: Nikola Huppertz
: Kusinenkram und Kunforak
: Tulipan Verlag
: 9783641329365
: 1
: CHF 10.80
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 176
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Freya und Sophie sind allerbeste Kusinen. Sie haben sogar eine Kusinensprache, die sonst kein Mensch auf der Welt versteht. Sophies großer Bruder Johannes kann einpacken, der spricht nämlich nur Latein. Kein Wunder, dass er alles dransetzt, das Kunforak - ihr hochgeheimes Wörterbuch - in die Hände zu bekommen. Leider wohnen Sophie und Johannes nicht in der gleichen Stadt wie Freya, die beiden Kusinen sehen sich also nur in den Ferien. Damit die Zeit dazwischen nicht so lang wird, schreiben sie sich Briefe, in denen sie planen, wie sie fernen Ländern und echten Abenteuern ein Stück näherkommen - ihr unbedingtes Ziel! Und auch wenn bei ihren Treffen manchmal alles ganz anders läuft, als gedacht, was sie erleben muss dokumentiert und für die Nachwelt aufgehoben werden! Denn das kann sich keiner Ausdenken, das ist allerbester Kusinenkram.

Nikola Huppertz, geboren 1976, studierte Musik und Psychologie. 2007 gewann sie mit dem Manuskript ihres Debütromans 'Karla, Sengül und das Fenster zur Welt' den Literaturwettbewerb der Bonner Buchmesse Migration. Seitdem hat sie mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher, Lyrik und Prosa in Literaturzeitschriften, Geschichten für den Rundfunk und das Libretto zu einer Kinderoper veröffentlicht. Ihre Arbeiten wurden in diverse Sprachen übersetzt, vielfach nominiert und ausgezeichnet, zuletzt mit dem Evangelischen Buchpreis 2022. Sie hat eine Tochter und einen Sohn und lebt als freie Autorin in Hannover.

Kusinenbriefe

Liebe Sofie!

Eben wär ich fast geplatzt. Mindestens in 1000 Fetzen! Weil ich mich schon so schrecklich auf Dänemark freue. Ich weiß gar nicht, wie ich es aushalten soll, bis Pfingsten ist und wir endlich losfahren. In ein echtes anderes Land! Ans echte Meer! Ihr und wir zusammen!

Du musst mir ganz oft schreiben, sonst platze ich WIRKLICH. Und das wird für dich dann kein sehr lustiges Pfingstcampen. Du hättest nur Johannes mit im Zelt und müsstest dir den ganzen Tag sein Gerede anhören. Und mit wem du Abenteuer erleben könntest, wüsstest du auch nicht. Nach Schiffswracks suchen, gegen Meerungeheuer kämpfen und all solche Sachen, die zu Hause nicht gehen.

Also schreib mir lieber!!!

Viele Grüße aus Mönchengladbach.

Deine Freya

PS: Noch 24 Tage!

PPS: Hätten wir eigene Handys, ginge es schneller mit dem Schreiben. Ich hab Mama gefragt, ob ich ihres mitbenutzen darf und du das von Tante Diana, aber das hat sie nicht erlaubt.

Liebe Freya,

bitte nicht platzen, hier kommt schon ein Brief. Auf meinem schönsten Briefpapier! Ein Handy kriege ich erst nächstes Jahr,zum 10. Geburtstag, genau wie Johannes damals. Aber ich musses dann bestimmt auch die meiste Zeit abgeben, Papa sagt nämlich, Handys sind schlecht für die Bildung und wir sollen froh und dankbar sein, dass wir da so viele Möglichkeiten haben. Dafür hätten Mama und er sich früher auf den Kopf gestellt.

Ich freu mich auch schon so auf Dänemark! Wusstest du, dass man auf dem Campingplatz Minigolf spielen kann? Es soll auch eine Kaninchenburg geben. Ich weiß aber nicht, ob man die Kaninchen streicheln darf oder nur angucken. (Mama weiß es auch nicht.) Johannes will Krabben fangen, dafür gibt es eine Art Becken. Aber ich mach das nicht. Und esse auch keine, wenn er damit ankommt. Ich finde Krabben nämlich eklig.

Noch 22 Tage!

Viele Grüße aus Mülheim.

Deine Sofie

Liebe Sofie!

Wir schmeißen Johannes Krabben einfach zurück ins Wasser. Die eine lenkt ihn ab, die andere klaut ihm den Eimer. Oder wir schubsen ihn selbst ins Becken. Dann fressen die Krabben IHN. Erst das J, dann das O, dann das H usw. Aber er schmeckt ihnen nicht und sie spucken ihn wieder aus, ein Stück nach dem anderen. Und wenn wir ihn wieder zusammensetzen, wird er zu Sennahoj. Sennahoj ist zwei Jahre jünger als du, nicht zwei Jahre älter. Er ist auch nicht so ein Besserwisser wie Johannes, sondern weiß überhaupt nichts. Bei Sennahoj ist alles umgek