: Matt Coyne
: Frank& Red Roman | Ein berührender und mutmachender Roman über Freundschaft und Neuanfänge - egal, in welchem Alter.
: HarperCollins
: 9783749908677
: 1
: CHF 18.00
:
: Gegenwartsliteratur (ab 1945)
: German
: 464
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB

»So irritiert und glücklich war er noch nie gewesen. Komisch, dass Kinder einen beides gleichzeitig fühlen lassen konnten.«

Frank ist ein einsamer, alter Griesgram, der mit niemandem außer dem 'Geist' seiner verstorbenen Frau Marcie spricht - bis eines Tages ein blonder Haarschopf über seinem Gartenzaun auftaucht. Der sechsjährige Red, der gerade mit seiner Mutter ins Nachbarhaus eingezogen ist, und seitdem ununterbrochen am Schwatzen oder Trampolinspringen ist, geht Frank zunächst gehörig auf die Nerven. Doch die entschlossene Freundlichkeit des Kindes, das neben der Trennung seiner Eltern auch einen schweren Start an seiner neuen Schule verkraften muss, hilft Frank aus seiner Isolation heraus. Es entsteht die unwahrscheinlichste aller Freundschaften. Eine Freundschaft, die das Leben der beiden für immer verändern wird!



<p>Matt Coyne stammt aus Sheffield, South Yorkshire. Im September 2015 wurde Matts Leben durch die Ankunft seines Sohnes Charlie auf den Kopf gestellt. Nach drei Monaten Elternschaft meldete er sich in den sozialen Medien an und schrieb über seine Erfahrungen als ahnungsloser Elternteil in der ersten Zeit. Innerhalb weniger Tage wurde sein Beitrag über das Überleben in den ersten Monaten der Elternschaft von Millionen Menschen auf der ganzen Welt geteilt. Daraufhin gründete Matt seinen beliebten Blog Man vs. Baby, der mittlerweile über 400.000 Follower hat. Auf der Grundlage von Man vs. Baby hat er zwei Sunday Times-Bestseller veröffentlicht und außerdem für<em>The Guardian</em>,<em> The Telegraph</em>,<em&g ;Private Eye</em> und das<em>GQ Magazine</em> geschrieben. »Frank& Red«ist Matts erster Roman.</p>

Red


»Und, was denkst du?«

Red stand mit geschürzten Lippen auf dem Weg vor dem Haus. Das warnicht das, was er sich vorgestellt hatte. Etwas Burgähnlicheres hatte er sich ausgemalt, mit großen Toren. Nicht unbedingt mit Zugbrücke und Wassergraben, aber mit Türmchen und Flagge und einem Garten so groß wie ein Park.

Offensichtlich war seine Fantasie wieder mit ihm durchgegangen.

Das hatte seine alte Lehrerin Mrs. Rennie immer gesagt. »Du musst aufpassen, dass deine Fantasie nicht mit dir durchgeht, Red.« Allerdings hatte das nur dazu geführt, dass er sich das WortFANTASIE als Zeichentrickfigur mit Armen und Beinen vorstellte, die seine Hand packte und ihn mit sich fortriss.

Und ja, dieses Mal war seine Fantasieauf jeden Fall mit ihm durchgegangen, denn das, was er jetzt betrachtete … war eine Enttäuschung.

Es sah so langweilig aus wie ein gewöhnliches Haus. Das kleinste in einer Reihe kleiner Häuser. Und während Red nun dieses Reihenmittelhaus aus rotem Backstein anstarrte, fand er etwas bestätigt, was er schon geahnt hatte. Die Entscheidung, ihr Haus in Stanhope Gardens zu verlassen, war ein furchtbarer Fehler gewesen, und wenn irgendjemand sich die Mühe gemacht hätte, ihn zu fragen, hätte Red ihm das auch sagen können.

Er hatte von Anfang an nicht umziehen wollen, hatte das Haus, in dem sie mit Dad gewohnt hatten, nicht verlassen wollen. Red wusste wirklich nicht, warum sie, bloß weil Dad jetzt mit dem »Busenwunder« zusammenwohnte, ans andere Ende von London ziehen mussten – und indas hier.

Aber seine Mum hatte darauf bestanden. Sie hatte gesagt, das neue Haus würde bestimmt »cool« sein. Sie hatte gesagt, es würde »fantastisch« sein.

Es war nicht cool. Es war nicht fantastisch.

Als Red nicht antwortete, fragt seine Mum noch einmal: »Und, was denkst du?« Sie rieb seine Hand, die sie in ihrer hielt. »Von innen ist es wirklich schön. Und es gibt drei Schlafzimmer, das heißt, in einem können wir ein Spielzimmer mit einer Höhle einrichten. Das wird super.«

Super. Fantastisch. Cool. Allmählich fragte Red sich, ob seine Mum wusste, was diese Worte wirklich bedeuteten.

»Und?«, sagte sie noch einmal.

Es war nur ein winziges Wort, aber diesmal bekam Red etwas von der Hoffnung mit, die darin lag, aber auch von der Traurigkeit über seine Reaktion, und er fühlte sich plötzlich schuldig.

Er verstand nicht alles, was im vergangenen halben Jahr passiert war. Genau genommen verstand ernichts von dem, was im vergangenen halben Jahr passiert war,