: Olivia Wildenstein
: House of beating wings Ausgabe ebook
: Adrian& Wimmelbuchverlag
: 9783985852536
: Kingdom of Crows
: 1
: CHF 4.50
:
: Fantasy
: German
: 560
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Kingdom of crows - Befreie die Krähen, Fallon, und sie werden dich zur Königin machen. Bevor ein Orakel meine königliche Zukunft vorhersagte, hätte ich mir nie vorstellen können, dass ich über die Rundung meiner Ohren hinauswachsen würde. Schließlich war ich der magielose Halbling, der von Bestien geliebt, aber von allen reinen Feen am Hof ??verabscheut wurde. Also . . . von allen bis auf einer. Dante Regio, Prinz von Luce, besaß mein Herz, seit er mir meinen ersten Kuss gegeben hatte. Wenn das Sammeln eiserner Relikte mir helfen könnte, den derzeitigen Monarchen zu stürzen und seinen Bruder zu krönen, damit er an meiner Seite regiert, dann würde ich mich sofort auf die Schatzsuche begeben. Hätte das Orakel mich nur gewarnt, welchen geflügelten Dämon ich in die Welt entlassen würde. Und dass ich zur Obsession dieses Dämons werden würde. 'Ein fantastisches Buch voller Fantasie und üppiger Erzählkunst.' - RUNYX, Autor von Gothikana

Prolog


10 JAHRE FRÜHER


Die Kanäle sind schmal, aber manchmal wirken sie wie gläserne Wände, unüberwindbar und unzerbrechlich, die zwei Welten voneinander trennen: das Land der reinblütigen Fae und das Land der Halbblüter. Selbst das Wasser, das unsere fünfundzwanzig Inseln umspült, markiert unsere Unterschiede – ein warmes, juwelenreiches Türkis in Tarecuori und ein kühles, schlammiges Saphir in Tarelexo.

Ich wurde auf der falschen Seite des Kanals geboren, auf der dunklen Seite, der Heimat der Halbblüter oder Halblinge, wie wir manchmal genannt werden. Caldrone! Es ist verboten, uns das ins Gesicht zu sagen. Die Fae der High Society rühmen sich, zu vornehm für solche Verunglimpfungen zu sein, aber ich höre sie reden, denn die Kanäle sind Gräben und keine Barrieren.

Die Stimmen der Händler dringen über die flüssigen Arterien von Luce, gleiten über die mit Blumen geschmückten Glasbrücken und wirbeln durch den wimmelnden Hafenmarkt.

„Wir nehmen ein Kilo eurer goldenen Pflaumen.“ Nonna nickt zu einer Holzkiste voller gelber Früchte, die nicht größer als Murmeln sind. „Die kleinsten.“ Ihr Korb quillt über vor importierten Früchten, die sie einlegen will, damit wir vierzehn Tage durchhalten. Im Gegensatz zu den Reinblütern haben wir nicht genug Geld, um zweimal pro Woche auf dem Markt von Tarecuori einzukaufen.

„Mamma bevorzugt die grünen, Nonna.“ Ich möchte meinen schweren Korb absetzen, aber Kobolde sind berüchtigte Diebe, klein und schnell wie sie nun einmal sind. Ich habe schon viele von ihnen über die Inseln und Brücken gejagt, aber sie haben einen unfairen Vorteil – ihre Flügel. Sie können zwar nicht hoch fliegen, aber immerhin können sie fliegen, und ich nicht.

„Aber du bevorzugst die kleinen, Goccolina, und so brauchen wir keinen Zucker.“

Ich wende meinen Blick meiner Großmutter zu, deren Gesicht genauso faltenlos ist wie das meiner Mutter. „Brauchen wir keinen Zucker, oder haben wir keine weitere Münze?“

Nonnas moosfarbene Augen schließen sich einen Herzschlag lang, dann öffnen sie sich wieder und verweilen auf meinen violetten Augen. „Keinen Zucker, Goccolina.“

Obwohl ich ihr kein Salz auf die Zunge streuen kann, um sie zu zwingen, die Wahrheit zu sagen, weiß ich, dass sie lügt. Nonna mag eine vollblütige Fae sein, aber ihre Magie kann diese unverkennbaren Züge nicht verbergen, die ihr Gesicht verzerren, wenn sie versucht, mich vor einer harten Wahrheit zu schützen.

Eine Dame eilt an uns vorbei, ihr smaragdgrüner Rock verfängt sich in der selbst gesponnenen Baumwolle meines Kleides, zieht an einem Faden und zerreißt den Stoff. Ich balanciere meinen Korb und streiche mit dem Daumen über das zerrissene Kleidungsstück, bis es wieder flach an meinem knochigen Oberschenkel anliegt. Wenn ich den Stoff doch nur bis zu meinen Knöc