: Amber Smith
: The way I am now Ausgabe ebook
: Adrian& Wimmelbuchverlag
: 9783985852390
: 1
: CHF 8.90
:
: Jugendbücher ab 12 Jahre
: German
: 432
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Es gab eine Zeit, die dunkelste aller Zeiten, in der Eden dachte, die einzige Person, die sie retten könnte, sei Josh. Er war alles Gute auf der Welt - ein vertrauensvolles Herz, eine liebevolle Berührung, ein freundliches Lächeln. Aber er sollte nie ihr Retter sein. Eden musste sich alleine retten. Nachdem Eden mit dem College begonnen und sich ihrem Vergewaltiger gestellt hat, scheint es, als wären sie endlich zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um eine funktionierende Beziehung aufzubauen. Doch als der Prozess, der entscheiden wird, ob Eden die Gerechtigkeit erhält, die sie verdient, bevorsteht und unverheilte Wunden aufreißt, stellt sich die Frage, ob ihre Liebe dem Druck standhalten kann?

EDEN


MEINE HÄNDE ZITTERN NICHTMEHR, als ich nach dem Türknauf greife. Als ich in Maras Wagen Mascara auftrage. Als Steve auf der Rückbank neben mich rutscht, seine Finger mit meinen verschränkt und mit einem lieben Lächeln sagt: »Hab dich vermisst.«

Mein Herz schlägt langsamer, weil das Medikament den Weg in meinen Blutkreislauf gefunden hat. Und auch wenn ich weiß, dass diese vermeintliche Gelassenheit nicht echt ist, so hilft sie mir, das für meine Freunde tun zu können. Ausgehen und ein letztes Mal so zu tun, als wäre alles normal, bevor ich die nächste Bombe platzen lasse. Also lüge ich und sage: »Ich dich auch.«

Maras Freund, Cameron, steigt auf den Beifahrersitz und knallt die Tür zu. Er gibt Mara einen Kuss, wirft dann einen Blick zu mir nach hinten und sagt: »Wahrscheinlich verpassen wir jetzt die Vorband.«

»Verpassen wir nicht«, verteidigt mich Steve, lehnt sich dann zu mir und küsst meine nackte Schulter. »Ich bin froh, dass du dich aufgerafft hast.«

»Ja, ich auch«, sage ich mechanisch und fürchte, ich müsste das ernst meinen.

»Es wurde echt Zeit, dass du mal wieder vor die Tür kommst«, sagt er.

»Mein Reden, Steve«, meldet sich nun auch Mara zu Wort und grinst breit.

»Sieh das heute Abend einfach als Neuanfang«, fährt er fort. »Morgen kommst du wieder zur Schule, und dann können wir die letzten beiden Monate unseres letzten Schuljahres genießen. Endlich. Das haben wir echt verdient!«

»Ja, verdammt, das haben wir!«, stimmt Cameron zu.

Sie verhalten sich, als hätte ich gerade eine schlimme Grippe überwunden oder so was. Als könnte jetzt, wo ich keine Geheimnisse mehr habe, alles wieder magisch zur Normalität zurückkehren, wo immer die mal gewesen sein sollte. Als wäre der Schulabschluss nicht das letzte, was mich gerade beschäftigt. Aber vielleicht haben sie ja auch recht, und ich sollte zumindest versuchen, den ganzen anderen Scheiß zu ignorieren und die nächsten zwei Monate lang eine normale Teenagerin sein – solange ich noch kann.

»Cameron«, sage ich laut genug, um die Musik zu übertönen, und sie alle schauen mich an. »Wir haben die Tickets doch nicht für die Vorband gekauft, oder? Selbst wenn wir zu spät sind, ist das doch okay.«

Ehrlich gesagt sind mir beide egal, Vor- und Hauptband, aber ich schulde ihnen ein bisschen Enthusiasmus.

Er verdreht die Augen, wendet sich ab und flüstert: »Ich habe die Tickets gekauft, falls du das vergessen hast.« Cameron ist der Einzige, der nicht plötzlich nett zu mir ist, sich nicht verstellt, wegen allem, was passiert ist