Kapitel 1
Bei dir piepts wohl!
Heute fährt Lili nach der Schule mit dem Roller nach Hause. Genau wie gestern und vorgestern und vorvorgestern. Dabei muss sie Slalom fahren, denn der Weg ist voller Kastanien. Das nervt ein bisschen. Aber immer noch besser, als mit Anastasia und Drizella im Bus zu sitzen.
Als Lili kurz nicht aufpasst, erwischt sie doch eine Kastanie und kommt ins Straucheln. Sie kann sich gerade noch auf dem Roller halten. Kurz vor einem Gebüsch kommt sie zum Stehen. Uff, das war richtig knapp!
Lili muss kurz verschnaufen. Ihre gelben Turnschuhe sind vom Bremsen auf dem Seitenstreifen voller Matsch. Als sie sich ihre runde Brille wieder die Nase hinaufgeschoben hat, entdeckt sie etwas im Gebüsch. Da blinkt doch was! Komisch ...
Lili legt ihren Roller weg und sieht nach. Unter dem Busch liegt ein Ding, etwa so groß wie ein kleiner Pinguin. Es ist weiß und rund, hat zwei Greifarme und eine kleine Lampe auf dem Kopf, die grün leuchtet. Das muss ein Roboter sein! Wie der wohl hier unter den Busch gekommen ist?
»Hallo, wer bist du denn? Und was machst du hier?«, fragt Lili.
»Biep«, macht der Roboter, während er die Augenöffnet. Er guckt sie an und blinzelt. Er sieht freundlich aus.
Lili hebt ihn vorsichtig aus dem Gebüsch. Der Roboter ist ganz schön schwer. Jetzt entdeckt Lili rechts und links neben seiner Lampe noch zwei Antennen. Sie sind orange und sehen aus wie die Zöpfe von Pippi Langstrumpf. Aha, ein Roboter-Mädchen also!
Aber das Roboter-Mädchen kippelt ein bisschen, als Lili es auf den Fahrradweg stellt. Etwas scheint nicht in Ordnung zu sein. Lili stellt fest, dass es eigentlich auf Rollen steht. Aber eine davon fehlt! Vielleicht liegt sie noch im Gebüsch? Tatsächlich, da ist sie! Lili steckt sie ein und stellt sich dem Roboter-Mädchen vor: »Hallo, ich bin Lili«, sagt sie. »Wie heißt du?«
»Biep, biep, biep«, antwortet das Roboter-Mädchen.
»Oh! Du kannst mich hören!«, freut sich Lili. »Aber verstehst du mich auch?«
»Biep, biep, biep.«
Das war bestimmt ein Ja. »Ich bin Lili«, sagt Lili erneut. Mit dem Zeigefinger tippt sie sich auf die Brust und wiederholt langsam: »Li-li.«
Aus dem Roboter kommt zunächst ein scharrendes Geräusch. Dann hört sie, wie er sagt: »Li-Liii.«
»Super!« Lili freut sich. »Aber du musst es kurz sagen: Lili.«
»Liliii.«
»Lili«, wiederholt Lili geduldig.
»Lili«, sagt nun auch der Roboter.
»Ja, genau richtig! Und wie heißt du?«
»Biep, biep, biep.«
»Hm … Na gut, dann nenne ich dich einfach … Roxy. Gefällt dir der Name?«
»Biep, biep, biep«, antwortet Roxy.
»Kannst du nur biep, biep, biep sagen?«
»Biep, biep, biep.«
»Aber Lili kriegst du doch auch hin?«
»Lili«, sagt Roxy. Dann sagt der Roboter nichts mehr, nur die grüne Lampe am Kopf blinkt noch schwach.
»Du kommst mit zu mir nach Hause, ich kümmere mich um dich«, sagt Lili. Sie stellt den Roboter auf ihren Roller und versucht, die Greifarme auf den Lenker zu heben. Das klappt aber nicht, die Greifarme sind nicht lang genug. Sie hält also den Roboter mit einer Hand fest und schiebt den Roller mit der anderen.
Als sie zu Hause im Garten angekommen ist, hört Lili erst einen lauten Knall, dann eine Katze miauen. Der Knall kam aus dem Ke