: Andreas Schlüter
: City Crime - Der Lord von London
: Tulipan Verlag
: 9783641329051
: 1
: CHF 8.90
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 192
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Finn und Joanna können es kaum erwarten. Gemeinsam mit ihrer Mutter fahren sie nach London. Und das Aufregendste: Sie sind zu einem Kinderfest im Buckingham-Palast eingeladen. Doch es wird noch spannender. James, ein Verwandter der Königsfamilie, braucht ihre Hilfe. Im Jahr 1963 wurde der Postzug der britischen Royal Mail ausgeraubt. Der Großteil des Geldes ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Doch Peter, der Enkel einer der Ganoven, ist auf dem Kinderfest. James vermutet, dass er weiß, wo das Geld versteckt ist. Finn und Joanna heften sich an Peters Fersen. Doch dann ist er auf einmal spurlos verschwunden. Wurde er etwa entführt? Eine spannende Suche beginnt.

Andreas Schlüter, geb. 1958 in Hamburg, lernte nach dem Abitur Kaufmann, arbeitete dann mit Kinder- und Jugendgruppen, gründete 1989 das Journalistenbüro und die Fotoagentur SIGNUM. 1994 erstes Buch: 'Level 4-die Stadt der Kinder', das ein Bestseller wurde und mittlerweile schon zu den modernen Kinderbuchklassikern gehört.
Seit 1996 ausschließlich Kinder- und Jugendbuchautor, seit 2004 auch Drehbuchautor u. a. für den 'Tatort' (zusammen mit Mario Giordano). Er hat mehr als 40 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht und einige Kinderkrimipreise erhalten.
Andreas Schlüter lebt in Hamburg und auf Mallorca.

Finn war aufgeregt. Sie waren soeben in London gelandet. Allein diese Tatsache bewirkte bei ihm ein Kribbeln im Bauch. Dabei hatte er eigentlich überhaupt keine genaue Vorstellung von dieser Stadt. Außer, dass sie weltberühmt war und unzählige Detektivgeschichten im alten London spielten. Von denen er aber die meisten gar nicht so richtig kannte. Okay, vom Superdetektiv Sherlock Holmes, der fast so berühmt war wie die Stadt selbst, hatte er schon mal gehört. Aber den gab es ja nicht wirklich, sondern nur als Romanfigur. So wie man James Bond nur als Kinofigur kannte, der immer im Auftrag der Königin von England unterwegs war, um die Welt zu retten. Viele fanden ja allein deshalb London eine Reise wert, weil in dieser Stadt noch eine echte Königin wohnte. Allerdings machte Finn sich gar nichts aus Königshäusern. Zumindest nicht aus denen der Gegenwart. Wenn schon Könige, dann bitte schön die aus dem Mittelalter, mit echten Rittern und so. Aber auch da hatte London einiges zu bieten, wie zum Beispiel den legendären König Richard Löwenherz.

Finns ältere Schwester Joanna hingegen geriet immer völlig aus dem Häuschen, wenn es um Königshäuser ging.

»Mann!«, schnauzte sie Finn jetzt an. »Wir sind auf dem Weg in ein echtes Königsschloss! Und es ist kein Museum, sondern wird noch von einer Königsfamilie genutzt. Das ist doch irre!«

Es stimmte. Sie würden tatsächlich nur schnell ihr Gepäck im Hotel abstellen und dann gleich weiterfahren zum Buckingham-Palast, dem offiziellen Wohnsitz der amtierenden britischen Königin: Elisabeth II. Ab und zu veranstaltete die Königin ein riesiges Gartenfest, meist anlässlich ihres Geburtstages, zu dem sie viele Tausend Gäste, vor allem Kinder, einlud. Doch da sie im April Geburtstag hatte und in London dann nicht immer das beste Wetter herrschte, verlegte die Königin ihre Feste gerne auf die Sommermonate. So auch dieses Kinderfest, das an diesem Juni-Sonntag stattfand. Irgendwie war Finns Mutter an eine Einladung gekommen. Und da sie als Handelsvertreterin in der nachfolgenden Woche sowieso geschäftlich in London zu tun hatte, hatte sie Finn und Joanna kurzerhand mitgenommen. Und nun machten sie sich schon auf den Weg zum Königspalast. Finns Vater war zu Hause in Deutschland geblieben. Er war Kunstmaler und hatte in zwei Wochen eine Ausstellungseröffnung, zu der es noch eine Menge zu tun gab. So waren Joanna und Finn erstmals mit ihrer Mutter allein auf Reisen. Was beide mit einer gewissen Skepsis aufgenommen hatten. Nicht, dass sie ihre Mutter nicht ebenso liebten wie ihren Vater! Ihr Vater allerdings war selbst in vielen Dingen ein bisschen verrückt, ließ manches durchgehen, das ihre Mutter unmöglich fand. Kurz: Mit ihrem Vater hätten die beiden Kinder bestimmt mehr Freiheiten gehabt als mit ihrer Mutter.

»Wir werden dann eben auch von einer Königin regiert, genau wie England!«, hatte Finn schon zu Hause beim Packen der Koffer behauptet.

Doch seine Mutter hatte sofort richtiggestellt: »Die Königin ist zwar das Staatsoberhaupt von England, aber es gibt dort eine gewählte Regierung wie bei uns! Das ist ein bisschen so wie unser Bundespräsident als Staatsoberhaupt und unsere