: Juma Kliebenstein
: Die magischen Augen von Stonehill
: KARIBU
: 9783961294565
: 1
: CHF 10.80
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 270
: kein Kopierschutz
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Lucy lebt mit ihren fünf Geschwistern und ihren Eltern in dem verschlafenen Städtchen Stonehill. Aber ab dem Moment, in dem Viola Burrow mit ihren langen schwarzen Haaren und ihrer lila Kleidung die Klasse von Lucy betritt, ist nichts mehr, wie es einmal war. Mamas Smaragdring verschwindet genau dann, als Viola zu Besuch kommt und die eigentlich fiese Klassenlehrerin lässt Viola auch noch ihre mysteriöse Katze Cleopatra mit den violetten Augen in die Schule mitnehmen - trotz striktem Tierverbot! Doch spätestens auf der Klassenfahrt ist sich Lucy ganz sicher: Irgendetwas verheimlicht Viola Burrow. Mit Spannung, Witz und überraschenden Wendungen erzählt Bestsellerautorin Juma Kliebenstein, was in Stonehill wirklich geschah.

Juma Kliebenstein wurde 1972 im Saarland geboren und dachte sich als Kind schon gerne Geschichten aus. Nach dem Abitur studierte sie Anglistik und Germanistik und arbeitete als Lehrerin an einem Gymnasium. Dabei merkte sie, dass sie viel lieber Bücher schreiben würde, und so widmet sie sich seit 2009 ganz ihren Geschichten. Denn für sie gibt es nichts Spannenderes, als ihre Leser in Welten zu entführen, in denen alles möglich ist. Mit »Der Tag, an dem ich cool wurde« gelang Juma Kliebenstein 2010 der Durchbruch. Ihre Bücher und Hörspiele wurden mehrfach ausgezeichnet.

2. Viola


Noch bevor die erste Schulstunde begann, war es in unserer Klasse schon richtig rundgegangen.

Jimmy Woods hatte sich mit Evan Carter geprügelt, Owen Cline hatte Mallory Lesters Wasserfarbkasten von ihrem Pult geklaut und mit Tom Severins Hilfe auf dem Klassenschrank versteckt, und Jeannie Pitts heulte wie ein Schlosshund, weil Annie Clover »Pitbull, Pitbull« gerufen und dazu gebellt hatte wie ein Hund.

Irgendwann kam unsere Lehrerin Mrs Hersham hereingeschossen. Sie nahm das große Lineal, das neben der Tafel hing, und schlug damit so fest auf den Tisch, dass es sich durchbog.

»Ich mache Kleinholz aus euch«, brüllte sie, »und damit baue ich eine Wallfahrtskirche!«

Das wirkte. Niemand wollte als Holzstückchen in der Wand einer Wallfahrtskirche enden, und dass Mrs Hersham aus uns Kleinholz machenwürde, daran bestand kein Zweifel.

Mrs Hersham war groß und kräftig, und auch ihre hellrosa Kleidung konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie alles andere als harmlos war.

»Sie sieht aus wie einMarshmallow«, hatte Owen Cline damals gesagt, als Mrs Hersham zum ersten Mal in ihrem hellrosa Mantel in unser Schulzimmer gedampft kam wie ein Schneepflug. Seitdem nannten wir Mrs Hersham heimlichMarshie. Marshie konnte richtig wütend werden, und wir verstummten alle augenblicklich, als Marshie sich vorne am Pult aufbaute wie ein über dem Feuer aufschäumendes Marshmallow.

»Ich muss noch mal ins Lehrerzimmer«, verkündete Marshie. »Wenn ich zurückkomme, ist hier alles tipptopp in Ordnung. Wer auch immer es war, der den Wasserfarbkasten auf den Schrank gelegt hat, holt ihn runter und gibt ihn zurück. Und, Annie, wenn ich dich noch einmal bellen höre, bringe ich dich höchstpersönlich ins Tierheim. Hunde gehören nicht in meine Klasse.«

Marshie lässt keine Gelegenheit aus, uns daran zu erinnern, dass Tiere in unserer Klasse nicht erwünscht sind. Das hat einen guten Grund, aber davon erzähle ich später.

Tatsächlich war es still wie in einer Kirche, als wir kurz darauf Marshies Schritte wieder draußen auf dem Gang hörten. Wir wollten alle nicht zu Kleinholz gemacht werden, und Annie wollte nicht ins Tierheim. Dann ging die Tür auf, und Marshie wogte herein. Sie war aber nicht allein. Hinter ihr betrat ein Mädchen unsere Klasse. Die Stille wurde, falls das möglich ist,noch stiller.

»Das hier ist Viola Burrow«, sagte Marshie. »SagHallo, Viola.«

»Hallo, Viola«, sagte Viola Burrow.

Wir mussten alle lachen.

»Viola ist mit ihren Eltern und Großeltern aus Virginia hergezogen«, erklärte Marshie. »Ich hoffe, ihr seid nett zu ihr und werdet gute Freunde!« Dann wedelte sie mit den Armen, und wir wussten, dass wir Viola begrü