: Andreas Schlüter
: City Crime - Vermisst in Florenz Band 1
: Tulipan Verlag
: 9783641329440
: 1
: CHF 8.90
:
: Kinderbücher bis 11 Jahre
: German
: 144
: Wasserzeichen
: PC/MAC/eReader/Tablet
: ePUB
Endlich Ferien! Finn will mit seiner Schwester Joanna und seinem Vater zwei entspannte Wochen in Florenz verbringen. Doch dann verschwindet der Vater plötzlich. Bald finden die Geschwister eine erste Spur: Im Notizbuch ihres Vaters sind merkwürdige Codes notiert. Was die wohl zu bedeuten haben? Und wer sind die unheimlichen Männer, die die Geschwister verfolgen? Joanna und Finn wissen nur eins: Ihr Vater ist in größter Gefahr!

Andreas Schlüter, geb. 1958 in Hamburg, lernte nach dem Abitur Kaufmann, arbeitete dann mit Kinder- und Jugendgruppen, gründete 1989 das Journalistenbüro und die Fotoagentur SIGNUM. 1994 erstes Buch: 'Level 4-die Stadt der Kinder', das ein Bestseller wurde und mittlerweile schon zu den modernen Kinderbuchklassikern gehört.
Seit 1996 ausschließlich Kinder- und Jugendbuchautor, seit 2004 auch Drehbuchautor u. a. für den 'Tatort' (zusammen mit Mario Giordano). Er hat mehr als 40 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht und einige Kinderkrimipreise erhalten.
Andreas Schlüter lebt in Hamburg und auf Mallorca.

FLORENZ!


Finn kam sich total bescheuert vor. Er saß am Abfertigungsgate des Flughafens und trug diesen blöden Brustbeutel, in dem sein Ausweis und seine Bordkarte steckten, damit sie nicht verloren gingen. An einem Band um den Hals gehängt wie eine Hundemarke! Als ob er zu dämlich wäre, einen Ausweis in seiner Tasche aufzubewahren.

»So sehen die Flugbegleiter gleich, dass du abgeholt werden musst«, hatte seine Mutter ihn zu beruhigen versucht. Aber genau das war ja das Schlimme. Er trug einen Brustbeutel, damit JEDER sofort sah, dass er eine Begleitperson brauchte. Unfähig, sich allein zurechtzufinden. Wie ein Baby, das im Kinderparadies eines Möbelhauses nach seiner Mami schrie!

Finn überlegte gerade, ob er den Brustbeutel nicht einfach zusammenknüllen und in die Hosentasche stecken sollte, als schon eine Flugbegleiterin mit einem breiten Lächeln auf ihn zukam und säuselte: »Du bist Finn?«

Die Versuchung war groß, mit »Nein!« zu antworten. Er war, soweit er es überblickte, der einzige Junge, der ohne Begleitung mit dieser Maschine flog und einen entsprechenden Brustbeutel um den Hals trug. Wer also sollte er wohl sonst sein als eben Finn Martens, gebucht auf die Maschine um 9 Uhr nach Florenz? Finn antwortete nicht, sondern folgte ihr einfach nur stumm wie ein Geheimagent, den man kurz vor seinem Abflug doch noch festgenommen hatte und nun abführte.

Er bekam einen Sitzplatz am Fenster in der dritten Reihe. Wenigstens ein guter Ausblick. Es war nicht sein erster Flug. Er war mit seiner Familie schon öfter in den Urlaub geflogen: nach Mallorca, Paris, Faro und nach Antalya.

Leider noch nie nach New York oder Kanada, wohin Joanna am liebsten mal fliegen würde. Er würde, wenn er einen Wunsch frei hätte, gern mal nach Südafrika reisen.

Aber nun erst mal nach Florenz. Die Vorfreude, die er seit Wochen empfand, seine Schwester und seinen Vater wiederzusehen, war nun weitgehend der Aufregung und auch Angst gewichen. Gemeinsam mit Joanna musste er herausfinden, was mit seinem Vater passiert war!

Die Flugbegleiterin reichte ihm ein Spielzeugflugzeug und einen kleinen Malkasten.

»Kann ich ’ne Cola bekommen?«, fragte Finn, während er das Geschenk der Fluggesellschaft für Kleinkinder mit einer Handbewegung ablehnte.

»Später«, versprach die Frau mit dem Halstuch in den Farben der Fluglinie, steckte das Geschenk ein und bot ein anderes an: »Kopfhörer?«

»Gern!«, freute sich Finn und wollte zulangen.

»2 Euro 50!«

Finn verzog das Gesicht. ›Dumme Nuss!‹, dachte er und schaute aus dem Fenster. Währenddessen schoben sich die restlichen Fluggäste ins Flugzeug.

Auf die beiden Plätze neben ihm setzten sich ein Junge, den Finn ein bisschen älter schätzte als sich selbst, vielleicht in Joannas Alter, und – so vermutete Finn – dessen Vater.

»Hallo«, begrüßte Finn ihn knapp.

»Ciao!«, antwortete der Junge.

Finn war verwundert: Hieß »Ciao«