ich habe mich immer gefragt …haben Schlangen Ärsche oder nur Schwänze? Oder sind ihre Ärsche in ihren Schwänzen?“ Seine grünen Augen fun